Kuba leidet unter ausbleibenden Öllieferungen aus Venezuela und Mexiko. Präsidentin Claudia Sheinbaum will nun über private Firmen Öl an den Karibikstaat liefern lassen.
Quelle: DIE ZEIT, AP, ljk Aktualisiert am 23. Juni 2026, 7:55 Uhr
Mexiko soll seine Öllieferungen nach Kuba wieder aufnehmen. Das erklärte die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum. Künftig solle das Öl über kommerzielle und private Unternehmen geliefert werden und nicht, wie in der Vergangenheit, über staatliche Firmen. »Der Mechanismus würde über private Unternehmen laufen, die über Genehmigungen verfügen, Treibstoff nach Kuba zu transportieren«, sagte Sheinbaum.
Dabei will Mexiko auch von den neuen marktwirtschaftlichen Reformen der kubanischen Regierung profitieren. Ministerpräsident Manuel Marrero Cruz hatte kürzlich weitreichende Änderungen angekündigt, die eine teilweise Abkehr von Kubas sozialistischer Planwirtschaft und Privatisierung einleiten sollen. Sheinbaum zufolge sollen mit der Wiederaufnahme der Lieferungen mexikanische Unternehmer eingebunden werden, die bereits auf der Insel tätig sind. Man hoffe, dass der kommerzielle Transport bald wieder aufgenommen werden könne.
Treibstoffmangel auf Kuba durch US-Blockade
Ende Januar hatte die mexikanische Regierung verkündet, kein Öl mehr nach Kuba liefern zu wollen. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor indirekt den Druck auf Länder erhöht, die Kuba mit Öl versorgen und ihnen mit Zöllen gedroht. Die US-Regierung hat mehrfach ihre Abneigung gegen das kommunistisch regierte Kuba betont und drohte im Zuge dessen auch mit einer militärischen Invasion.
Neben Venezuela war Mexiko einer der wichtigsten Lieferanten für den Karibikstaat gewesen. Venezolanische Öllieferungen auf die Insel waren nach der Entführung des Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA ebenfalls stark zurückgegangen. Die bisher letzte Öllieferung erhielt Kuba aus Russland – die rund 730.000 Barrel Öl wurden innerhalb eines Monats verbraucht.
Infolge der Ausfälle kam es in Kuba zu einem massiven Treibstoffmangel. Das Land steckt in einer schweren Energiekrise, die dadurch noch weiter verschärft wurde. Auf der Insel kommt es regelmäßig zu Stromausfällen und Wassermangel. Kuba erhielt daher im Mai Hilfslieferungen aus Mexiko und Uruguay.

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