Sport macht mit Musik oder Podcasts einfach mehr Spaß. Von In-Ear bis Open-Ear: Wir zeigen die zehn besten kabellosen Kopfhörer für Sport.
Wer regelmäßig Sport treibt, hört dabei häufig Musik, Podcasts oder Hörbücher. Das verhindert Langeweile und motiviert zusätzlich. Bluetooth-Kopfhörer sind die naheliegende Lösung. Vielen Smartphones fehlt inzwischen die Klinkenbuchse, zudem ist nichts ärgerlicher, als wenn sich das Kabel beim Sport verfängt. Klassische MP3-Player spielen beim Sport nur noch eine Nebenrolle – das Smartphone hat sie weitgehend abgelöst.
Die wohl größte Herausforderung für Sportkopfhörer ist Schweiß. Mit der Zeit fängt der Kopfhörer an, unangenehm zu riechen. Die In-Ear-Sportkopfhörer dieser Bestenliste bringen alle mindestens einen Spritzwasserschutz mit. Diese Kopfhörer kann man dann mit einem feuchten Tuch nach dem Training abwischen.
In dieser Top 10 zeigen wir die unserer Meinung nach besten Kopfhörer für sportliche Aktivitäten. Darunter befinden sich klassische Open-Ear-Kopfhörer, Clip-On-Kopfhörer, In-Ear-Kopfhörer, Knochenschallkopfhörer und Hybrid-Varianten.
Unser Testsieger ist der Shokz Openrun Pro 2 für 150 Euro (Galaxus). Dank des klassischen Bügeldesigns in zwei Größen sitzt er besonders sicher und bequem. Zudem kombiniert er konventionelle Schallübertragung mit Knochenschall und klingt so besser als die meisten Open-Ear-Konkurrenten.
Wer beim Sport Wert auf optimales ANC legt, der sollte sich unseren Technologiesieger Beats Powerbeats Pro 2 für 229 Euro (Amazon) genauer anschauen. Neben perfektem Halt, tollem Klang und langer Akkulaufzeit bietet er zudem eine Herzfrequenzmessung.
Wer sparen will, greift zu unseren Preis-Leistungs-Sieger Earfun Air Pro 4+ für 75 Euro (Amazon). Auch wenn nicht explizit für Sport ausgewiesen, sitzen die In-Ear-Kopfhörer mit ANC super im Ohr und bieten sich dank IP55 für sportliche Aktivitäten an. Abseits davon klingen sie auch noch richtig gut.
Sportkopfhörer kommen mit Schweiß oder Regenwasser in Berührung. Deswegen berücksichtigen wir in dieser Bestenliste nur Modelle, die mindestens gegen Sprühwasser (IPX4) geschützt sind, besser ist hier der Schutz vor Strahlwasser (IPX5). Dann kann man sie selbst nach einem ausgiebigen Training oder einem Wolkenbruch unterwegs problemlos weiternutzen, auch ein feuchtes Abwischen aus Hygienegründen ist kein Problem. Die Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeit wird grundsätzlich über IP-Codes definiert, die international einheitlich genormt sind.
Kopfhörer ab IPX7 sind sogar wasserdicht. In der Regel gilt das nur für Süßwasser ohne Zusätze bis in eine Tiefe von 1 Meter und für maximal 30 Minuten, außer der Hersteller macht andere Angaben, etwa zu Chlor- oder Salzwasser. Für eine ordentliche Reinigung im Waschbecken ist das praktisch. Einige Modelle sind sogar nach IPX8 wasserdicht. Andere bringen eine Militärzertifizierung mit, die die Oberfläche besonders robust gegenüber Salzwasser macht. Wir raten dennoch aus hygienischen Gründen dazu, nach jedem Training die Kopfhörer zumindest mit einem nassen Lappen abzuwischen.
Sportkopfhörer benötigen einen sicheren Halt. Es hilft nichts, wenn man beim Laufen ständig stoppen und die Kopfhörer neu einsetzen muss. Einige Formen haben sich bewährt: Bügel, die man übers Ohr legt, sowie Flügel, die den Bluetooth-Kopfhörer im Ohr halten. Ohrhaken halten die Hörer auch bei Sprints zuverlässig in Position und gelten als sicherste Variante für intensive Trainingseinheiten. Alternativ gibt es zudem Kopfhörer, die über ein Nackenband verfügen und Modelle, die wie ein Ohrring am Ohr halten. On-Ear-Kopfhörer für Sportler sind eher selten. Für diese Bestenliste berücksichtigen wir nur Modelle, die wirklich fest sitzen.
Im Fitnessstudio zählt vor allem eines: Konzentration. Aktive Geräuschunterdrückung reduziert die Geräusche von Hantelbänken, Laufbändern und anderen Trainierenden deutlich. Hier spielen geschlossene In-Ear-Kopfhörer ihre Stärken aus. Modelle wie die Beats Powerbeats Pro 2 oder die Earfun Air Pro 4+ liefern beim Workout den nötigen Druck im Bass, sitzen sicher und überstehen Schweiß ohne Probleme. Für Yoga oder lockeres Cardio bietet sich ein Open-Ear-Modell an, welches die Umgebungswahrnehmung erhält.
Kopfhörer lassen sich grob in vier Gruppen einteilen: In-Ear-Kopfhörer, On-Ear-Kopfhörer, Over-Ear-Kopfhörer und Open-Ear-Kopfhörer. Klassische Sportkopfhörer kommen meist im In-Ear-Format und sitzen mit Flügeln oder Ohrhaken sicher im Ohr.
Alle Geräte im Test verzichten komplett auf Kabel. Die beiden Ohrstöpsel kommunizieren kabellos mit dem Smartphone und miteinander – unser Testsieger Shokz Openrun Pro 2 verbindet beide Ohrteile mit einem Silikonbügel. True Wireless Earbuds bieten überwiegend ein Transportetui mit USB-C, das sie nicht nur sicher verwahrt, sondern zeitgleich auflädt. Das sorgt dafür, dass die Geräte fast immer voll sind.
