Orbán steht unter Druck: In Umfragen liegt seine Partei deutlich hinter der seines Herausforderers Magyar. Der autokratische Regierungschef ist während 16 Jahren an der Macht immer wieder mit seiner Nähe zu Russlands Machthaber Wladimir Putin aufgefallen. In der Europäischen Union, der Ungarn seit 2004 angehört, hat er mit seinem Veto Hilfen für die von Russland angegriffene Ukraine blockiert. Seine Regierung steht im Verdacht, Moskau mit Live-Updates von Brüsseler Gipfeln versorgt zu haben .
Im Wahlkampf setzte der ungarische Ministerpräsident auf einen rabiaten Kurs: Er bezichtigt seinen Herausforderer regelmäßig, von fremden Mächten, etwa der Ukraine, gesteuert zu werden. Magyar forderte gar Ermittlungen, weil der Geheimdienst gegen ihn vorgegangen sein soll.
In seinem aktuellen Video sagt Orbán: »Sie kooperieren mit ausländischen Geheimdiensten. (...) Schon jetzt, bevor ihre Stimmen überhaupt ausgezählt worden wären, organisieren sie Proteste und Unruhen.« Und: »Das ist ein organisierter Versuch, um mit Chaos, Druckausübung und internationaler Diffamierung die Entscheidung der ungarischen Menschen in Zweifel zu ziehen.« Beweise für seine Behauptungen zeigt Orbán nicht. Der ungarische Sicherheitsexperte und ehemalige Geheimdienstoffizier Peter Buda weist zudem in einem Substack-Posting darauf hin, dass solche Gerüchte seit einiger Zeit von russischen Social-Media-Kanälen verbreitet werden.
Magyar reagierte umgehend auf Orbáns Botschaft. In seinem Facebook-Video forderte er die Ungarn auf, sich auf keine Provokationen einzulassen und ihre Friedfertigkeit zu bewahren. Orbán werde am Sonntag von Millionen Ungarn abgewählt, die ihm bei bisherigen Wahlen zur Regierungsmacht verhalfen und die er »im Stich gelassen und verraten« habe, sagte Magyar. »Wir ersuchen den scheidenden Ministerpräsidenten, das Urteil des ungarischen Volks mit gebotener Nüchternheit und Würde zu akzeptieren.«
Nicht einmal Trumps Gesandter kann Orbán wohl noch retten: Nur Tage vor der Wahl springt US-Vizepräsident JD Vance Ungarns Premier Orbán bei. Der genießt bei MAGA-Hardlinern einen guten Ruf. Bei seinen eigenen Landsleuten mittlerweile weniger. Mehr über den Vance-Besuch in Ungarn und die Lage im Land kurz vor der Wahl lesen Sie hier .

vor 2 Stunden
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