US-Außenpolitik: Trump ruft 17 Staaten zu Armee-Einsatz gegen Drogenkartelle auf

vor 3 Stunden 1

Bei einem Treffen mit Staatschefs aus Lateinamerika hat Donald Trump für Raketenschläge gegen Drogenhändler geworben. Er kündigte zudem "große Veränderungen" in Kuba an.

8. März 2026, 5:04 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP,

 US-Präsident Donald Trump macht Raketen zum Thema seines Treffens mit Staatschefs aus Lateinamerika in seinem Golfklub Doral.
US-Präsident Donald Trump macht Raketen zum Thema seines Treffens mit Staatschefs aus Lateinamerika in seinem Golfklub Doral. © Rebecca Blackwell/​AP/​dpa

US-Präsident Donald Trump hat die Staaten Lateinamerikas aufgerufen, militärisch gegen Drogenkartelle vorzugehen, und ihnen dabei die Unterstützung der USA angeboten. "Wir arbeiten mit Ihnen zusammen, um alles zu tun, was wir tun müssen", sagte Trump bei einem Treffen mit Staatschefs verbündeter lateinamerikanischer Länder in der Nähe von Miami. Dabei drängte Trump auf Armee-Einsätze. "Der einzige Weg, diese Feinde zu besiegen, ist die Entfesselung der Macht unserer Streitkräfte", sagte er. Zu den Teilnehmern zählten der argentinische Präsident Javier Milei und die Staatschefs Ecuadors und El Salvadors, Daniel Noboa und Nayib Bukele.

Die Zusammenkunft in Trumps Golfklub Doral war das Gründungstreffen der Initiative The Shield of the Americas (etwa: Schutzschild Amerikas). Die Koalition aus 17 Teilnehmerstaaten verpflichtet sich nach Angaben des Weißen Hauses zu einer Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Drogenkartelle und gegen Sicherheitsbedrohungen in der Region. Zur Sonderbeauftragten für die Initiative hat Trump die Republikanerin Kristi Noem ernannt, die er am Donnerstag als Heimatschutzministerin entlassen hatte.

Bei dem Treffen mit lateinamerikanischen Staatschefs bezeichnete Trump Drogenkartelle als "Krebsgeschwür" und beschrieb Militärschläge wie ein Spiel. "Wir werden Raketen einsetzen. Sie wollen, dass wir Raketen einsetzen? Die sind extrem präzise", sagte der US-Präsident. "'Piu', direkt ins Wohnzimmer. Das ist das Ende dieses Kartellmitglieds." In Mexiko war es im Februar nach einem Militäreinsatz, bei dem der Drogenboss "El Mencho" getötet wurde, zu schweren Ausschreitungen gekommen.

Ecuadors Präsident Noboa schrieb im Anschluss an das Treffen in einem Onlinedienst, das organisierte Verbrechen habe zu lange geglaubt, dass Amerika sein Territorium sei. "Diese Zeit ist vorbei", schrieb Noboa. Ecuador ist in den vergangenen Jahren zu einer wichtigen Drehscheibe für den internationalen Drogenhandel geworden.

Drohungen gegen Kuba

Neben dem Kampf gegen Drogenbanden war auch Kuba Thema des Gipfels. Trump stellte erneut ein baldiges Ende der kommunistischen Regierung in Havanna in Aussicht: "Ich werde mich um Kuba kümmern", sagte Trump vor den Teilnehmern. "Kuba befindet sich in den letzten Momenten seines Lebens." Der US-Präsident kündigte "große Veränderungen" in dem Inselstaat an.

Zu Jahresbeginn hatten die USA bei einem Militäreinsatz in Venezuela dessen linksnationalistischen venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro gefangen genommen und in ein US-Gefängnis gebracht. Wiederholt machte Trump deutlich, dass er auch Kuba im Visier habe. Nach Maduros Sturz ließ der US-Präsident die Öllieferungen Venezuelas an Kuba unterbinden. Staaten, die Erdöl an den Karibikstaat liefern, drohte er mit zusätzlichen US-Zöllen. Die Ölblockade verschärfte die Wirtschaftskrise in Kuba.

Gesamten Artikel lesen