Studie über Urzeittiere Darum gab es keine Mini-Dinos
Manche waren gewaltig, andere nur so groß wie ein Fuchs – aber kein Dinosaurier blieb klein wie eine Maus. Forscher haben einen Verdacht, warum es keine Miniatur-Dinos gab.
05.08.2026, 15.58 Uhr
Dinosaurier-Park Münchehagen: Verschiedene Saurierarten im Größenvergleich
Foto: Tobias Wölki / imago images/Tobias WölkiWer sich einen Dinosaurier vorstellt, denkt oft an ein großes, mitunter gewaltiges Tier. Doch nicht alle Dinos erreichten Ausmaße wie Brontosaurus, Brachiosaurus und Diplodocus. Manche Arten waren so groß wie ein heutiges Rind, andere sogar nur so groß wie ein Fuchs. Warum aber wurden Dinosaurier nie richtig klein, so klein wie eine Maus?
Dieser Frage geht ein Forschungsduo des American Museum of Natural History und der Princeton University im Fachblatt »Evolution« nach. Mithilfe eines mathematischen Modells untersucht das Team die Evolution der Körpergröße von Wirbeltieren. Demnach kann so die Größe von heutigen Säugetieren und Vögeln gut erklärt werden, nicht aber, warum selbst die kleinsten Dinosaurier mit etwa 400 Gramm relativ groß blieben – so groß wie Stadttauben.
Zu den kleinsten bisher bekannten Dinosauriern gehören Microraptoren (»kleine Räuber«). Diese gefiederten Dinosaurier lebten in der frühen Kreidezeit, die vor rund 145 Millionen Jahren begann. Der Studie zufolge waren diese Tiere mindestens 200 Mal so schwer wie der kleinste moderne Vogel der Welt, die Bienenelfe (Mellisuga helenae), die nur 1,75 Gramm wiegt, und das kleinste moderne Säugetier, die Etruskerspitzmaus (Suncus etruscus), die etwa 1,8 Gramm auf die Waage bringt.
Die Forschenden vermuten, dass es hauptsächlich die Konkurrenz mit kleinen Säugetieren um Ressourcen war, welche verhinderte, dass die Dinosaurier diese ökologische Nische besetzten. Denn aus ihrem Modell heraus könne die nach oben verschobene Körpergrößenverteilung nicht erklärt werden.
Säugetiere als Entwicklungshemmnis
»Wir wussten bereits, dass Dinosaurier die Entwicklung von Säugetieren zu großen Tieren vor dem Massenaussterben am Ende der Kreidezeit verhinderten. Hier legen wir nahe, dass Säugetiere wiederum die Entwicklung von Dinosauriern zu kleinen Tieren verhinderten«, sagt Mitautor Roger Benson.
Das Modell, welches das Forschungsduo zugrunde legt, basiert auf energetischen Faktoren. Es beschreibt, bei welcher Körpergröße sich ein Tier am energieeffizientesten fortpflanzen kann. Während das Modell bei modernen Säugetieren, Vögeln und auch Schildkröten passt, die vorhergesagten Größen also mit den tatsächlich beobachteten Größen übereinstimmen, funktioniert es bei heutigen Eidechsen und flugunfähigen Vögeln auf Inseln nicht. Auch bei diesen könnten ökologische Zwänge die veränderte Größenverteilung erklären, schreiben die Autoren.
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Den Berechnungen zufolge beträgt die optimale Modalgröße, also der Wert, der in einer Gruppe am häufigsten vorkommen sollte, bei Dinosauriern nur etwa drei Kilogramm. Die tatsächlich bei Dinosauriern beobachtete Modalgröße liegt hingegen bei etwa 180 Kilogramm – wobei der tatsächliche Wert durch die Art der Fossilfunde verzerrt sein könne, weil größere Fossilien häufiger gefunden werden dürften. Allerdings fehlen Mini-Dinosaurier-Knochen vollständig.
Heutzutage dominieren kleine Tiere alle Lebensräume auf dem Planeten. »Wenn wir verstehen wollen, wie die heutige Artenvielfalt entstanden ist, müssen wir verstehen, warum winzige Dinosaurier offenbar fehlten«, sagt Hauptautorin Stephanie Lechki.
Lechki und Benson halten es für zwar für möglich, dass einfach noch keine so kleinen Fossilien gefunden worden sind, aber das sei unwahrscheinlich. Denn in Fossilienlagerstätten, in denen Dinosaurier erhalten sind, würden regelmäßig auch viel kleinere Tiere entdeckt, darunter Eidechsen und Amphibien. Hätte es tatsächlich Mini-Dinosaurier gegeben, hätten diese irgendwo auftauchen müssen.

vor 11 Stunden
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