US-Basketball: Enes Kanter Freedom nach Provokation aus Arena geworfen

vor 1 Woche 2

Enes Kanter Freedom ist bei einem Spiel der US-Basketballliga WNBA aus der Halle verwiesen worden. Der ehemalige NBA-Star hatte beim Spiel zwischen Chicago Sky und Indiana Fever in der ersten Reihe gesessen.

Dem Rauswurf von Kanter Freedom war ein Vorfall kurz vor Ende des dritten Viertels vorangegangen. Erst traf Natasha Cloud für Chicago, dann nahm Indiana eine Auszeit. Während der Auszeit ging Cloud auf Kanter Freedom zu, schrie in seine Richtung und zeigte auf ihn. Kanter Freedom breitete die Arme aus und sagte ebenfalls etwas zu Cloud. Was genau, war in der TV-Übertragung nicht zu vernehmen.

Bevor die Situation endgültig eskalierte, gingen Mitspielerinnen und Sicherheitskräfte dazwischen. Anschließend wurde Kanter Freedom aus dem Innenraum der Arena geleitet.

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Kanter Freedom trug bei dem Spiel ein Shirt mit der Aufschrift: »WOMAN – noun. adult human female.« Übersetzt heißt das: »Frau, Substantiv: erwachsener weiblicher Mensch.«

Dieses T-Shirt ist das nächste Kapitel im Streit über die Teilnahme von trans Basketballerinnen in den USA.

Die WNBA ist zuletzt verstärkt in den Fokus einer Debatte geraten, ob trans Frauen in der Liga spielen dürfen sollten. Als trans Frauen werden Menschen bezeichnet, denen bei der Geburt das männliche Geschlecht zugewiesen wurde, die sich jedoch als Frauen identifizieren. Bislang hat keine trans Frau in der WNBA gespielt.

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Zwar steht im Tarifvertrag der Liga, dass die WNBA auf Frauen beschränkt ist, doch es gibt keine genaueren Regelungen zur Geschlechtsidentität oder zum bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht.

Kanter Freedom provoziert und sieht sich dann ungerecht behandelt

Im Fokus der Debatte steht Sophie Cunningham von Indiana Fever. »Ich will junge Mädchen in der Umkleidekabine beschützen«, sagte die Basketballerin in einem großen Porträt, das der US-Sportsender ESPN im Juli veröffentlichte. »Junge Mädchen im Sport sollten nicht gegen biologische Männer antreten«, so Cunningham. Zuvor hatte sie gesagt: »Ich bin hier, um Liebe zu verbreiten. Aber ich glaube auch, dass zu dieser Liebe die Wahrheit gehört – ehrlich zu sein.«

Die Diskussion wird seitdem immer absurder. Enes Kanter Freedom und Royce White, zwei politisch aktive Ex-NBA-Spieler, haben jeweils verkündet, in der WNBA spielen zu wollen. »Wenn eine einfache Selbsterklärung bereits ausreicht, dann erfülle ich jede einzelne Voraussetzung, um in der WNBA anzutreten«, sagte Kanter Freedom.

Nun legte er mit seinem T-Shirt nach. Cloud fühlte sich von Kanter Freedoms Anwesenheit offenbar provoziert. Nach dem Spiel äußerte sie sich nicht.

Viele Spielerinnen sprechen sich für eine Teilnahme von trans Athletinnen aus. »Ich bin für Integration. Ich finde, der Sport ist dafür da, Leute zu verbinden und zusammenzubringen. Ich fände es schade, wenn man Leute ausschließt«, sagte etwa die deutsche Nationalspielerin Luisa Geiselsöder. Bislang gab es keine trans Sportlerin in der WNBA.

Kanter Freedom schrieb auf X: »Ich wurde gerade aus einem WNBA-Spiel geworfen, weil ich FRAUEN unterstütze! Lasst euch das mal auf der Zunge zergehen, AMERIKA!«

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Vor dem Verlassen der Arena sprach Kanter Freedom noch mit mehreren Polizisten. Ob er strafrechtliche Konsequenzen zu befürchten hat, ist unklar.

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