Vandalismus gilt bis heute als Synonym für sinnlose Zerstörungslust, noch mehr als anderthalb Jahrtausende nach der Plünderung Roms 455 nach Christus durch die Vandalen während der Völkerwanderung. Wenigstens haben die „Vandalen“, die Donald Trump für die Schäden am Reflecting Pool in Washington verantwortlich macht, nicht gleich die gesamte Hauptstadt des amerikanischen Imperiums demoliert. Gewiss hätten die Namensgeber nicht das Gold aus Trumps Weißem Haus unangetastet gelassen. Die Vandalen waren Ostgermanen aus dem Raum der heutigen Slowakei und Siebenbürgens. 406 überschritten sie die Rheingrenze, ab 429 eroberten sie ein besonders prächtiges Stück des zerfallenden weströmischen Imperiums: Nordafrika mit der Hauptstadt Karthago. Von dort aus plünderten sie unter ihrem Anführer Geiserich die Mittelmeerküsten, prominentestes Opfer war eben Rom selbst, das die Vandalen zwar gründlich ausraubten, aber entgegen ihrem Ruf sogar weitgehend unbeschädigt ließen. 534/35 bereitete eine Expedition des oströmischen Feldherrn Belisar dem Vandalenreich ein jähes, von wenigen betrauertes Ende. Die Vandalen selbst gingen in der römisch-afrikanischen Bevölkerung auf.
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