Der Diebstahl aus der „Snowflake Data Cloud“ mit anschließender Nutzung der Daten für Erpressungen im Jahre 2024 hat für den Täter weitreichende Folgen. Nachdem der 26-jährige Connor Riley M. aus Kanada Millionen von den Cloud-Kunden erbeutet hatte, hat er diese Vorwürfe jetzt eingeräumt und ein Geständnis abgelegt. Nun drohen ihm mindestens 2 Jahre Gefängnis wegen schweren Identitätsdiebstahls. Aufgrund des Datendiebstahls und der Erpressungen könnten es bis zu 30 Jahre werden. Das Strafmaß wird Ende Oktober gerichtlich festgelegt.
Der Angriff auf den Cloud-Anbieter und der anschließende Datenbank-Klau bei Snowflake-Kunden wurde im Juni 2024 bekannt. Dabei wurden Kundendaten unerlaubt kopiert und im Darknet zum Kauf angeboten. Allerdings handelte es sich nach Angaben der Cloud-Firma nicht um ein Sicherheitsleck, sondern wohl um Zugangsdaten-Klau per Infostealer-Malware. Zu den Cloud-Kunden gehörten auch namhafte Unternehmen wie das US-Telekommunikationsunternehmen AT&T und die Event-Firma Live Nation (Ticketmaster). So wurde AT&T um 370.000 US-Dollar zum Löschen gestohlener Daten erpresst.
Über 2,5 Millionen Dollar erpresst
Allerdings haben Connor Riley M. und mögliche Komplizen die Daten nicht wirklich gelöscht, wie das US-Justizministerium jetzt schreibt. Demnach haben sie manche der Opfer mehrfach erpresst und dabei mehr als 2,5 Millionen Dollar Lösegeld erbeutet. Daneben haben sie die von mindestens 165 Cloud-Kunden gestohlenen Daten auch in Darknet-Foren wie BreachForums, Exploit.in und XSS.is sowie auf Telegram angeboten. Dadurch hat Connor Riley M. allein mindestens 495.000 Dollar erhalten. Die Cloud-Kunden selbst schätzen ihre Schäden auf 9,5 Millionen Dollar, die Verluste der von dem Datendiebstahl betroffenen Einzelpersonen nicht eingerechnet.
Zwischen Februar und Oktober 2024 hat er laut US-Justizministerium mit den gestohlenen Snowflake-Zugangsdaten Milliarden teils sensibler Kundendaten abgegriffen. Dazu gehörten Aufzeichnungen über Anruf- und SMS-Verbindungsdaten (ohne Inhalt), Bank- und sonstige Finanzinformationen, Lohn- und Gehaltsunterlagen, Registrierungsnummern der US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA (Drug Enforcement Administration), Führerscheinnummern, Ausweisdaten sowie Sozialversicherungsnummern. Den Erpressungsopfern wurde angedroht, diese Daten online zu veröffentlichen.
FBI hält Täter für skrupellos
Doch bereits wenige Monate später wurde Connor Riley M., laut TechCrunch online auch als „Waifu“ und „Judische“ bekannt, in Kanada verhaftet. Jetzt hat er sich in vier Anklagepunkten schuldig bekannt: Computerbetrug, Betrug mittels elektronischer Kommunikation, schwerer Identitätsdiebstahl sowie eine damit zusammenhängende Verschwörung. Ihm drohen 2 bis 30 Jahre Haft. Der Richter wird das Strafmaß am 27. Oktober 2026 verkünden.
Ein an den Ermittlungen beteiligter FBI-Beamter hält den geständigen Täter für gewissenlos. „Connor M.s Drohungen und erneute Erpressungsversuche waren kalkuliert und skrupellos“, wird der den Fall beim FBI leitende W. Mike Herrington zitiert. „Sein Handeln fügte seinen Opfern – seien es die für Diebstahl und Erpressung ins Visier genommenen Unternehmen oder die Millionen von Privatpersonen, die deren Kunden sind – echten Schaden zu.“
(fds)











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