In-Ear-Kopfhörer punkten zudem durch ihre Bauweise: Die Silikonstöpsel sitzen direkt im Gehörgang, dämpfen Umgebungsgeräusche passiv und liefern oft den besten Bass und detaillierten Klang.
Eine andere Kategorie sind sogenannte Open-Ear-Kopfhörer. Diese sitzen nicht im, sondern vor dem Gehörgang, lassen Umgebungsgeräusche also zu und eignen sich deshalb gut für Aktivitäten im Freien. Beispiele dafür sind die Shokz Openfit, Soundcore Aerofit 2 und Soundcore Aerofit Pro sowie Huawei Freeclip. Diese Bauform empfehlen wir speziell für Jogger sowie Radfahrer. Denn wer im öffentlichen Raum läuft oder mit dem Zweirad unterwegs ist, nimmt zwangsläufig am Straßenverkehr teil. Wichtig ist es hierbei, seine Umgebung mitzubekommen, um gefährliche Situationen zu vermeiden.
Eine exotische Spielart sind zudem Knochenschallkopfhörer wie der Shokz Openrun Pro 2. Die Schallwellen gelangen hier nicht nur durch das Ohr, sondern auch über Vibrationen durch den Schädelknochen – genauer die Wangenknochen – zum Hörzentrum. Der Gehörgang bleibt auch hier frei. Praktisch: Die Schallübertragung über Knochenleitung funktioniert sogar unter Wasser.
Active Noise Cancelling oder aktives Noise Cancelling (ANC) ist eine Technologie, die Umgebungsgeräusche unterdrückt, indem sie Gegenschall erzeugt. Mithilfe des integrierten Mikrofons erfasst der Bluetooth-Kopfhörer den Umgebungslärm und reagiert darauf. Der Gegenschall wird mit den Umgebungsgeräuschen überlagert, um sie zu neutralisieren. Noise-Cancelling-Kopfhörer eignen sich gut für laute Umgebungen wie Flugzeuge oder Büros, um ein ruhigeres Hörerlebnis zu ermöglichen.
Auch im Fitnessstudio kann es laut sein, da ist Active Noise Cancelling besonders praktisch und blendet störende Geräusche aus. Beim Joggen raten wir In-Ear-Nutzern allerdings dazu, auf einen Ambient-Aware-Modus zu wechseln. Dieser transparente Modus erlaubt es dem Nutzer, Umgebungsgeräusche bewusst wahrzunehmen, indem er die Außengeräusche über die Mikrofone durchlässt, um eine bessere Wahrnehmung der Umgebung zu ermöglichen. Gerade in der Stadt schützt das möglicherweise vor Unfällen. Wer den Sport im Freien liebt, sollte sich mit einem Open-Ear-Modell auseinandersetzen.
Für die kabellose Verbindung erfüllen die meisten hier gezeigten Sportkopfhörer mindestens Bluetooth 5.3. Der Standard bietet eine verbesserte Übertragungsgeschwindigkeit, größere Reichweite und höhere Datenübertragungskapazität im Vergleich zu älteren Bluetooth-Headsets. Er ermöglicht auch die gleichzeitige Verbindung mit mehreren Geräten. Die aktuellste Version ist Bluetooth 6. Diese verbessert unter anderem Effizienz, Stabilität und Funktionen rund um LE Audio. Bis sich die neue Version flächendeckend durchsetzt, sollte es jedoch noch eine Weile dauern.
Sportkopfhörer im In-Ear-Format bringen neben mehreren Aufsätzen häufig auch verschieden große Silikon-Flügel mit. Für die perfekte Passform sollte man etwas experimentieren und unterschiedlich große Stöpsel und Flügel ausprobieren. Dabei muss man nicht auf beiden Seiten die gleichen Größen verwenden, Ohren können unterschiedlich sein. Ein guter Sitz sorgt nicht nur für mehr Sicherheit, sondern kann auch die Klangqualität deutlich erhöhen. Zwangsläufig muss aber nicht jeder In-Ear solche Flügel anbieten, wie sich in unseren Test zeigt, halten auch klassische Modelle mitunter hervorragend im Ohr.
Ohrhaken bieten die höhere Sicherheit bei dynamischen Bewegungen wie Sprints oder HIIT. Sie verhindern zuverlässig, dass die Hörer aus dem Ohr fallen. Toll sind auch Modelle im Clip-On-Format. Diese klemmen vergleichbar einem Ohrring am Ohr.
Auch physische Tasten sind im Sportkontext praktisch: Sie lassen sich auch mit verschwitzten Fingern oder bei Regen sicher bedienen, während Touch-Steuerungen oft Fehleingaben produzieren.
Die Akkulaufzeit von Trainingskopfhörern variiert stark. Die meisten Modelle bieten zwischen 6 und 12 Stunden Wiedergabezeit – mit Ladecase oft 24 bis 36 Stunden. Für eine Trainingseinheit reicht das mehr als aus, für längere Outdoor-Trainings oder mehrtägige Touren ohne Ladegelegenheit wird es schon enger.
Praktisch sind Schnellladefunktionen: Viele Modelle liefern nach nur 10 Minuten Ladezeit mehrere Stunden Wiedergabe. Wer täglich trainiert und keine Lust auf permanentes Nachladen hat, sollte auf mindestens 8 Stunden Laufzeit am Stück achten. Der Shokz Openrun Pro 2 schafft sogar 12 Stunden – ein Spitzenwert in der Kategorie – kommt allerdings ohne Ladecase zum Zwischenladen.
