Unbekannte Angreifer haben die Datenbank der Behörde für abgesicherte Ausweise (ANTS) Frankreichs geknackt. Das hat die Behörde am 15. April festgestellt und sechs Tage später öffentlich bekanntgegeben. Demnach sind 11,7 Millionen Online-Konten betroffen. Laut französischer Medienberichte wird der erbeutete Datensatz bereits auf dem Schwarzmarkt feilgeboten. Dabei würden sogar 19 Millionen Datensätze versprochen.
Der Grund für den deutlichen Unterschied ist nicht gesichert. Der Verkäufer könnte schlicht übertreiben, oder Konten, die von der ANTS mehrere Dokumente bezogen haben, mehrfach zählen. Laut Behörde enthalten die erbeuteten Datensätze Username, Anrede, Vor- und Nachname, E-Mail-Adresse, Geburtsdatum, Kontonummer und, für einen Teil der Konten, zusätzlich Postadresse, Geburtsort und Telefonnummer. Anträgen auf Ausweise und andere Dokumente müssen in aller Regel weitere Dokumente beigefügt und allzu oft biometrische Datensätze mitgegeben werden. Diese hat sich der Täter nach bisherigem Ermittlungsstand nicht aneignen können, sagt die Behörde.
Die ANTS (Agence nationale des titres sécurisés) ist auch als France Titre bekannt. Es handelt sich um eine Abteilung des französischen Innenministeriums. Sie ist zuständig für die Ausstellung von Reisepässen, Personalausweisen, sowie Führerscheinen für Straßenfahrzeuge und Motorboote, sowie für Dokumente über die Zulassung von Kraftfahrzeugen, Aufenthaltstitel, Visa und eine Reihe weiterer Ausweise und Dokumente für Aufenthalte und Grenzübertritte. Gedruckt werden die Papiere allerdings von der Staatsdruckerei (Imprimerie nationale).
Wie der Einbruch in die Datenbank gelungen ist, sagt die ANTS nicht. Das ist offenbar noch Gegenstand der laufenden Untersuchung. Betroffene sind per E-Mail informiert worden. Bestimmte Vorkehrungen empfiehlt das Innenministerium Frankreichs Bürgern nicht, außer, dass sie beim nächsten Login ihr ANTS-Passwort ändern sollen.
(ds)












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