Australien: Anthony Albanese entschuldigt sich für Kylie-Minogue-Kommentar im Comedy-Podcast

vor 2 Tage 2

Der australische Premierminister Anthony Albanese, 63, hat sich für seine jüngsten Bemerkungen in einem Comedy-Podcast entschuldigt. Sein Büro veröffentlichte am Montag eine knappe Stellungnahme, darin wird der Labor-Politiker mit den Worten zitiert: »Ich entschuldige mich unmissverständlich für die Äußerungen.«

Behalten Sie den Überblick: Jeden Werktag gegen 18 Uhr beantworten SPIEGEL-Autorinnen und -Autoren die wichtigsten Fragen des Tages im Newsletter »Die Lage am Abend« – hintergründig, kompakt, kostenlos. Hier bestellen Sie Ihr News-Briefing als Mail.

Vorausgegangen war ein Auftritt Albaneses bei der australischen Comedy-Podcasterin Nikki Osborne, die Folge von »Bush Deep« wurde Ende vergangener Woche veröffentlicht . Im Gespräch der beiden ging es unter anderem um den Hund des Politikers oder Geschenke, die er von Staats- und Regierungschefs erhalten habe. Außerdem bat Osborne den Politiker zu einer schnellen Fragerunde im Spiel »Shag, Marry, Date«: Dabei werden dem Befragten drei Namen vorgegeben und er muss entscheiden, wen davon er am ehesten zum Sex (shag), Heiraten (marry) oder Ausgehen (date) auswählen würde.

Podcasterin Osborne warf die Namen Kylie Minogue, Nicole Kidman und Rhonda Burchmore in die Runde, alle drei beliebte australische Entertainerinnen. Albanese zögerte zunächst und verwies darauf, dass er gerade erst seit sechs Monaten verheiratet sei. Schließlich ließ er sich aber doch zu einer Antwort verleiten: »Kylie, ganz klar.«

Osborne: »Sie würden Kylie heiraten, mit ihr schlafen und mit ihr ausgehen?«

Albanese: »Alles davon. Sie ist großartig.«

An einer anderen Stelle des Interviews fragte Osborne noch, ob Albanese und seine Frau »wie die Kaninchen vögeln« würden. Albanese antwortete darauf: »Na ja, wenn wir Zeit haben.« Und: »Nach dem Rugby.« Ein Sieg seines Lieblingsteams, Souths Sydney Rabbitohs, sei »immer ein gutes Aphrodisiakum«.

Der Auftritt Albaneses löste im Land viel Kritik aus. Seine Aussagen seien »komplett unangemessen«, sagte die Abgeordnete Zali Steggall (Community Strong). Albanese hätte niemals bei dem Spiel mitmachen dürfen. Auch die Schattenministerin für Kommunikation, Sarah Henderson (Liberal Party), verurteilte die »schmutzigen Bemerkungen« des Premierministers und erklärte: »Die Australier verdienen Besseres.«

Politiker aller Lager geben regelmäßig lockere Interviews mit Podcastern, Radiomoderatoren oder Influencern. Albaneses Auftritt bei Osborne zeigt, wie Politiker so zunehmend versuchen, neue Wählergruppen zu erreichen.

Gesamten Artikel lesen