Beim Joggen im öffentlichen Raum ist die Wahl klar: Open-Ear-Kopfhörer wie der Shokz Openrun Pro 2 oder der Soundcore Aerofit 2 Pro sind erste Wahl. Sie lassen Verkehrsgeräusche durch und erhöhen damit die Sicherheit massiv. Wer auf der Laufbahn oder im Wald unterwegs ist und keinen Verkehr fürchten muss, kann auch zu In-Ear-Modellen greifen – und im Zweifelsfall den Transparenzmodus einschalten. Wichtig beim Laufen: Der Sitz muss bombenfest sein, denn jeder Schritt erschüttert die Hörer. Auch die Schweißresistenz ist beim Laufen entscheidend – Mindeststandard ist IPX4.
Der weltweite Markt für Sportkopfhörer wächst rasant. Laut Branchenanalysen steigt das Volumen von 5,6 Milliarden Dollar im Jahr 2024 auf voraussichtlich 20,9 Milliarden Dollar bis 2034 – ein jährliches Wachstum von 14,1 Prozent. Treiber ist das wachsende Fitness- und Gesundheitsbewusstsein vieler Verbraucher. Sportkopfhörer entwickeln sich vom Nice-to-have zum unverzichtbaren Trainingspartner. Hersteller reagieren mit immer spezialisierteren Modellen: Open-Ear-Designs für Läufer, robuste In-Ear-Earbuds fürs Studio, wasserdichte Knochenschallkopfhörer für Schwimmer. Die Auswahl wird für jeden Sportler größer – die Wahl entsprechend schwieriger.
Die Wahl des idealen Sportkopfhörers hängt von der Art des Trainings, der Ohrform und den persönlichen Vorlieben ab. Dabei sind mehrere Punkte entscheidend: die Übertragungsweise (Bluetooth oder kabelgebunden), die Bauweise (In-Ear, On-Ear, Over-Ear oder Open-Ear), die Schutzklasse gegen Schweiß und Wasser sowie die Akkulaufzeit. Zusätzliche Funktionen wie Noise Cancelling oder integrierte Pulsmessung erhöhen den Nutzen, sind aber je nach individuellem Bedarf unterschiedlich wichtig.
Wer hauptsächlich im Fitnessstudio trainiert, profitiert von ANC und festem Sitz. Wer draußen joggt oder Rad fährt, sollte zu Open-Ear oder Knochenschall greifen. Schwimmer benötigen IPX8 und idealerweise einen integrierten Speicher. Kompromisse muss man fast immer eingehen – etwa zwischen perfektem Halt und hohem Tragekomfort oder zwischen langer Akkulaufzeit und kompakter Bauform. Wichtig vor dem Kauf: die eigene Hauptsportart und den typischen Ort des Trainings definieren.
Bluetooth-Sportkopfhörer sollten fest sitzen und den Kontakt mit Wasser und Schweiß vertragen. Die von uns vorgestellten Modelle bieten alle einen guten Halt und kommen auch mit Feuchtigkeit zurecht. Noise Cancelling ergibt jedoch nicht bei allen Sportkopfhörern Sinn. Wir raten dazu, In-Ear-Kopfhörer mit ANC nur Indoor zu nutzen. Wer im Freien läuft oder radelt, findet bei einem Open-Ear-Kopfhörer eine spannende Alternative oder sollte zumindest bei In-Ears den transparenten Modus aktivieren.
Unser Testsieger Shokz Openrun Pro 2 überzeugt mit seinem Bügeldesign, der Kombination aus Knochenschall und konventioneller Schallübertragung sowie 12 Stunden Akkulaufzeit. Wer maximale Performance und Noise Cancelling beim Workout will, greift zu den Beats Powerbeats Pro 2. Sparfüchse machen mit den Earfun Air Pro 4+ alles richtig. In jedem Fall gilt: Der beste Sportkopfhörer ist der, der zur eigenen Sportart, zum eigenen Ohr und zum eigenen Trainingsalltag passt.
BESTENLISTE
Open-Ear-Pionier Shokz schlägt mit dem Openrun Pro 2 eine Brücke zwischen Luft- und Knochenschall-Technik. Wir verraten im Test, warum dieser Kniff gerade beim Outdoor-Sport so beflügelt.
VORTEILE
- sehr hoher Tragekomfort und guter Halt
- ordentlicher Klang
- lange Akkulaufzeit
NACHTEILE
- keine High-Res-Codecs
- wenige Einstellmöglichkeiten
Knochenschall-Kopfhörer Shokz Openrun Pro 2 im Test: Endlich viel Bass
Open-Ear-Pionier Shokz schlägt mit dem Openrun Pro 2 eine Brücke zwischen Luft- und Knochenschall-Technik. Wir verraten im Test, warum dieser Kniff gerade beim Outdoor-Sport so beflügelt.
Knochenschall-Kopfhörer sind insbesondere beim Schwimm- oder Outdoor-Sport sehr beliebt. Der Gehörgang bleibt frei und die Umgebung stets präsent. Gerade beim Lauf- oder Radsport im Straßenverkehr ist das ein wichtiger Sicherheitsaspekt. Allerdings hat die Knochenschall-Technik ein großes Klang-Manko: Tiefere Frequenzbereiche lassen sich nicht gut über den Knochen transportieren, weshalb wuchtige Bässe hier grundsätzlich auf der Strecke bleiben. Mit dem Openrun Pro 2 will Shokz diesen klanglichen Nachteil nun verschärft ausbügeln.
Der Trick: Zur speziellen Knochenschall-Technik gesellt sich das neuartige Open-Ear-Designkonzept mit Luftschall-Übertragung, wie es beispielsweise beim Shokz OpenFit zu erleben ist. Das bedeutet, dass zwei zusätzliche Membran-Treiber – ganz klassisch – mit Luftschall arbeiten und sich im Zusammenspiel mit der Knochenschall-Übertragung vor allem um das Bass-Fundament kümmern sollen. Wie gut dieses besondere Konzept funktioniert und ob sich die Neuerungen auch für Besitzer des Vorgängermodells Shokz Openrun Pro lohnen, klärt unser Test.
