Energiegutscheine, Steuersenkungen und bessere Verteilung von Flugkraftstoff: Mit einem Maßnahmenpaket will die EU-Kommission auf gestiegene Öl- und Gaspreise reagieren.
22. April 2026, 12:08 Uhr Quelle: DIE ZEIT, Reuters, voi
Die EU-Kommission hat angesichts der steigenden Öl- und Gaspreise infolge des Irankriegs eine Reihe von Maßnahmen vorgeschlagen. Unter anderem sieht das Paket namens AccelerateEU eine Optimierung der Verteilung von Flugkraftstoff zwischen den EU-Ländern vor, um Engpässe zu vermeiden.
Als kurzfristige Maßnahmen gegen die Preissteigerungen schlägt die Brüsseler Behörde zudem Energiegutscheine, die Senkung von Stromsteuern und gezielte Subventionsprogramme vor. Langfristig soll zudem die Befüllung der Gasspeicher der EU-Mitgliedstaaten koordiniert werden, um Preissprünge durch gleichzeitige Großeinkäufe zu verhindern.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte, die Maßnahmen würden der EU helfen, »den Herausforderungen von heute und den Krisen von morgen zu begegnen«. Zugleich machte sie deutlich, dass Europa die aktuelle Krise als Anlass nutzen müsse, um sich strukturell neu aufzustellen: »Wir müssen den Übergang zu heimischen, sauberen Energien beschleunigen. Dies wird uns Energieunabhängigkeit und -sicherheit verschaffen und dazu führen, dass wir geopolitische Turbulenzen besser überstehen können.«
Mit dem Paket reagiert die Kommission auf den wachsenden Druck aus den Mitgliedstaaten, angesichts steigender Energiepreise und unsicherer Lieferketten schnell und koordiniert zu handeln. Zugleich teilte EU-Energiekommissar Dan Jørgensen mit, dass die EU keine Absicht habe, ihre Pläne zum Ausstieg aus russischem Gas zu ändern. »Meiner Meinung nach wäre es ein großer Fehler, wieder russische Energie zu importieren«, sagte der Däne.

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