Der Autozulieferer ZF hatte sich an milliardenschweren Investitionen in die Elektromobilität verhoben. Das macht sich nun in der Bilanz bemerkbar. Weil unprofitable Produkte für E-Autos abgeschrieben werden müssen, ist das Unternehmen noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Der Verlust nach Steuern verdoppelte sich gegenüber dem schon schwierigen Vorjahr auf 2,1 Milliarden Euro, wie ZF mitteilte.
Das vorzeitige Ende von Projekten, die sich wegen des zu langsamen Hochlaufs von Elektroautos nicht rechneten, führte zu Sonderbelastungen von rund 1,6 Milliarden Euro. »Aber so nehmen wir Steine aus dem Rucksack für den Aufstieg in den kommenden Jahren«, sagte ZF-Chef Mathias Miedreich. ZF hatte schon Ende Januar auf die Belastung hingewiesen, diese aber noch nicht beziffert.
»Das operative Geschäft weist Richtung Zukunft«
Operativ habe ZF Fortschritte erzielt. So sei das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von rund 1,47 Milliarden Euro auf rund 1,75 Milliarden Euro gestiegen. »Die Bilanz zeigt die Last der Vergangenheit, das operative Geschäft weist Richtung Zukunft«, sagte Miedreich. Im laufenden Jahr ist demnach aber keine Besserung in Sicht. »Das Gesamtbild hat sich nicht geändert: Wir sehen keine durchgreifende Belebung der Nachfrage. Es gilt, in einer Situation ohne nennenswertes Marktwachstum zu bestehen«, sagte Finanzchef Michael Frick. Der Umsatz wird daher mit 38 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau erwartet.
Die Krise der Autoindustrie verschärfte sich im vergangenen Jahr durch die hohen US-Importzölle, Lieferkettenprobleme und wachsende Billigkonkurrenz in China. Nach großen Übernahmen ist ZF zudem mit 10,2 Milliarden Euro hoch verschuldet.
Die Krise bei ZF führte 2025 zu einem großen Konflikt mit dem Betriebsrat über den Abbau von bis zu 14.000 Arbeitsplätzen in der Antriebssparte in Deutschland. Der Mitte 2024 angekündigte Stellenabbau werde wie geplant sozialverträglich umgesetzt, teilte ZF mit. Die Zahl der Beschäftigten sank im vergangenen Jahr in Deutschland um fünf Prozent auf 49.210 und schrumpfte weltweit ebenso stark auf gut 153.000.

vor 2 Stunden
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