Design und Tragekomfort
Der Shokz Openrun Pro 2 ist in Farben Schwarz und Orange sowie in zwei Bandgrößen erhältlich: Standard und Mini. Im direkten Vergleich zum Vorgängermodell hat sich auf den ersten Blick optisch nicht viel getan. Das ist auch gut so, denn das Design-Konzept hat bislang sehr gut funktioniert. Dennoch gibt es ein paar neue Feinheiten zu entdecken: Die auffälligsten Änderungen sind der nun integrierte USB-C-Anschluss wie auch die beiden eingefassten Membran-Treiber zur Bass-Verstärkung.
In der Hand fühlt sich der Shokz Openrun Pro 2 durch seinen großflächig gummierten Überzug, der Staub wie ein Magnet anzieht, wenig wertig an. Davon sollte man sich aber nicht täuschen lassen. An der Verarbeitungsqualität gibt es nämlich absolut nichts zu beanstanden. Hier sollte einfach klar sein, dass die Funktionalität fürs Sporttreiben an vorderster Stelle steht. Durch die Gummierung und dank IP55-Schutzklasse ist der Kopfhörer gut vor Schweiß, Wasser und Schmutz geschützt und lässt sich so nach dem Sporttreiben auch schnell und einfach reinigen. Komplett unter Wasser darf er allerdings nicht getaucht werden.
Beim Tragekomfort und Sitz erweist sich der Shokz Openrun Pro 2 als angenehm und anhänglich. Egal, was wir auch versuchen – vom Headbanging bis hin zum Kopfschütteln im Handstand – er mag einfach nicht abfallen. Gleichzeitig sitzt er mit nur 30,3 Gramm Gewicht leicht auf und gerät bei längerem Tragen auch gerne mal in Vergessenheit.
Bedienung und App
Die Ersteinrichtung wie auch das Pairing des Shokz Openrun Pro 2 klappt – dank eines beigelegten Quick-Start-Guides – ohne Probleme. Die 3-Tasten-Bedienung über den Kopfhörer ist eingängig und schnell gelernt. Nach dem Motto: weniger ist mehr – und das empfinden wir hier auch so. Auf der rechten Unterseite befinden sich zwei Tasten für die Lautstärkenregelung, die gleichzeitig auch fürs Ein- und Ausschalten und zum Pairing genutzt werden. An der linken Außenseite befindet sich eine Multifunktionstaste für die einfache Musiksteuerung und um Anrufe anzunehmen oder zu beenden. Schade: Individuelle Funktionen können den Tasten nicht zugewiesen werden.
Die Shokz Begleit-App ist auf das Wesentliche reduziert und der Nutzwert enttäuschend. Bis auf die EQ- und vielleicht noch die Multipoint-Steuerung gibt es keinen weiteren Grund, hier regelmäßig vorbeizuschauen.
Features und Akkuleistung
Bei den technischen Feinheiten gibt es hingegen wieder etwas mehr zu benennen: Mit Bluetooth 5.3, Quick-Charge-Funktion und Multipoint-Feature, das die Kopplung mit zwei Geräten gleichzeitig möglich macht, ist der Openrun Pro 2 schön zeitgemäß. Schade: An Codecs steht lediglich SBC zur Verfügung.
Der Akku hält laut Shokz bis zu zwölf Stunden durch, das deckt sich ziemlich gut mit unserer eigenen Test-Erfahrung. Die Standby-Zeit beträgt bis zu zehn Tage. Dank Quick-Charge ist die Batterie schnell wieder aufgeladen. Fünf Minuten reichen schon für etwa zweieinhalb Stunden Nutzdauer.
Klang
Shokz hat mit dem Hybrid-Konzept aus Knochen- und Luftschall definitiv eine kleine Klang-Lücke gestopft. Durch den Einsatz der beiden Luftleitungstreiber, die sich vorrangig um die Bass-Performance kümmern, klingt der Openrun Pro 2 deutlich besser und ausbalancierter als ein reiner Knochenschall-Kopfhörer, während dem Open-Ear-Konzept die Treue gehalten wird. Hier darf ruhig eine kleine Klang-Offenbarung erwartet werden, sofern wir im Open-Ear-Kosmos bleiben. Das Klangbild von (Half-)In-Ears ist dann natürlich wieder ein ordentliches Stück weit besser, insbesondere bei den Tiefen.
Der Shokz Openrun Pro 2 bietet insgesamt vier voreingestellte EQ-Profile (Standard, Gespräch, Bässe und Höhen), die das Klangbild jeweils deutlich verändern. Das Standard-Profil gefällt uns dabei am besten, wenn es um das reine Musikhören geht. Ansonsten lassen sich optional über die App noch zwei individuelle EQ-Profile anlegen. Ein unangenehmes Vibrieren bei zu hoher Lautstärke oder bei maximalem Bass, wie wir es beim Vorgängermodell festgestellt hatten, trat hier nicht auf.
Bei der Sprachqualität leisten die windresistenten Doppel-Mikrofone wie auch das KI-gestützte Noise-Cancelling gute Arbeit. Im Straßenverkehr bei windigem Wetter sind wir immer noch gut zu verstehen.
Preis
Mit einem Preis von 150 Euro siedelt sich der Shokz Openrun Pro 2 im gehobenen Preissegment an.
