Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass es zuletzt nicht besonders gut lief zwischen Donald Trump und der katholischen Kirche. Da war zunächst der öffentlich ausgetragene Zoff zwischen dem US-Präsidenten und Leo XIV., dem ersten amerikanischen Papst (mehr dazu hier ). Nur kurz darauf inszenierte sich Trump mithilfe von künstlicher Intelligenz als Jesus. Das ging selbst treuen Fans des Präsidenten zu weit (hier mehr).
Das alles ist erst wenige Tage her. Nun hat Trump an einem Event teilgenommen, das bei seiner gläubigen Basis wohl unumstritten sein dürfte: am nationalen Bibel-Vorlesemarathon.
Dafür ließ er sich an seinem Schreibtisch im Oval Office filmen, die kurze Aufnahme wurde am Dienstagabend (Ortszeit) veröffentlicht . Trump las aus 2. Chronik, Kapitel 7, Verse 11 bis 22.
Vor allem der 14. Vers wird häufig von jenen zitiert und propagiert, die glauben, dass Amerika als christliche Nation gegründet wurde und eine solche bleiben sollte. »Wenn mein Volk, das nach meinem Namen genannt ist, sich demütigt und betet und mein Angesicht sucht und sich von seinen bösen Wegen abwendet, dann werde ich vom Himmel her hören und ihre Sünden vergeben und ihr Land heilen.«
Dass Trump ausgerechnet diese Verse vorlas, stieß auch auf Kritik. Die Passage aus den Chroniken sei »ein beliebter Vers unter christlichen Nationalisten und das schon seit geraumer Zeit«, sagte Brian Kaylor, ein baptistischer Pastor und Autor von »The Bible According to Christian Nationalists: Exploiting Scripture for Political Power«. Er sagte, ihre Verwendung habe einen parteiischen und polarisierenden Ton angenommen – und werde oft in Verbindung mit der Förderung des Glaubens an ein christliches Amerika in einem zunehmend vielfältigen Land genutzt.
Die nationale Bibellesung »America Reads the Bible« ist am Sonntag gestartet, Hintergrund ist das 250-Jahres-Jubiläum der USA in diesem Jahr. Noch bis Samstag werden verschiedene Personen aus Politik und konservativer Gesellschaft Passagen aus der Bibel lesen. Dazu zählen etwa republikanische Politiker wie Außenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Pete Hegseth und der Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson.
Insgesamt soll im Laufe der Woche die gesamte Heilige Schrift vorgetragen werden. Die meisten Lesungen finden dabei im Museum of the Bible in Washington statt und werden live übertragen. Organisiert wird das Projekt von der Initiative Christians Engaged.

vor 3 Stunden
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