Einem US-Aktivisten zufolge soll die US-Regierung afghanischen Ortskräften anbieten, nach Afghanistan zurückzukehren oder in die kriegsgebeutelte Demokratische Republik Kongo umzusiedeln. Er sei darüber informiert worden, dass mehr als 1100 Afghanen, die auf einem ehemaligen US-Stützpunkt in Katar festsitzen, vor diese Wahl gestellt werden würden, erklärte der ehemalige US-Militär Shawn VanDiver. Er leitet die Organisation AfghanEvac, die sich für die Sicherheit ehemaliger Ortskräfte einsetzt.
Die früheren Verbündeten der US-Armee in Afghanistan halten sich in dem Lager auf dem ehemaligen US-Stützpunkt as-Sailijah in Katar auf, um ihre Auswanderung in die USA vorzubereiten. Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hatte jedoch eine Frist bis zum 31. März gesetzt, um das Lager zu schließen. Nachdem eine frühere afghanische Ortskraft im vergangenen Jahr Mitglieder der US-Nationalgarde in Washington tödlich angriff, setzte die US-Regierung die Bearbeitung von Asylanträgen für Afghanen aus.
VanDiver verurteilte die Umsiedlungspläne für die Afghanen in die Demokratische Republik Kongo, wo regelmäßige Konflikte unter anderem mit dem Nachbarland Ruanda ebenfalls eine Flüchtlingskrise ausgelöst haben. »Man verlegt keine gesicherten Verbündeten aus Kriegszeiten, von denen mehr als 400 Kinder sind, aus US-Gewahrsam in ein Land, das sich mitten in seinem eigenen Zusammenbruch befindet«, erklärte der Leiter von AfghanEvac. Er rechne damit, dass die meisten Afghanen die Umsiedlung in den Kongo ablehnen würden. »Der Regierung ist das bewusst. Genau darum geht es«, erklärte er. Auf diese Weise sollen die Menschen VanDiver zufolge gezwungen werden, nach Afghanistan zurückzukehren.
Das US-Außenministerium wollte nicht bestätigen, dass die Demokratische Republik Kongo als Ziel ins Auge gefasst worden sei, erklärte jedoch, die US-Regierung prüfe eine »freiwillige Neuansiedlung« aus dem Lager in Katar. »Die Verlegung der Menschen in ein Drittland ist eine positive Lösung, die diesen verbliebenen Menschen Sicherheit bietet, um ein neues Leben außerhalb Afghanistans zu beginnen, und zugleich die Sicherheit des amerikanischen Volkes gewährleistet«, erklärte ein Sprecher des Außenministeriums.
Demokrat nennt Plan »wahnsinnig«
Der demokratische US-Senator Tim Kaine erklärte , es wäre »wahnsinnig«, afghanische Verbündete der US-Armee in den Kongo zu schicken. »Wir haben diesen Afghanen zugesagt, dass wir ihre Sicherheit garantieren würden, nachdem sie uns geholfen haben«, erklärte er. »Wir sind verpflichtet, unser Versprechen einzulösen, weil es das Richtige ist und weil ein Wortbruch es künftig nur erschweren würde, die Art von Partnerschaften aufzubauen, die wir möglicherweise zur Wahrung unserer nationalen Sicherheit brauchen.«

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