Fazit
Der Shokz Openrun Pro 2 ist wie maßgeschneidert für Outdoor-Sportler und Verkehrsteilnehmer, die auf Geräusche aus der Umgebung achten müssen. Ja, nahezu jeder In-, On- oder Over-Ear-Kopfhörer hat mittlerweile einen – mehr oder weniger guten – Aware-Modus. Aber in der Praxis ist das einfach nicht das Gleiche und die Sicherheit sollte beim Musikhören oder Telefonieren in potenziell gefährlichem Umfeld immer oberste Priorität haben.
Soll es also gezielt ein Open-Ear-Modell sein, stellt der Openrun Pro 2 durch sein Hybrid-System aus Luft- und Knochenschalltechnik aktuell ein besonderes Maß dar. Er klingt besser als jeder klassische Knochenschall-Kopfhörer, zählt im Bereich der Open-Ears zu den sportlichsten Modellen am Markt und bietet im Vergleich zum Vorgänger ein deutliches Upgrade. Ein grundsolider Sportkopfhörer, an dem es nur Details zu bemängeln gibt.
Mit schlankerem Design, ANC, Herzfrequenzmessung und besserem Klang sollen die Sportkopfhörer Beats Powerbeats Pro 2 den Vorgänger deutlich übertrumpfen.
VORTEILE
- toller Sound und gutes ANC
- Tragekomfort, Sitz und Verarbeitung
- Herzfrequenzmessung
- Akkulaufzeit
NACHTEILE
- Dolby Atmos und Spatial Audio nicht für Android
- fummelig beim Aufsetzen
Beats Powerbeats Pro 2 im Test: Premium-Sportkopfhörer mit Herzfrequenz-Messung
Mit schlankerem Design, ANC, Herzfrequenzmessung und besserem Klang sollen die Sportkopfhörer Beats Powerbeats Pro 2 den Vorgänger deutlich übertrumpfen.
Beats-Kopfhörer machen Apple-Technik auch für Android nutzbar – so der inoffizielle Claim. Gleichzeitig bieten sie iOS-Nutzern eine starke Alternative zu Apples AirPods. Die ANC-In-Ears Beats Powerbeats Pro 2 richten sich gezielt an Sport-Enthusiasten und sollen das gelungene Vorgängermodell Powerbeats Pro (Testbericht) von 2019 in Würde ablösen. Unser Test zeigt, ob das gelingt.
Design und Tragekomfort
Die Beats Powerbeats Pro 2 gibt es in Schwarz, Grau, Violett oder knalligem Orange (unser Testgerät). Die Designsprache wirkt spannend und clean zugleich – durch die kompaktere Bauweise sogar ein wenig filigran, zumal die schmalen Ohrbügel eng an der Ohrmuschel anliegen. Das Aufsetzen gerät dadurch allerdings jedes Mal zur kleinen Fummelei. Auch nachdem wir uns in der Begleit-App angeschaut haben, wie sich die Ohrhörer mit nur einer Hand einsetzen lassen, geht es weder zügig noch sicher. Sitzen die Sportkopfhörer dann aber korrekt, passen sie richtig gut und liegen mit je 8,7 Gramm angenehm leicht in den Ohren. Apple gibt an, für die ideale Passform über 1500 Stunden lang Tests mit rund 1000 Sportlern durchgeführt zu haben – das scheint sich gelohnt zu haben. Fünf mitgelieferte Ohrpolster-Sets sorgen dafür, dass sich für jede Ohr-Beschaffenheit der richtige Aufsatz findet.
Beats Powerbeats Pro 2 Bilder
Eine spezielle Nickel-Titan-Legierung macht die Ohrbügel flexibel und 20 Prozent leichter als beim Vorgänger. Das Ladecase ist um 33 Prozent geschrumpft und wiegt nur noch 69 Gramm. Die Verarbeitungsqualität ist – Apple-typisch – sehr gut. Die Kopfhörer sind nach IPX4 schweiß- und wasserbeständig. Ein Outdoor-Workout im Regen stellt kein Problem dar – nur untertauchen sollte man sie nicht.
Bedienung und App
Für die Zwei-Tasten-Bedienung mit Lautstärke-Kippschalter verdient Beats ein deutliches Lob. Die Steuerung ist simpel und schnell erlernt. Nichts verrutscht beim Bedienen – anders als bei vielen anderen In-Ear-Modellen. Über die Begleit-App lässt sich die Belegung nur rudimentär anpassen, was aber nicht weiter stört, da die Standardbelegung bereits sehr gut funktioniert. Auch sonst bietet die App keinen Grund, regelmäßig reinzuschauen: Kein Equalizer, keine Klang-Presets, keine Detail-Anpassung fürs ANC. Einmal einrichten – fertig.
Features
Die Beats Powerbeats Pro 2 werden von Apples H2-Chip angetrieben, der auch in den AirPods Pro 2 steckt. Entsprechend ähneln sich Funktionen und Fähigkeiten. Die Sportkopfhörer verbinden sich über Bluetooth 5.3, bieten aber lediglich die Codecs SBC und AAC. Eine Hi-Res-Variante ist – Apple-typisch – nicht an Bord. Auch auf Multipoint für die gleichzeitige Verbindung mit zwei Geräten verzichten die Powerbeats Pro 2, was bei aktuellen Kopfhörern eigentlich Standard ist.
Immerhin gibt es eine praktische Trageerkennung, Spatial Audio mit Headtracking (Apple-exklusiv) und die stark beworbene Herzfrequenzmessung. Sie ist im Grunde eine Mini-Version der Pulssensoren von Apples Smartwatches – vor allem nützlich, wenn man keine Smartwatch oder kein Fitness-Armband trägt. Da die Messung über die Ohren nicht ganz so präzise ist, messen beide Ohrhörer parallel; im Hintergrund wird daraus ein Mittelwert errechnet. Wer eine Apple Watch trägt, bei dem hat die Uhr Vorrang – das Kopfhörer-Feature wird dann deaktiviert. Für Android-Nutzer erfreulich: Die Pulsmessung funktioniert mit so gut wie jeder gängigen Fitness- und Wellness-App, die eine HF-Messung unterstützt.
