Der türkische Präsident Erdoğan hat per Dekret die Schließung einer renommierten Privatuniversität in Istanbul angeordnet. Sie war für ihre liberale Ausrichtung bekannt.
Quelle: DIE ZEIT, AFP, Reuters, mga 22. Mai 2026, 10:36 Uhr
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan lässt die liberal ausgerichtete Istanbuler Bilgi-Universität mitten im akademischen Jahr schließen. Wie aus einem im Amtsblatt veröffentlichten Dekret hervorgeht, wurde der bedeutenden privaten Universität mit mehr als 20.000 Studierenden die Betriebsgenehmigung entzogen. Das Dekret bezieht sich auf die in der Türkei gesetzlich verankerte Möglichkeit, eine private Bildungseinrichtung im Falle eines »unzureichenden« Bildungsniveaus schließen zu können.
Die Bilgi-Universität wurde 1996 gegründet. Sie nahm bislang am Erasmus-Austauschprogramm der EU teil und empfing jährlich zahlreiche europäische und internationale Studierende. Zuletzt war sie in Vorwürfe von Geldwäsche und Steuerbetrug verwickelt und wurde seit 2025 von einem gerichtlich bestellten Verwalter geleitet.
Türkischen Medienberichten zufolge können die betroffenen Studierenden ihr Studium an der Mimar-Sinan-Universität für bildende Künste fortsetzen. Diese hatte für die Bilgi-Universität gebürgt. Für den Betrieb einer privaten Hochschule ist in der Türkei die Bürgschaft einer staatlichen Hochschule Voraussetzung.
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