China: Führungskader gehen offenbar in Klausur - Geheimtreffen in Beidaihe

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Die wochenlange Funkstille der Führungsriege und die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen in dem Küstenort, der etwa anderthalb Schnellzugstunden von Peking entfernt liegt, befeuern jedoch jedes Jahr Spekulationen über Personalentscheidungen und Machtkämpfe an der Spitze der Kommunistischen Partei. Chinesische Staatsmedien vergleichen Beidaihe mit dem Landsitz des US-Präsidenten ⁠in ⁠Camp David oder dem russischen Sotschi.

Früher galt das Treffen dort als eine wichtige Gelegenheit für amtierende und pensionierte Kader, hinter den Kulissen über Personal- ‌und Politikfragen zu verhandeln und Einfluss auszuüben. Unter dem ​mächtigen Präsidenten Xi ‌hat sich dies jedoch Beobachtern zufolge geändert. »Xi war sehr erfolgreich darin, den Einfluss der Älteren zurückzudrängen, sodass das Treffen im letzten Jahrzehnt an Bedeutung verloren hat«, sagte Jean Christopher Mittelstaedt von der Universität ‌Zürich der Nachrichtenagentur Reuters. Der Spielraum für echte Verhandlungen sei unter Xi, der die Macht stark auf sich konzentriert habe, enger geworden.

Zudem forderte er die Einrichtung eines intelligenten Militärsystems, das verstärkt auf unbemannte Technologien und Cyber-Systeme setzt, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete. Maßstab für die Modernisierung sei stets die Kampfkraft, betonte Xi einen Tag vor dem 99. Jahrestag der Gründung der Volksbefreiungsarmee.

Der Jahrestag findet inmitten eines verstärkten Vorgehens gegen ​Korruption im Militär statt. Einem Bericht des Londoner Forschungsinstituts IISS vom Februar zufolge hat dieses Vorgehen gegen ⁠ranghohe ⁠Militärs die Kampfbereitschaft beeinträchtigt und zu ernsthaften Mängeln in der Kommandostruktur der Armee geführt.

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