Akku
Ohne ANC halten die Beats Powerbeats Pro 2 bei halber Lautstärke etwa 10 Stunden durch. Über das Ladecase sind insgesamt bis zu 45 Stunden drin. Mit aktivem ANC reduziert sich die Laufzeit auf maximal 8 Stunden beziehungsweise bis zu 36 Stunden über das Case. Das sind ähnlich gute Werte wie beim Vorgänger. Geladen wird über USB-C (Kabel nicht im Lieferumfang). Das Aufladen geht erfreulich schnell: Fünf Minuten am Strom liefern bis zu anderthalb Stunden Extra-Musik. Kabelloses Laden mit Qi-kompatiblen Ladegeräten wird ebenfalls unterstützt.
Klang
Für die Beats Powerbeats Pro 2 hat Apple zwei spezielle Doppelmembran-Wandler entwickelt, die deutlich präziser als beim Vorgänger arbeiten und auch bei hoher Lautstärke nicht verzerren sollen. Im Test bestätigt sich das: Die Bässe klingen selbst bei mittlerer Lautstärke druckvoll, aber nie dröhnend. Die Mitten sind angenehm klar. Lediglich die Höhen wirken nach unserem Geschmack eine Spur zu dominant. Da die Android-App weder Equalizer noch Klang-Presets bietet, muss man hier über die Systemeinstellungen nachregeln – so gravierend stört es uns dann aber nicht.
Auffällig ist, dass Beats sich vom typisch basslastigen Klangbild verabschiedet und auf einen deutlich ausgewogeneren Sound setzt, der trotz fehlendem Hi-Res-Codec gut aufgelöst klingt. Richtig schön wird es, wenn Apples Raumklang Spatial Audio im Verbund mit Dolby Atmos zum Einsatz kommt – das funktioniert allerdings nur mit iOS-Geräten. Android-Nutzer bleiben hier außen vor.
Die Sprachqualität beim Telefonieren überzeugt. Die eigene Stimme wird sauber aufgezeichnet, Störgeräusche teilweise ausgeblendet. Selbst längere Gespräche nimmt das Gegenüber als angenehm wahr – auch in lauter Umgebung.
ANC
Bei der aktiven Geräuschunterdrückung arbeiten die Beats Powerbeats Pro 2 eigenständig. Die Effektivität lässt sich nicht manuell regulieren – anders als bei vielen anderen ANC-Kopfhörern. Die automatische Regelung funktioniert im Alltag gut, stößt bei hochfrequenten Tönen aber an ihre Grenzen. Premium-Modelle wie die AirPods Pro 3 (Testbericht)oder die Sony WF-1000XM6 (Testbericht) arbeiten hier hörbar besser.
Der Aware-Modus ist ein kleines Highlight: Die Umgebung wird natürlich wiedergegeben, und die eigene Stimme dröhnt beim Sprechen nicht unangenehm in den Ohren. Ein wichtiges Kriterium für gute Sportkopfhörer – schließlich möchte man vor allem beim Outdoor-Sport die Umgebung möglichst authentisch wahrnehmen und den Aware-Modus auch über längere Zeit aktiviert lassen.
Preis
Mit einer UVP von 300 Euro siedeln sich die Beats Powerbeats Pro 2 im Premium-Segment der Sportkopfhörer mit ANC an. Zum Testzeitpunkt sind alle vier Farbvarianten aber bereits deutlich günstiger für rund 225 Euro zu bekommen, in der Farbe Lila sind sie derzeit mit 229 Euro bei Amazon am günstigsten.
Fazit
Die Beats Powerbeats Pro 2 sind die sportlichsten Kopfhörer von Apple und verbessern sich gegenüber dem Vorgänger in nahezu allen Belangen. Case und Ohrhörer sind kleiner geworden, die Ausdauer gleichzeitig länger. Dazu kommen hervorragender Sitz, verbesserter Klang und gutes ANC. Die Herzfrequenzmessung über die Ohren ist ein nützliches Feature für alle, die keine Smartwatch haben oder beim Training darauf verzichten möchten. Auch Android-Nutzer kommen in den Genuss der Apple-Technik – selbst wenn sie auf einige wenige Funktionen wie Spatial Audio verzichten müssen.
Zusammengefasst sind die Powerbeats Pro 2 ein richtig guter Wurf für Sportler. Wer überwiegend draußen trainiert, dem empfehlen wir als Alternative mit ähnlicher Ausstattung die Shokz OpenFit Pro (Testbericht) im Open-Ear-Design – für eine noch bessere Wahrnehmung der Umgebung. Dafür ist das ANC dort weniger effektiv und eine Herzfrequenzmessung fehlt.
Die In-Ear-Kopfhörer Earfun Air Pro 4+ bieten viel aus dem Premium-Bereich wie LDAC, AptX, Qi, Auracast und Multipoint, kosten aber nur 75 Euro. Wo ist der Haken?
VORTEILE
- guter Sound und Tragekomfort
- mehrere Hi-Res-Codecs
- Auracast, Bluetooth 6.0, Multipoint, LE Audio
- Akkulaufzeit
- Begleit-App
NACHTEILE
- ANC und Aware-Modus nur Mittelmaß
- langweiliges Design
- fummeliges Ladecase
In-Ear-Kopfhörer Earfun Air Pro 4+ im Test: Kann fast alles, kostet nur 75 Euro
Die In-Ear-Kopfhörer Earfun Air Pro 4+ bieten viel aus dem Premium-Bereich wie LDAC, AptX, Qi, Auracast und Multipoint, kosten aber nur 75 Euro. Wo ist der Haken?
