ChatGPT soll zur integrierten „Superapp“ werden

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OpenAI plant den größten Umbau von ChatGPT, seit der Dienst vor rund dreieinhalb Jahren vorgestellt wurde. Die Oberfläche soll renoviert werden, und auch bisher getrennte Funktionen, die in anderen Produkten des Unternehmen stecken, sollen in den Chatbot integriert werden. Dies sagten Verantwortliche von OpenAI der Financial Times (FT).

Die Wirtschaftszeitung verwendet in ihrem Bericht auch den Begriff der „Superapp“ als das, was ChatGPT demnächst werden soll. Laut mehreren gegenwärtigen und früheren Angestellten von OpenAI, mit denen die FT gesprochen hat, handelt es sich um die größte Restrukturierung seit Bestehen des Unternehmens. Es geht nicht nur um ChatGPT als App an sich, sondern auch um neue Zuständigkeiten und mehr Profitabilität: Noch in diesem Jahr will OpenAI an die Börse gehen, und dafür braucht man mehr Umsätze.

Laut der FT wird das Programmiertool Codex firmenintern gestärkt, weil der Großteil seiner Anwender bereits dafür bezahlt. Bei ChatGPT ist das nicht so, der Chatbot soll also attraktiver werden. Dafür werden unter anderem neue Funktionen für Bildgenerierung und auch Funktionen von Drittanbietern in die Oberfläche von ChatGPT integriert.

„Das wird über die Oberfläche hinausgehen“ sagte Thibault Sottiaux der FT. Er war bisher für Codex zuständig, und ist inzwischen Produktchef für alle OpenAI-Tools. Laut Sottiaux soll ChatGPT auch agentische Funktionen erhalten, die dem Nutzer helfen sollen: „in allen Bereichen Ihres Lebens, sei es privat oder beruflich.“ Aus anderen Quellen will die FT erfahren haben, dass unter anderem die Firmen Canva und Booking.com ihre Angebote auch in ChatGPT zur Verfügung stellen wollen. Von einem neuen Videogenerator als Ersatz für das eingestellte Sora ist bisher nicht die Rede.

Hinter all dem, und der Idee der Superapp, steht natürlich der Traum von der allgemeinen künstlichen Intelligenz (AGI). Alex Embiricos, Chef der Produkte für Firmen bei OpenAI, sagt der Financial Times in Bezug auf AGI: „Wahrscheinlich wird es einen einzigen Ansprechpartner geben, der alles für mich erledigen kann, was ich brauche.“ Er meint auch, dass beim Erreichen von AGI nicht mehr viele verschiedene Anbieter übrig bleiben werden.

Embiricos spielt damit offenbar auch auf den größten Konkurrenten von OpenAI an: Anthropic. Wie die ChatGPT-Macher wollen auch die Erfinder von Claude und Co. im Jahr 2026 den Börsengang wagen. Neben dem Rennen um die AGI steht den beiden großen KI-Unternehmen nun also ein Wettlauf um die höchste Börsenbewertung bevor.

Viele frühere Investitionen in KI-Infrastruktur liefern jedoch schon jetzt nicht die erhofften Profite – auch, weil manche Rechenzentren bisher gar nicht ausgelastet werden können. Erst kürzlich wurde bekannt, dass Elon Musks xAI, inzwischen bei SpaceX eingegliedert, seine Rechenkapazitäten auch an Anthropic und Google vermietet.

(nie)

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