Dänen können offline mit Karte oder Wallet zahlen

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Die Dänen nutzen zwar kaum noch Bargeld, halten aber mehr davon bereit. Das ist Ganz im Sinne der Nationalbank des Königreichs. Sie arbeitet seit Jahren an der Resilienz des Zahlungsverkehrs, um das Land auf IT-Angriffe und andere Ausfälle von IKT vorzubereiten. Dafür empfiehlt sie, dass jeder Däne für Notfälle mindestens 250 Kronen (gut 33 Euro) in bar bereithält. Zudem hat die Behörde durchgesetzt, dass Dänen die wichtigsten täglichen Ausgaben auch dann mit physischer Kredit- oder Debitkarte und PIN abwickeln können, wenn der Zahlungsabwickler unerwartet offline geht.

Das musste sich bereits bewähren: Im Mai ist der in Dänemark wichtigste Zahlungsdienstleister Nets für fünf Stunden ausgefallen. „Die Offline-Kartenbereitschaft hat dafür gesorgt, dass viele Kunden in Lebensmittelgeschäften den Nets-Ausfall im Mai 2026 nicht bemerkt haben‟, berichtet Nationalbankdirektor Ulrik Nødgaard. „Das System unterstützt sowohl herkömmliche Kartenzahlungen als auch Zahlungen per Wallet; daher sollten mehr Geschäfte den Einsatz dieser Offline-Lösung in Erwägung ziehen.‟ Bloß der Strom darf nicht ausfallen. Bislang machen insbesondere die Apotheken und Lebensmittelketten mit.

In Dänemarks stationärem Handel wurden 2025 nur noch neun Prozent aller Zahlungsvorgänge bar abgewickelt, hat die Bank erhoben. Das sind zwei Prozentpunkte weniger als 2023. Zum Vergleich: In Deutschland wurden 45 Prozent aller Zahlungsvorgänge an Ladenkassen bar abgewickelt, in Österreich 55 Prozent. Besonders stark zugenommen hat in Dänemark die Nutzung elektronischer Wallets, an deren Umsätzen auch Apple respektive Google mitverdienen: Sie kamen demnach im Vorjahr bei jeder dritten Zahlung im stationären Handel zum Einsatz. Weniger als fünf Prozent entfallen auf elektronische Sofortzahlungen wie Mobilepay.

Daher ist nützlich, dass auch Apple Pay und Google Pay offline funktionieren. Das war ursprünglich keine Priorität. Noch 2023 hat sich die Nationalbank darauf konzentriert, alle Teilnehmer der elektronischen Zahlungskette zur Akzeptanz von Offline-Zahlungen Erwachsener mit physischer Karte und PIN für bis zu sieben Tage in Folge zu gewinnen. Mitspielen müssen die Betreiber von Zahlungsnetzen wie Dankort, Mastercard und Visa; jene dänischen Banken, die Karten ausgeben; die Händlerbanken; die Bereitsteller der Zahlungsterminals (meistens auch die Händlerbanken); und natürlich die Händler selbst. Gleichzeitig müssen die Umsatzlimits hoch genug sein, um die üblichen Ausgaben einer Woche zu erlauben.

Inzwischen speichern die ausgebenden Banken auf den EMV-Chips der Karten, welche Umsätze und wie viele Transaktionen mit Karte und PIN offline zulässig sind. Nur bestimmte Kartentypen, die in der Regel an Minderjährige ausgegeben werden, erlauben das nicht. Solange die Händler alle Vorgaben befolgen, trägt in der Regel die ausgebende Bank das Risiko eines Zahlungsausfalls, beispielsweise weil der Kunde mehr ausgibt, als sein Kontostand hergibt. Verletzen die Händler die Regeln, etwa wenn sie Kartenzahlungen grundlos offline abwickeln, wandert das Risiko zur Händlerbank, die es in der Regel an den Händler weiterreicht.

Im Offline-Modus speichern die Zahlungsterminals die Transaktionen zwischen und rechnen ab, wenn der Server wieder erreichbar ist. Dabei ist entscheidend, dass die Speicher der Geräte groß genug sind oder der Händler genügend Terminals hat.

Praktisch alle erwachsenen Dänen haben mindestens eine Kartenart (Dankort, Mastercard oder Visa), aber weniger als die Hälfte verfügt über zwei verschiedene Kartenarten. Bei den Unter-30-Jährigen sind es weniger als 30 Prozent. Die Nationalbank rät allen Dänen, Karten wenigstens zweier verschiedener Systeme zu haben. Das schützt gegen den Ausfall eines einzelnen Systems sowie gegen das Aufbrauchen der Offline-Zahlungslimits bei längeren Ausfällen sowie häufigeren oder höheren Ausgaben. Zudem sollen sich die Karteninhaber die PINs einprägen, besonders, wenn sie sie selten eingeben.

Trotz des starken Trends zum bargeldlosem Einkauf haben mehr Dänen namhafte Bargeldbestände: 41 Prozent haben angegeben, mehr als 1.000 Kronen (zirka 134 Euro) in bar vorzuhalten. Zwei Jahre zuvor hatte nur ein Drittel solche Vorräte. Zu dieser Veränderung dürfte der erste Nets-Ausfall im Juli 2025 beigetragen haben. Der könnte auch der Anlass für Apple und Google gewesen sein, ihre Wallets Anfang 2026 ebenfalls für den dänischen Einzelhandel offline-fähig zu machen.

(ds)

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