Der Iranüberblick am Morgen: Trump will Kriegskosten abwälzen, Israel nennt keinen Zeitplan

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Der US-Präsident erwägt, arabische Staaten an den Kriegskosten zu beteiligen. Netanjahu ‌will ⁠sich ​nicht auf einen Zeitpunkt für ein ​Kriegsende festlegen. Die Nacht

Aktualisiert am 31. März 2026, 9:44 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP, Reuters, dpa, AP, ,

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 US-Präsident Donald Trump begrüßt den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu im Westflügel des Weißen Hauses im September 2025.
US-Präsident Donald Trump begrüßt den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu im Westflügel des Weißen Hauses im September 2025. © Joey Sussman/​dpa

Netanjahu will keinen Zeitplan für Ende des Irankriegs nennen

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat gesagt, er wolle keinen Zeitplan für den restlichen Verlauf des Kriegs gegen den Iran aufstellen. US-Präsident Donald Trump hatte nach dem Beginn des Kriegs am 28. Februar mitgeteilt, dieser werde vier bis sechs Wochen dauern. US-Außenminister Marco Rubio sagte am Montag, der Krieg werde sich noch über Wochen hinziehen, nicht aber über Monate. Die USA und Israel haben nach Auffassung von Netanjahu mehr als die Hälfte der Ziele erreicht. "Wir haben definitiv die Hälfte hinter uns", sagte Netanjahu in einem Interview mit dem konservativen US-Sender Newsmax. Der Krieg sei mehr als zur Hälfte erledigt "im Hinblick auf die Missionen, nicht unbedingt im Hinblick auf die Zeit".

Lesen Sie hier mehr zu den Aussagen von Benjamin Netanjahu.

Trump erwägt offenbar Kostenabwälzung auf arabische Länder

US-Präsident Donald Trump erwägt nach Angaben des US-Präsidialamts, die arabischen Länder aufzufordern, die Kosten ​für den Krieg gegen den Iran zu übernehmen. "Ich denke, es ist etwas, woran der Präsident durchaus interessiert wäre, sie dazu aufzufordern", sagte Trumps Sprecherin, Karoline Leavitt. "Es ist eine Idee, von der ich weiß, dass er sie hat, und etwas, worüber Sie meiner Meinung nach noch mehr von ihm hören werden."

Lesen Sie hier mehr zu Trumps Überlegungen.

Angriffe auf Golfstaaten, Israel und Iran

Der Iran hat in der Nacht wieder Ziele am Golf angegriffen, in Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrain und Dubai. Auf einem kuwaitischen Öltanker ist nach dem Beschuss ein Brand ausgebrochen, das Unternehmen warnt vor Ölverschmutzung. Außerdem feuerte der Iran Raketen auf Israel ab. Der Iran wurde nach iranischen Angaben ebenfalls angegriffen. Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, einige Bewohner im Osten Teherans seien ohne Strom. Außerdem ist im Libanon ein Soldat von einem israelischen Soldaten getötet worden.

Tausende US-Fallschirmjäger im Nahen Osten angekommen

Im Nahen Osten sind nach Angaben ​von Vertretern der US-Regierung Tausende Soldaten der 82. US-Luftlandedivision eingetroffen. Bereits am Wochenende waren 2.500 Marineinfanteristen in die Region verlegt worden. Der genaue Einsatzort der ​Soldaten, zu denen auch eine Kampfbrigade sowie Logistik- ⁠und Kommandoeinheiten gehören, wurde zunächst nicht genannt. ​

Iranischer Parlamentsausschuss billigt Maut für Straße von Hormus

Der Sicherheitsausschuss des iranischen Parlaments hat den Gesetzentwurf für ein Mautsystem in der Straße von Hormus gebilligt. Der Entwurf sieht laut dem Ausschussmitglied Modschtaba Sarei außerdem vor, dass Schiffe aus den USA, Israel sowie aus Staaten, die in den vergangenen Jahren Sanktionen gegen den Iran verhängt haben, die Meerenge nicht passieren dürfen. Auch Schiffe aus der EU wären davon betroffen.

Nato darf laut Marco Rubio "keine Einbahnstraße sein"

US-Außenminister Marco Rubio kritisierte Spanien und andere Nato-Partner für mangelnde Unterstützung im Krieg gegen den Iran – und hat eine spätere Neubewertung der Allianz durch die USA nahegelegt. Die USA müssten in einer Zeit, in der man die Verbündeten brauche, feststellen, dass das Nato-Mitglied Spanien, zu dessen Verteidigung man sich verpflichtet habe, den Vereinigten Staaten die Nutzung seines Luftraums verweigere und damit prahle, sagte Rubio dem Sender Al Jazeera laut einer Mitschrift seines Ministeriums. Er bemängelte zudem, dass die USA in Spanien und andernorts auf Widerstand bei der Nutzung von Stützpunkten gestoßen seien.

Lesen Sie hier mehr zur Kritik von Rubio an der Nato.

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