Im legendären roten Umhang, das große »S« für »Superman« auf der Brust, kämpft derzeit auf der Insel Borneo ein engagierter Teenager gegen die Flammen.
In einem YouTube-Video ist zu sehen, wie der 17-jährige Rudiyansah mit Unterstützern einer Reihe von Schwelbränden zu Leibe rückt. Dabei trägt er Gummistiefel, eine Atemmaske mit Sichtschutz und knallrote Shorts, die ein bisschen zu weit sind.
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Indonesien erlebt derzeit heftige Waldbrände. Zwischen Januar und Juli verbrannten bereits mehr als 200.000 Hektar Land – 95.000 Hektar allein im Juli.
Laut eigenen Angaben nutzt Rudiyansah schon seit 2023 seine Freizeit nach der Schule, um beim Löschen von Waldbränden zu helfen. In der Stadt Palangkaraya hat er sich einer freiwilligen Feuerwehr angeschlossen, die sein Vater gegründet hat, um schwelende Torfböden zu löschen.
Im laufenden Jahr habe er sich »einfach nur zum Spaß« entschieden, beim Kampf gegen die Flammen das Superman-Kostüm zu tragen, so der 17-Jährige. »Ehrlich gesagt bin ich wirklich glücklich, weil ich den Einheimischen helfen kann, auch wenn es sehr anstrengend ist«, sagte er der Nachrichtenagentur AFP.
Rudiyansah in Aktion: »Wirklich glücklich, weil ich den Einheimischen helfen kann«
Foto: Ajeng Dinar Ulfiana / REUTERSEin Video, das ihn beim Besprengen von Laub und Pflanzen zeigt, ging viral und erzielte Millionen Aufrufe. Der indonesische Forstminister betitelte Rudiyansah daraufhin als »Waldheld«.
Dass sein Kunstfaser-Outfit sehr schnell selbst in Flammen aufgehen könnte, ist dem Aktivisten bewusst: Rudiyansah gibt an, er befeuchte sein Kostüm leicht, bevor er aufs Feld gehe, um zu verhindern, dass es Feuer fängt. Auch wasche er seine Verkleidung jede Nacht.
Der 17-Jährige träumt demnach davon, eines Tages Waldhüter zu werden – und ermutigt andere Feuerwehrleute, trotz der Herausforderungen beim Löschen der Brände weiterzumachen. »An alle Freiwilligen und Feuerwehrleute in ganz Indonesien: Bewahrt euren Kampfgeist im Einsatz gegen die Flammen«, sagte Rudiyansah.
»Waldheld« Rudiyansah: »Bewahrt euren Kampfgeist im Einsatz gegen die Flammen«
Foto: Ajeng Dinar Ulfiana / REUTERSDie Waldbrandsaison in Indonesien wird in diesem Jahr durch das Wetterphänomen El Niño verstärkt, das die Dürre noch verschärft. Die von Bränden betroffene Fläche ist bereits größer als bei vorherigen El-Niño-Ereignissen in den Jahren 2019 und 2023. Den Rekord von 2015 hat sie aber noch nicht erreicht. Damals vernichteten die Flammen Millionen Hektar Land.
Dutzende Brandstifter festgenommen
Oft ist es die illegale Brandrodung, die zu großflächigen Feuern mit starker Rauchentwicklung führt. Aktuell hat die indonesische Polizei 72 mutmaßliche Brandstifter festgenommen, die für etliche Brandherde in den Wäldern von Sumatra und Kalimantan verantwortlich sein sollen.
Das Motiv sei eindeutig die Rodung von Land gewesen, sagte ein Sprecher der indonesischen Polizei am Montag dem Nachrichtenportal »Jakarta Post«. Man habe in fünf Provinzen Kalimantans und vier Provinzen Sumatras mittels Satellitenüberwachung Beweise dafür erbracht, dass die Brände vorsätzlich gelegt worden seien.
Kalimantan, der indonesische Teil der Insel Borneo, ist am stärksten betroffen. In West-Kalimantan näherten sich die Brände einem Orang-Utan-Auswilderungszentrum. Etwa 60 Tiere wurden in Sicherheit gebracht. Die Brände verursachten auch grenzüberschreitenden Smog; Hunderte Schulen wurden geschlossen. Das Gesundheitsministerium warnte vor Atemwegsproblemen.
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