Android-Verifizierung: Google bestätigt Zeitplan und nennt App-Stores

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Google setzt seine im August 2025 angekündigten Pläne zur Verifizierung von Apps und Entwicklern für Android-Geräte weiter fort. Am Donnerstag, den 18. Juni, hat Google im Android Developers Blog ein Update zur Entwicklerüberprüfung für Android veröffentlicht, deren Einführung für später in diesem Jahr geplant ist und bis ins Jahr 2027 andauern wird. Das Unternehmen nennt zudem erste App-Stores, die am Programm teilnehmen, und einen Zeitplan für wichtige Funktionen, wie den „Advanced Flow“ zur Umgehung der Verifizierung für nicht verifizierte Apps.

Im Blogbeitrag bestätigt Matthew Forsythe, Director of Product Management, Google Play Developer Experience & Chief Product Explainer, dass das Entwickler-Verifizierungssystem wie vorgesehen am 30. September in Betrieb gehen soll. Die Einführung sei zunächst auf Länder mit einer hohen Zahl an App-Betrugsfällen beschränkt, zu diesen gehören Brasilien, Indonesien, Singapur und Thailand.

Google hat im März seine neue Entwicklerkonsole veröffentlicht, die externen Entwicklern ermöglicht, gegen eine einmalige Kontogebühr von 25 US-Dollar ihre Identität und Apps vorzeitig zu verifizieren. Seitdem haben Entwickler Millionen von Apps registriert, die nahezu alle Installationen auf Google Play sowie einen Großteil der Installationen außerhalb von Google Play abdecken, so Google.

Ab dem 30. September werden die Maßnahmen der Entwicklerüberprüfung in Brasilien, Indonesien, Singapur und Thailand eingeführt. Damit blockiert Google die Installationen von unbekannten Entwicklern. Diese App-Stores sind zum Start dabei:

  • Google (Google Play)
  • Honor (HONOR App Market)
  • OPlus (OPPO App Market)
  • Samsung (Galaxy Store)
  • Transsion (Palm Store)
  • Vivo (V-Appstore)
  • Xiaomi (GetApps)

Vor dem Stichtag im September wird Google im August die sogenannten „Limited Distribution“-Konten einführen. Dieses Android-Entwicklerkonto richtet sich an Studenten, Hobbyentwickler und Lernende und ermöglicht es ihnen, ihre Apps auf bis zu 20 Geräte zu übertragen, ohne dass bei Google ein Ausweis vorgelegt oder eine Gebühr entrichtet werden muss.

Ferner wird dann auch eine neue Android-Developer-Console-API weltweit eingeführt, wie auch der „Advanced Flow“ für die Installation von Apps von nicht verifizierten Entwicklern. Dieser Ablauf erlaubt das Sideloading nicht verifizierter Apps, erfordert aber den Neustart des Geräts und eine 24-stündige Wartezeit. Der Advanced Flow richtet sich Google zufolge primär an erfahrene Nutzer. Dieses Verfahren muss laut Google nur einmal durchgeführt werden und kann auf ein neues Gerät übertragen werden.

Nach dem 30. September wirkt die Roadmap noch recht nebulös.

(Bild: Google)

Eine Ausnahme gibt es ebenfalls: Wer seine Apps über die Android Debug Bridge (ADB) am PC installiert, ist vom Advanced Flow nicht betroffen und muss auch keine 24 Stunden warten, so soll es in Zukunft auch bleiben.

Überdies wird Google einen neuen Systemdienst namens „Android Developer Verifier“ (com.google.android.verifier) auf Geräten mit Android 8 und neuer einführen. Dieser Dienst wird offenbar serverseitig ohne das Zutun der Nutzer über die Google-Play-Dienste eingespielt. Nach der Installation „überprüft der Dienst, ob eine App bei einem verifizierten Entwickler registriert ist“. Die Einführung dieses Hintergrunddienstes beginnt im Juni.

Google führt außerdem die Android-Developer ID Status API ein, um die App-Registrierung zu vereinfachen. Damit können Entwickler „Apps in großen Mengen oder direkt über [ihre] CI/CD-Pipelines (Continuous Integration and Deployment) registrieren“.

Der von Google genannte Zeitplan nach dem 30. September ist nur grob skizziert. Das Unternehmen schreibt lediglich, dass der Verifizierungsprozess für Entwickler bis „2027 und darüber hinaus“ zu einer weltweit geltenden Richtlinie gemacht wird.

Derweil laufen unabhängige Entwickler und Open-Source-App-Stores wie F-Droid seit der Ankündigung der Entwickler-Verifizierung Sturm gegen Googles Pläne. Sie sagen unter anderem, dass die neuen Regeln Google zum Gatekeeper für alle Android-Apps machen würde.

In einem vor einigen Monaten veröffentlichten offenen Brief werfen Akteure und Unternehmen aus der Open-Source-Szene sowie aus der Zivilgesellschaft Google weiter vor, dass so künstliche Zugangshürden geschaffen würden, und befürchten Datenschutzrisiken durch eine zentrale Datenbank von Android-Entwicklern in der Hand des Unternehmens. Ferner könne es zu Wettbewerbsverzerrungen kommen, wenn Google über eine solche Registrierung Daten sammelt, wer welche Apps anbietet.

(afl)

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