Die Türkei, Saudi-Arabien und Pakistan haben wollen sich gegenseitig verteidigen. Mit der türkischen Nato-Mitgliedschaft sei das vereinbar, heißt es vonseiten der Türkei.
Quelle: DIE ZEIT, AFP, Reuters, dar 8. August 2026, 1:04 Uhr
Die türkische Regierung hat das neue Verteidigungsabkommen mit Saudi-Arabien und Pakistan gegen Kritik verteidigt. Das Abkommen stehe »nicht im Widerspruch zu den Verpflichtungen der bestehenden internationalen Bündnisse der Türkei, einschließlich jener im Rahmen der Nato«, teilte die für die Bekämpfung von Desinformation zuständige Stelle der türkischen Regierung mit.
Der Pakt sei vielmehr ein »ergänzender Kooperationsmechanismus«, der die regionale Sicherheit unterstütze. »Die Entwicklung regionaler Partnerschaften durch die Türkei ist keine Alternative zu ihrer Nato-Mitgliedschaft«, teilte die Regierungsstelle mit. Kritik an dem neuen Abkommen bezeichnete sie als »haltlose Behauptungen und manipulative Beiträge«.
Abkommen könnte Signal an Iran und Israel sein
Bereits zuvor hatte die türkische Präsidentschaft erklärt, der Pakt richte sich »nicht gegen ein bestimmtes Land«. Manche Experten sehen darin dennoch ein klares Signal an den Iran. Der Politikwissenschaftler Umar Karim von der Universität Birmingham etwa bezeichnete das Bündnis gegenüber der Nachrichtenagentur AFP als »eindeutig auf den Iran ausgerichtet«.
Burcu Özçelik vom Thinktank RUSI sagte, das Abkommen ziele darauf ab, der iranischen Vorherrschaft in der Region entgegenzuwirken und zugleich eine Abschreckung gegenüber Israel aufzubauen.
Inhalt des Militärabkommens nicht veröffentlicht
Die Türkei, Saudi-Arabien und Pakistan hatten das Abkommen am Freitag beschlossen. Der genaue Text des Abkommens wurde jedoch nicht veröffentlicht, es ist also nicht bekannt, worauf die Regierungschefs sich geeinigt haben. Nach Angaben des pakistanischen Außenministeriums sieht die Vereinbarung vor, einen Angriff auf einen der drei Staaten als Angriff auf alle anzusehen. Der Pakt solle damit die »kollektive Abschreckung« stärken.
In einer gemeinsamen Erklärung bekannten sich die drei Länder dazu, ihre kollektive Sicherheit weiter zu stärken sowie Frieden und Stabilität in der Region zu fördern. Das Abkommen wurde vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs und der jüngsten Angriffe auf Golfstaaten geschlossen. Saudi-Arabien hatten bereits im vergangenen Jahr ein bilaterales Verteidigungsbündnis mit Pakistan beschlossen.

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