Ceuta: Hunderte Minderjährige sitzen in Ceuta ohne ihre Eltern fest

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860 unbegleitete Minderjährige halten sich laut örtlichen Behörden in Ceuta auf. Sie machen nun einen großen Teil der Migranten aus, die einer Abschiebung entgangen sind.

Quelle: DIE ZEIT, AP, 4. August 2026, 4:21 Uhr

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Ceuta Kindermigration Spanien Marokko Grenze
Fast alle erwachsenen Migranten haben Ceuta verlassen – geblieben sind Kinder und Jugendliche. © Antonio Sempere/​picture alliance /​ AP Photo/​Antonio Sempere

Hunderte Kinder und Jugendliche sitzen ohne ihre Eltern in der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta fest. Die örtlichen Behörden bestätigten, dass sich am Montag noch rund 860 unbegleitete Minderjährige in Ceuta aufhielten. Sie machen nun einen großen Teil der 3.000 bis 5.000 Migranten aus, die nach Schätzung der Regionalregierung der Abschiebung aus der Exklave entgangen sind.

Eine 17-Jährige aus der marokkanischen Stadt Tanger sagte der Nachrichtenagentur AP in Ceuta, sie habe ihre Mutter im Chaos verloren, nachdem sie und ihre Familie am vergangenen Donnerstag versucht hätten, schwimmend Ceuta zu erreichen. Sie habe gesehen, wie ihr achtjähriger Bruder tot aus dem Meer gezogen worden sei. »Jetzt sind es wir Kinder, die auf der Straße betteln.« AP-Journalisten sahen in Ceuta weitere Minderjährige, die um Essen baten.

Erwachsene Migranten, Migrantinnen und Geflüchtete können in Spanien Asyl beantragen. Die Hürden für Marokkaner, humanitären Schutz zu erhalten, sind in der Regel allerdings sehr hoch. Minderjährige, die nicht von Erwachsenen begleitet werden, haben jedoch Anrecht auf besonderen Schutz und sollen von den spanischen Behörden betreut werden.

Die meisten erwachsenen Marokkaner sind entweder freiwillig nach Hause zurückgekehrt oder wurden von der spanischen Polizei zurückgeschickt. Unter denjenigen, die in Ceuta geblieben sind, befinden sich viele aus anderen Ländern wie dem Sudan oder Afghanistan.

Migranten ertranken und wurden erdrückt

Das Migrationszentrum der Stadt mit einer Kapazität von 600 Personen ist vollständig belegt. Nach Berichten von AP fehlt es an Nahrungsmitteln. »Die Strategie besteht darin, dass Hunger, Durst und Erschöpfung diese Menschen dazu zwingen, sich schließlich für eine freiwillige Rückkehr nach Marokko zu entscheiden«, sagte der lokale Migrationsaktivist Ramsés Mohamed Azumik von der Asociación Elín.

Marokkos Behörden sprachen von rund 40.000 Menschen, die in der vergangenen Woche versucht hätten, Ceuta von Marokko aus übers Meer zu erreichen. 1.135 hätten sich auf gleichem Weg nach Melilla aufgemacht. Spanien hatte von mehr als 50.000 Migranten gesprochen. Die Regionalregierung von Ceuta sprach sogar von rund 60.000.

Die Zahl der Menschen, die bei den Vorfällen starben, bezifferte Marokko auf elf. Die meisten von ihnen seien ertrunken. Spanien hatte die Zahl der Toten mit mindestens ​72 beziffert. Einige Migranten ‌ertranken den spanischen Behörden zufolge, und andere wurden erdrückt, ​als sie versuchten, eine Wellenbrecheranlage und den Grenzzaun zu überklettern.

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