Normalerweise haben In-Ear-Kopfhörer für 75 Euro (Amazon) vielleicht ein oder zwei Besonderheiten zu bieten, die man sonst nur in der gehobenen Spitzenklasse findet. Die Earfun Air Pro 4+ erstaunen hingegen mit einer Feature-Liste, die zumindest auf dem Papier einer zeitgemäßen Vollausstattung gleicht.
Da wären zum Beispiel gleich mehrere Hi-Res-Codecs, Bluetooth 6.0, ANC, Wireless Charging, Multipoint und sogar Auracast. Bis auf Spatial Audio fällt uns spontan nichts ein, was man hier noch dazu packen könnte. Aber: Eine lange Feature-Liste ist das eine, ein überzeugender Kopfhörer das andere. Zumal es gerade bei Tragekomfort, ANC-Performance und Sound noch deutliche Qualitätsunterschiede geben kann. Also klären wir nun im Test, wie gut die In-Ear-Kopfhörer als Gesamtkonzept funktionieren.
Design und Tragekomfort
Die Earfun Air Pro 4+ gibt es zum Release nur in der Farbvariante Schwarz, die optisch recht unauffällig, fast schon langweilig wirkt. Allein die graue Stift-Außenseite bietet mit einem matten Finish und dem Earfun-Schriftzug ein wenig optische Abwechslung. Unterm Strich ein Design mit sehr viel Plastik, das wir so schon zigfach bei preisgünstigen In-Ears gesehen haben.
Da ist das Ladecase in mattem Schwarz schon spannender, denn beim Öffnen des Deckels werden die Earbuds fast vollständig freigelegt, wodurch sie sich einfacher herausnehmen lassen. Etwas fummelig ist es dann aber doch, da sich der Deckel nicht weit genug öffnet und man leicht dran hängenbleibt. Auch kommt es immer wieder vor, dass wir das Case falsch herum öffnen, da der Deckel die Hälfte des Gehäuses ausmacht und man nicht immer auf Anhieb sieht, wo oben und wo unten ist.
Mit dem Tragekomfort und Halt sind wir hingegen durchweg zufrieden. Ganze fünf Paar Silikonaufsätze werden für den richtigen Sitz beigelegt. Da findet sich schnell etwas Passendes. Die In-Ear-Kopfhörer liegen mit jeweils rund 5 Gramm auch angenehm leicht in den Ohren und sind durch die IP55-Schutzklasse auch für Outdoor-Sport im Regen geeignet.
Bedienung und App
Dank Google Fast Pair lassen sich die Earfun Air Pro 4+ auf Android-Geräten blitzschnell verbinden und einrichten. Hier reicht schon das Öffnen des Ladeetuis für die Koppel-Abfrage am Smartphone. Alternativ geht’s natürlich auch – ganz klassisch – über die Bluetooth-Suche.
Die Touch-Bedienung direkt an den beiden Earbuds ist für unseren Geschmack ein wenig überladen und gerade am Anfang nicht immer zuverlässig. Man muss den Touch-Ring an der Stift-Oberseite schon genau mit dem Finger treffen. Das erfordert etwas Übung. Die Steuerung lässt sich über die Begleit-App detailliert anpassen und auf weniger Funktionen reduzieren – oder auch komplett ausschalten. Schön, derart viele Individualisierungsmöglichkeiten zu haben.
Earfun Air Pro 4+ Screenshot
Die Begleit-App ist ohnehin sehr gelungen. Die vielen Features und Funktionen sind hier übersichtlich und gut strukturiert aufgelistet und lassen sich mitunter detailliert einstellen. Etwas übertrieben hat es Earfun mit den Klang-Presets – es stehen ganze 30 zur Auswahl. Das ist zu viel, die Unterschiede sind mitunter kaum zu bemerken. Dann lieber ein eigenes Profil mit dem 10-Band-Equalizer erstellen oder einen einminütigen Hörtest bemühen.
Features
Die Earfun Air Pro 4+ zählen zu den ersten In-Ear-Kopfhörern am Markt, die sich über Bluetooth 6.0 verbinden. Auch Multipoint für die gleichzeitige Verbindung mit zwei Geräten ist mit an Bord. An Codecs werden neben SBC und AAC auch die Hi-Res-Varianten LDAC, aptX Adaptive und aptX Lossless angeboten. Auch wird Bluetooth LE Audio (LE steht für Low Energy) im Verbund mit dem LC3-Codec unterstützt. Eine Trageerkennung, Auracast-Support, Wireless Charging und ein Game-Modus für eine besonders niedrige Latenz von unter 50 Millisekunden runden das breite Feature-Paket ab.
Über Spatial Audio hätten wir uns vielleicht noch gefreut. Aber das ist Meckern auf sehr hohem Niveau. Eine so umfangreiche Feature-Liste sieht man in diesem Preissegment wirklich selten.
Akku
Mit einer vollen Ladung halten die Earfun Air Pro 4+ ohne aktivierter Geräuschunterdrückung bis zu 12 Stunden durch. Mit ANC sind es bis zu 8 Stunden. Das sind beeindruckende Werte. Über das Ladecase gibt es laut Hersteller dann noch einmal 36 Stunden (mit ANC) beziehungsweise 54 Stunden (ohne ANC) dazu. Das sind unterm Strich etwa drei bis vier zusätzliche Aufladungen.
Komplett entladen brauchen die Ohrhörer etwa eine Stunde, um über das Case wieder vollgeladen zu werden. Das Ladeetui wird über USB-C (Kabel ist beigelegt) in rund zwei Stunden komplett geladen. Über Wireless Charging sind es etwa 3,5 Stunden.
