US-Sanktionen gegen Iran: Irans Präsident räumt wirtschaftliche Schwierigkeiten des Landes ein

vor 1 Woche 2

Massud Peseschkian spricht von »erheblichen Ungleichgewichten« im Iran. Parlamentspräsident Ghalibaf warnt die USA vor Konsequenzen ihres angekündigten Wirtschaftskriegs.

Quelle: DIE ZEIT, dpa, 24. August 2026, 6:50 Uhr

US-Sanktionen Iran Donald Trump Nathaniel Bessent Straße von Hormus
Irans Präsident Massud Peseschkian beschwört die Widerstandskraft und Stärke seines Landes, spricht aber auch Probleme an. © -/​Iranian Presidential Office/​AFP via Getty Images

Irans Präsident Massud Peseschkian hat wirtschaftliche Schwierigkeiten seines Landes eingeräumt. Der Iran sei »mit einem umfassenden wirtschaftlichen, militärischen und sicherheitspolitischen Krieg konfrontiert«, sagte Peseschkian in einer Rede. Es gebe »erhebliche Ungleichgewichte« in der Versorgung mit Wasser, Strom, Gas und Benzin. Peseschkian zeigte sich aber überzeugt, dass der Iran dem Druck standhalten werde, da das Volk zusammenstehe und widerstandsfähig sei.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi sagte, wirtschaftliche Kriegsführung sei ein immer wiederkehrendes Muster und Teil der langjährigen Einschüchterungstaktik der USA. Der Iran habe gelernt, damit umzugehen.

Iran warnt USA vor Wirtschaftskrieg

Derweil warnte der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf die USA vor schweren Konsequenzen ihres angekündigten Wirtschaftskriegs. Ghalibaf teilte auf der Plattform X einen Comic, der nahelegte, dass verschärfte Sanktionen gegen sein Land die USA wie ein Bumerang selbst treffen würden.

An dieser Stelle ist ein externer Inhalt eingebunden

Zum Anschauen benötigen wir Ihre Zustimmung

Der Chef des nationalen Sicherheitsrats, Mohsen Resai, drohte zudem allen ölreichen Nachbarländern, sollten sie sich den Sanktionen der USA anschließen. Man werde jeden, der das tue, als Feind betrachten, sagte Resai im Staatsfernsehen. Zudem werde der Iran in diesem Fall nicht nur Öllieferungen durch die Straße von Hormus, sondern auch in anderen Routen in der Region blockieren. Nicht ein Tropfen Öl werde den Persischen Golf passieren, sagte Resai im Staatsfernsehen.

Die iranischen Drohungen kamen vor einer für heute angekündigten Pressekonferenz von US-Finanzminister Scott Bessent in Washington, D. C., bei der er die »härtesten Sanktionen der Geschichte« gegen den Iran vorstellen will. Nachdem die militärischen Kampfhandlungen nachgelassen haben, wollen die USA Iran nun wirtschaftlich bezwingen. Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch einen »wirtschaftlichen D-Day« für den Iran angekündigt und Unterstützern der Regierung in Teheran mit schweren Maßnahmen gedroht.

Pakistans Armeechef in Teheran erwartet

Unterdessen kündigte der iranische Außenamtssprecher Ismail Baghai laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna für heute einen Besuch des pakistanischen Armeechefs Asim Munir in Teheran an. Die Reise erfolge im Rahmen der »wohlwollenden Bemühungen« Pakistans zur Stärkung von Frieden und Sicherheit in der Region, hieß es.

Pakistan und andere Vermittler bemühen sich Berichten zufolge darum, in dem Konflikt zwischen den USA und Iran Fortschritte hin zu einer Einigung zu erzielen. 

Lesen Sie die wichtigsten Entwicklungen im Irankrieg in unserem Liveblog.

Gesamten Artikel lesen