Sie lebe gerne in New York City, hatte Annalena Baerbock zuletzt erklärt, wegen der „Anonymität“; weil sie es genieße, in der Stadt „unterzugehen“. Da erscheint es folgerichtig, dass sie nach ihrer einjährigen Amtszeit als Präsidentin der UN-Generalversammlung nicht bloß in der Stadt bleibt – sondern als „Professorin für Global Leadership“ an die Columbia University geht. Die private Hochschule, gegründet 1754, gehört zu den bekanntesten und besten Universitäten der Welt. Unter anderem fünf US-Präsidenten und 88 Nobelpreisträger studierten oder arbeiteten hier. Baerbock wird auf diesem Campus wie in der Stadt wohl eine von vielen sein. Bekannt ist die Columbia neben berühmten Alumni auch für ihre Protestkultur, unter anderem demonstrierten 1968 Hunderte Studierende gegen den Vietnamkrieg. Im vergangenen Jahr wurde die Uni von Protesten gegen den Gaza-Krieg erschüttert. Die Trump-Regierung warf der Leitung daraufhin vor, Antisemitismus zu dulden. Und die Columbia? Knickte ein. Um an eingefrorene Fördermittel des Bundes zu kommen, erklärte sie, Demonstranten der Universität zu verweisen und 200 Millionen Dollar Strafe zu zahlen.
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