Die politische Blockade im Kosovo dauert an. Bis Donnerstagabend sollte das Parlament einen neuen Präsidenten gewählt haben. Doch Abgeordnete konnten sich nicht einigen.
6. März 2026, 4:33 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP, vsp
Der Kosovo steuert auf die dritten Parlamentswahlen in etwas über einem Jahr zu. Dem Parlament des Balkanstaates gelang es nicht, bis Ablauf einer Frist am Donnerstagabend einen neuen Präsidenten des Landes zu wählen. Damit muss die amtierende Präsidentin Vjosa Osmani das Parlament auflösen und Neuwahlen ansetzen.
Im Kosovo hatte es erst im Dezember vorgezogene Neuwahlen gegeben. Dabei gewann die Selbstbestimmungs-Partei (VV) von Albin Kurti 51 Prozent der Stimmen. Kurti wurde dann im Februar vom Parlament zum Regierungschef gewählt.
Die Parlamentswahl im Dezember war die zweite innerhalb eines Jahres. Sie war notwendig geworden, weil eine erste Wahl im Februar 2025 keine klaren Mehrheitsverhältnisse ergeben hatte. Schon damals hatte Kurtis Partei gewonnen, aber die absolute Mehrheit verpasst und keinen Koalitionspartner gefunden. Versuche zur Regierungsbildung scheiterten, und es kam zu einer monatelangen politischen Blockade im Land. Die Neuwahlen im Dezember sollten eigentlich einen Ausweg aus der Krise bringen.
Die frühere serbische Provinz Kosovo hatte sich 2008 und damit knapp ein Jahrzehnt nach dem Kosovo-Krieg für unabhängig erklärt. Serbien hat die Unabhängigkeit des Kosovo aber nie anerkannt.

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