Bahn-Ticketpreise: Verbraucherschützer kritisieren Bahn für zu wenig Super-Sparpreise

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Die Deutsche Bahn wirbt mit Fahrkarten zum Super-Sparpreis. Laut Verbraucherzentrale gibt es diese aber tagsüber nur selten, sie fordert ein transparenteres Preissystem.

Quelle: DIE ZEIT, dpa, Aktualisiert am 3. August 2026, 6:52 Uhr

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Die Bahn soll nach Angaben des Verbraucherzentrale-Bundesverbands Super-Sparpreise für Fahrten in der zweiten Klasse tagsüber zu selten angeboten haben. © Frank van Hulst/​unsplash

Fahrgäste der Deutschen Bahn haben nach einer Untersuchung von Verbraucherschützern für Fahrten tagsüber zu wenig Chancen auf ein Ticket zum Super-Sparpreis. Das günstigste Angebot, für das die Bahn auf ihrer Internetseite warb, war demnach für Fahrten in der zweiten Klasse zwischen 7 Uhr und 19 Uhr an rund drei Vierteln der untersuchten Tage nicht verfügbar, fand der Verbraucherzentrale-Bundesverband in einer Analyse heraus, die der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorliegt. Stattdessen hätten an diesen Tagen die Super-Sparpreise zwischen 15 und 157 Prozent über dem Werbepreis gelegen.

Der Verbraucherzentrale-Bundesverband hatte laut dem Bericht die Preise bis Ende April 23 Monate lang verfolgt. Das Ergebnis der Beobachtung: Die erfassten günstigsten Preise entsprachen nur an knapp jedem vierten Erhebungstag dem beworbenen Super-Sparpreis oder lagen sogar darunter.

Bahn weist Kritik zurück

Die Bundeschefin der Verbraucherzentralen, Ramona Pop, forderte in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die Bahn müsse ihr Preissystem einfacher und transparenter gestalten. »Wer mit besonders günstigen Preisen wirbt, sollte gewährleisten, dass diese öfter auch zu üblichen Reisezeiten verfügbar sind«, sagte sie.

Die Bahn kritisierte die Untersuchung. Eine Sprecherin sprach in der FAZ von »erheblichen methodischen Mängeln«. Der Untersuchungszeitraum 7 bis 19 Uhr blendet aus Sicht des Konzerns wichtige Pendlerverbindungen aus, etwa Sprinterfahrten um kurz nach 6 Uhr und Direktverbindungen abseits der großen Städte.

Fahrkarten freitags und sonntags deutlich teurer

Der Super-Sparpreis ist das günstigste Ticketangebot im Fernverkehr der Deutschen Bahn. Deren Preisgestaltung folgt seit einigen Jahren einem dynamischen Modell zur Auslastungssteuerung: Je nach Nachfrage und Buchungszeitpunkt variieren die Preise erheblich. »Aktuell sind so viele Billigtickets wie noch nie auf dem Markt«, gab die Bahn-Sprecherin an.

Die Untersuchung der Verbraucherschützer bestätigte auch, dass Fahrkarten am Freitag und Sonntag deutlich teurer sind. Über alle Ticketarten hinweg lägen die Preise dann durchschnittlich 71 Prozent über denen der günstigsten Wochentage Dienstag und Mittwoch. Bei Fahrten am späten Nachmittag ist demnach die Chance auf günstige Fahrkarten höher als am Vormittag.

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