Mit dem Weltraumteleskop Hubble wurden schon vor etwa neun Jahren erstmals Hinweise dafür gefunden, dass ein Komet nach dem Vorbeiflug an der Sonne seine Drehrichtung umgekehrt hat. Das hat David Jewitt von der University of California in Los Angeles anhand von Archivaufnahmen ermittelt, wie die NASA berichtet. Diese und Daten des NASA-Weltraumteleskops Swift zeigen demnach, dass sich der Komet 41P/Tuttle-Giacobini-Kresák im Mai 2017 erst langsamer und im Dezember desselben Jahres viel schneller gedreht hat. Die einfachste Erklärung sei, dass seine Rotation durch Ausgasungen gebremst und schließlich umgedreht wurde. Am Ende habe er sich innerhalb von 14 Stunden einmal um sich gedreht, nachdem er für eine Rotation in der Gegenrichtung vorher 46 bis 60 Stunden gebraucht habe.
Komet vor seinem Ende?
Der Komet 41P benötigt für einen Umlauf um die Sonne etwa 5,4 Jahre, bekannt ist er schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Daten des Weltraumteleskops Hubble stammen von seiner Sonnenannäherung (Perihel) im Frühjahr 2017, damals wurde er auch mit dem Swift-Teleskop beobachtet. Die Daten zeigen laut der NASA, dass seine Aktivität deutlich zurückgegangen war. Gegenüber 2001 habe er deutlich weniger Gas ausgestoßen. Trotzdem hat das offenbar ausgereicht, um seine Drehrichtung umzukehren. Die Messdaten zeigen zudem, dass der Komet einen Durchmesser von etwa einem Kilometer hat, womit er vergleichsweise klein ist. Dadurch können die Ausgasungen seine Bewegungen auch leichter beeinflussen.
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Auch wenn Kometen eher zu den kurzlebigeren Himmelskörpern gehörten, vollziehen sich Änderungen ihrer Struktur normalerweise über Jahrhunderte oder länger, erklärt die NASA. Verantwortlich dafür ist die Sonne, vor allem, wenn sie auf ihrer Umlaufbahn der Sonne besonders nahekommen. Bei jedem dieser Annäherungen verlieren Kometen an Masse, weil flüchtiges Material herausgerissen wird. Die rasche Umkehrung der Rotation deute nun aber große Veränderungen bei solch einem Himmelskörper an, die sich auf einer für den Menschen nachvollziehbaren Zeitskala abspielten. Jewitt geht sogar davon aus, dass der Komet bald zerstört wird. 41P wird 2028 zum nächsten Mal an der Sonne vorbeikommen. Die Forschungsarbeit ist in The Astronomical Journal erschienen.
(mho)












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