Themis besteht Generalprobe: Die Europäische Raumfahrtagentur (European Space Agency, ESA) hat erfolgreich einen Startvorgang für den Prototyp der wiederverwendbaren europäischen Rakete durchgeführt. Einen Starttermin gibt es noch nicht.
Für den Test auf dem Startplatz European Space and Sounding Rocket Range (Esrange) bei Kiruna in Nordschweden wurde die Rakete mit mehreren Tonnen flüssigen Stickstoffs betankt, der eine Temperatur von minus 200 Grad Celsius hatte. Ziel war, zu testen, ob das gesamte System mit der extremen Kälte und dem hohen Druck zurechtkommt und ob alle Systeme unter diesen Bedingungen ordnungsgemäß funktionieren. Der Test fand bereits am 23. Juli statt, wie die ESA erst jetzt mitgeteilt hat.
100 Meter aufsteigen und dann wieder landen
Themis ist ein 28 Meter hoher Prototyp mit dem wiederverwendbaren Prometheus-Triebwerk, das mehrfach gezündet und gedrosselt werden kann. Bei dem Testflug soll Themis etwa 100 Meter hoch aufsteigen, kontrolliert absteigen und schließlich auf einem etwa 20 mal 20 Meter großen Landeplatz aufsetzen. Zum Vergleich: Grasshopper, der Demonstrator des US-Raumfahrtunternehmens SpaceX, ist erstmals 2013 aufgestiegen und wieder gelandet.
Das Prometheus-Triebwerk hat eine ähnliche Leistung wie das Vulcain-Triebwerk der Ariane 6. Es wird aber mit flüssigem Sauerstoff und flüssigem Methan betrieben. Beim Vulcain kommen Sauerstoff und Wasserstoff zum Einsatz. Bei dem Test, dem sogenannten Wet Dress-Rehearsal setzte die ESA aus Sicherheitsgründen Stickstoff ein, der nicht entflammbar ist.
Die bei dem Test gesammelten Daten seien wichtig für den ersten Start von Themis. Wann der stattfinden soll, hat die ESA nicht mitgeteilt.
(wpl)












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