Chinas Ex-Regierungschef Zhu Rongji ist tot. Er stellte die entscheidenden Weichen für den wirtschaftlichen Aufstieg des Landes. Seine Reformen wirken bis heute fort.
Quelle: DIE ZEIT, dpa, AP, AFP, bda Aktualisiert am 12. August 2026, 14:20 Uhr
Der frühere chinesische Ministerpräsident Zhu Rongji ist im Alter von 97 Jahren gestorben. Er sei an diesem Mittwoch in Peking einer Krankheit erlegen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Zhu war von 1998 bis 2003 Ministerpräsident und gilt als einer der Architekten des rasanten wirtschaftlichen Aufstiegs Chinas.
Zhu trieb weitreichende Wirtschaftsreformen voran. Er setzte Staatsunternehmen unter Druck, effizienter und profitabler zu werden. Dabei suchte er die Konfrontation mit konservativen Kräften in der Kommunistischen Partei und Managern staatlicher Unternehmen. Die Reformen kosteten Millionen Menschen ihre Arbeitsplätze, trugen aber dazu bei, Chinas wirtschaftlichen Aufstieg zu beschleunigen.
Eine zentrale Rolle spielte Zhu auch beim Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation (WTO) im Dezember 2001. Die Mitgliedschaft öffnete China stärker für den Welthandel und trug dazu bei, das Land zum weltgrößten Exporteur zu machen. Zhu war für seinen fordernden Führungsstil und seine scharfe Zunge bekannt. Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt trat er nur noch selten öffentlich auf. Viele Weggefährten, darunter der einstige US-Außenminister und China-Kenner Henry Kissinger oder Altbundeskanzler Helmut Kohl, schätzten Zhu. Für ein 2015 erschienenes Buch von Zhu schrieben beide das Vorwort.

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