BMW hat eine neue Werbefläche entdeckt und viele Autofans nervt das offenbar gewaltig: In bestimmten Modellen mit einem Bildschirm spielen diese derzeit beim Anlassen eine animierte Werbung für den neuen Spiderman-Film ab.
BMW selbst hat die Neuerung als »eine besondere Überraschung für seine Kundinnen und Kunden« angekündigt. Zwischen dem 27. Juli und dem 10. August erscheine beim Starten bestimmter Fahrzeuge »ein spezielles Banner im Control Display. Ein Klick darauf aktiviert die Spider-Man™-Animation, die aus einer festlichen Vollbildanimation im Control Display mit passend ausgewählter Hintergrundmusik und einer begleitenden Lichtshow des Ambient-Beleuchtungssystems besteht«, heißt es in feinstem Werbesprech.
Die Werbung wird demnach in mehr als 70 Ländern in nach Juli 2020 produzierten Autos mit entsprechender Sonderausstattung und dem BMW Operating System 7, 8, 8.5, 9 oder dem BMW Operating System X ausgespielt.
Online stößt die Aktion auf wenig Liebe. »Sie zeigen jetzt Werbung in Autos 💀💀💀«, schreibt ein Nutzer auf Englisch im Onlineforum Reddit . Ein anderer ergänzt, man zahle viel Geld für ein Auto, »trotzdem kriegt man Werbung angezeigt... als nächstes brauchen wir Adblocker für Autos, tippe ich? 🤡«. Mit Adblockern lässt sich Onlinewerbung blockieren.
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»Fühlt sich nach einer billigen Aktion an und ich hasse es. Ich habe nicht für meinen Bildschirm gezahlt, damit sie darauf Werbung zeigen können«, schreibt ein frustrierter Fahrer. Jemand anderes fügt an, er dachte bisher, Rost sei das Schlimmste, was einem Auto passieren könne, aber BMW habe das getoppt.
Infotainment-Chef lehnte solche Werbung noch 2023 ab
Andere Nutzer nehmen die Aktion als dystopisch war, einer führt etwa ironisch aus: »Das ist so cool. Ich kann es kaum erwarten, bis der Tag kommt, an dem man beim Starten des Autos eine Minute lang eine Werbung auf dem riesigen Infotainment-Bildschirm ansehen muss. Dabei wird mittels Eye-Tracking überprüft, ob man die Werbung auch wirklich ansieht – schaut man weg, wird die Werbung sofort angehalten, und man muss wieder eine ganze Minute lang auf den Bildschirm starren. Erst dann darf man losfahren.«
Dabei hatte BMWs Infotainment-Chef Stephan Durach solche Werbung vor drei Jahren noch abgelehnt. »Letztlich ist das Auto meiner Meinung nach der letzte private Rückzugsort«, erklärte Durach laut dem US-Portal »MediaPost « Ende 2023 vor Pressevertretern. Dort könne man ganz für sich allein tun, was man wolle. »Zu sagen, ich verkaufe den Bildschirm, um Werbung zu zeigen – das kann ich mir nicht vorstellen. Es ist ein privater Raum.«
Woher der Sinneswandel stammt und ob BMW in Zukunft häufiger Werbung auf den Bildschirmen ausspielen will, beantwortete das Unternehmen auf eine spontane SPIEGEL-Anfrage bislang nicht.

vor 16 Stunden
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