Wütende Demonstranten haben in Kuba in einem Büro der Kommunistischen Partei randaliert. Videos zeigen , wie die Protestierenden wohl in der Nacht zum Samstag in das Parteibüro in Moron einbrechen und Akten, Computer und Möbel auf die Straße schleppen und in Brand setzen. Nach Angaben der staatlichen Zeitung »Invasor« wurden fünf Menschen wegen Vandalismus festgenommen. Der Zeitung zufolge wurden auch Behördengebäude in der Stadt beschädigt.
Auf anderen Aufnahmen ist neben einem großen Feuer zu sehen, wie Menschen Steine durch die Fenster eines Gebäudes werfen, während im Hintergrund Rufe nach »Freiheit« zu hören sind. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte den Aufnahmeort eines der Videos in Moron verifizieren. Die Stadt liegt an der kubanischen Nordküste, etwa 400 Kilometer östlich der Hauptstadt Havanna. Reuters zufolge wurde das Video erst kürzlich aufgenommen, das genaue Datum konnte jedoch nicht ermittelt werden.
Trotzdem gibt es in Kuba nur selten Demonstrationen. Menschen, die 2021 an Protesten gegen schlechte Lebensbedingungen teilnahmen, wurden zu hohen Haftstrafen verurteilt. Seit einiger Zeit machen viele Kubaner ihrem Unmut dadurch Luft, indem sie nachts zu Hause oder auf der Straße auf Töpfe schlagen und damit Lärm machen.
Am Montag hielten Studierende zudem einen Sitzstreik auf den Stufen der Universität von Havanna ab, nachdem die Regierung den Präsenzunterricht aufgrund der US-Ölblockade ausgesetzt hatte. Weil der Treibstoff knapp ist, fährt der öffentliche Nahverkehr nur stark eingeschränkt, sodass Studierende und Lehrkräfte nur noch schwerlich zu Lehrveranstaltungen kommen.
Seit der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro – Kubas wichtigstem ausländischen Geldgeber – im Januar haben die Vereinigten Staaten den Druck auf Kuba nochmals deutlich erhöht. Schon zuvor hatte US-Präsident Donald Trump venezolanische Öllieferungen nach Kuba blockiert und mit Zöllen auf jedes Land gedroht, das Öl nach Kuba verkauft. In den vergangenen Wochen stellte Trump nun mehrfach einen Regierungswechsel in Havanna in Aussicht und sagte, Kuba stehe nach der Gefangennahme Maduros und dem Iran-Krieg »als Nächstes« auf seiner Agenda. Am Freitag hatte die kubanische Regierung erstmals Gespräche mit Vertretern der USA zur »Lösung von bilateralen Differenzen« bestätigt.

vor 2 Stunden
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