Trump stoppt wichtige Verordnung für KI-Modelle

vor 5 Stunden 1

Eine neue Verordnung, die der US-Regierung die Prüfung neuer KI-Modelle vor deren Veröffentlichung ermöglicht hätte, ist vorerst vom Tisch. US-Präsident Donald Trump sollte die neue Verordnung aus seinem Haus eigentlich am Donnerstag unterzeichnen, vertagte das jedoch bis auf Weiteres. „Bestimmte Aspekte“ daran hätten ihm nicht gefallen, sagte er dazu der Presse.

Er glaube, die neue Verordnung könne der weltweiten Spitzenposition der USA in der KI-Entwicklung in die Quere kommen, erklärte Trump und verwies auf den Vorsprung vor China auf dem Gebiet. Er wolle demnach jeglichen Schritt in eine solche Richtung vermeiden.

Bedenken hatten Trump und seine Administration ursprünglich in anderer Hinsicht: Die Verordnung war als Antwort auf mögliche Cybersicherheitsrisiken durch neue, fortschrittliche KI-Modelle gedacht, etwa Anthropics Claude Mythos, welches selbst von dem Hersteller als zu gefährlich eingestuft wird, um es der Allgemeinheit zugänglich zu machen. Bis zu 90 Tage vor der Veröffentlichung wäre es Bundesbehörden möglich gewesen, die Modelle unter die Lupe zu nehmen, zum Beispiel dem Inlandsgeheimdienst National Security Agency, dem Cyber Office des Weißen Hauses oder dem US-Finanzministerium. Eine ähnliche Vereinbarung gibt es schon mit den KI-Herstellern Google, Microsoft und xAI.

Auffällig ist, wie Trumps plötzlicher Kurswechsel offenbar zustande kam. Tech-Investor David Sacks soll laut einem Bericht des Magazins Politico kurz vor der Unterzeichnung der Verordnung auf Trump eingewirkt haben. Mehrere Personen aus dem Trump-Umfeld, deren Identität Politico zum Quellenschutz nicht nennen möchte, berichteten dem Magazin demnach von einem Gespräch zwischen Sacks und Trump. Sacks soll Trump hier überzeugt haben, dass KI-Firmen schon ausreichend mit der US-Regierung kooperieren, die geplante Verordnung Innovationen behindere und die USA im Wettlauf um die beste KI ausbremsen würden. Den Politico-Quellen zufolge war Sacks nicht der einzige Gegner der neuen Verordnung an den Spitzen führender KI-Hersteller.

Einem weiteren Politico-Bericht zufolge waren wichtige Köpfe der Branche wie Meta-CEO Mark Zuckerberg, OpenAI-Chef Sam Altman und Anthropic-CEO Dario Amodei lange vorher über die geplante Verordnung Bescheid, kurz vor der Unterzeichnung der Verordnung war demnach sogar ein Treffen mit Trump geplant. Doch die drei Tech-CEOs versetzen den Präsidenten glatt. Wie Politico aus informierten Kreisen erfuhr, sagten alle drei das Treffen ab, wollten aber Vertretungen schicken. Blieb nur noch Sacks, und von dem ließ Trump sich offenbar ordentlich die Leviten lesen, sodass er nun von seiner eigens in Auftrag gegebenen Verordnung einen Rückzieher macht.

(nen)

Gesamten Artikel lesen