Klang
Die beiden dynamischen Komposit-Treiber im 10-Millimeter-Format setzen die Earfun Air Pro 4+ vor allem im Verbund mit einem der Hi-Res-Codecs erstaunlich gut in Szene. Zwar sind die Höhen standardmäßig etwas überbetont, mit etwas Anpassung über die App lässt sich diese Dominanz leicht ausbügeln. Generell gilt: Wer ein wenig Zeit in den Equalizer investiert, kann sich einen richtig guten Sound mit ansprechender Räumlichkeit zusammenschustern.
Besonders gut gefällt uns die Bass-Performance, die ordentlich Wumms in die Ohren drücken kann und erst im sehr hohen Lautstärkenbereich überlagernd wird. Bei maximaler Lautstärke kommen die Air Pro 4+ aber grundsätzlich hörbar ins Wanken. Am besten gefällt uns das Klangbild bei mittlerer bis hoher Lautstärke.
Die Sprachqualität und der Komfort beim Telefonieren überzeugen uns trotz der insgesamt 6 Mikrofone und ENC-Technologie hingegen nur teilweise. Grundsätzlich sind wir gut zu verstehen. Unser Gesprächspartner bemerkt allerdings ein deutliches Rauschen und die eigene Stimme dröhnt beim Sprechen dumpf in den Ohren. Lange Gespräche wollen wir so eher nicht führen, für kurze Calls passt das aber. Andere günstige In-Ears, wie etwa die Huawei FreeBuds 7i, bekommen das besser hin.
ANC
Bei der ANC-Performance gibt es ebenfalls noch Luft nach oben: Während tiefe Störgeräusche von den Earfun Air Pro 4+ gut abgedämpft werden, hat die KI-gestützte Geräuschunterdrückung starke Probleme mit Höhen. Papierknistern, Tastatur-Getippe oder Stimmen sind selbst auf höchster ANC-Stufe noch klar zu vernehmen und verschwinden erst bei mittlerer Musiklautstärke.
Im Transparenz-Modus gibt es zwei Modi zur Auswahl: Standard und Neutral. Auf Standard nehmen wir ein starkes und auf Dauer nerviges Grundrauschen wahr, dafür werden die Außengeräusche am besten und natürlichsten durchgereicht. Auf Neutral ist alles ein wenig abgedämpfter und stumpfer –das Rauschen wie auch die Umgebungsgeräusche. So ganz überzeugen will uns also keiner der beiden Modi. Zumal die eigene Stimme, wie auch beim Telefonieren, bei beiden Modi störend in den Ohren dröhnt.
Zusammengefasst attestieren wir den Air Pro 4+ ein ANC auf Mittelmaß. Der Abstand zur ANC-Spitzenklasse ist groß. Aber hey: Für unter 100 Euro passt die Performance dann doch ziemlich gut!
Preis
Aktuell kosten die Earfun Air Pro 4+ 75 Euro (Amazon).
Fazit
Machen wir es kurz: Die Earfun Air Pro 4+ sind im Preisbereich um die 75 Euro eine Klasse für sich. Hier kommt uns aktuell kein anderer In-Ear-Kopfhörer mit ANC in den Sinn, der so viel zukunftsfähige Ausstattung bietet und sich gleichzeitig kaum eine Blöße gibt.
Bei so einem Performer sind das dröge Plastik-Design, das fummelige Ladecase und das mittelmäßige ANC ganz schnell vergessen. Wer nach einem echten Preis-Leistungs-Champion sucht, hat ihn mit den Earfun Air Pro 4+ gefunden.
Die JBL Reflect Aero TWS überzeugen nicht nur als Sport-Kopfhörer, sondern machen auch im Alltag eine Top-Figur. Warum das Konzept von JBL aufgeht, zeigen wir im ausführlichen Testbericht.
VORTEILE
- toller Sound
- fester Sitz
- sehr gute Akkulaufzeit
- IP68-Zertifizierung
NACHTEILE
- kein aptX-Codec
- windanfällig beim Telefonieren
JBL Reflect Aero im Test
Die JBL Reflect Aero TWS überzeugen nicht nur als Sport-Kopfhörer, sondern machen auch im Alltag eine Top-Figur. Warum das Konzept von JBL aufgeht, zeigen wir im ausführlichen Testbericht.
Ein echter Allrounder für den Alltag muss heutzutage viel mehr bieten als noch vor einigen Jahren. Neben einer aktiven Geräuschunterdrückung ist vor allem auch eine gewisse Sporttauglichkeit zum Must-have geworden. Getreu nach dem Motto: ein Kopfhörer für wirklich alle Situationen.
Die True-Wireless-In-Ears Reflect Aero von JBL gehören genau in diese Kategorie und bringen beim Blick aufs Datenblatt auch alles Notwendige mit. Sie bieten eine adaptive Geräuschunterdrückung sowie einen Aware-Modus, sind vor Staub und Wasser geschützt, der Akku hält überdurchschnittlich lange und für einen besseren Halt gibt es Silikonflügel. Fehlen nur noch ein prüfender Blick und zwei lauschende Ohren, um zu testen, ob das Zusammenspiel auch in der Praxis überzeugt.
Design und Tragekomfort
Der JBL Reflect Aero hat optisch starke Ähnlichkeit zu den Reflect Flow (Testbericht) – genauer gesagt dessen modernisierte Revision Reflect Flow Pro. Das abgerundete Design wirkt homogen, aber auch ein wenig bullig. Neben dem obligatorischen Ohrstöpsel ist außerdem ein markanter Ohrflügel aus Silikon für zusätzlichen Halt angebracht. Stöpsel wie auch Flügel sind austauschbar. Der wohl größte Blickfang ist das in Silber gerahmte JBL-Logo an der Außenseite, hinter dem sich die Touch-Sensoren befinden. Der Reflect Aero ist in vier Farben erhältlich: Weiß, Schwarz, Mint und Blau.
In Sachen Verarbeitungsqualität gibt es bei JBLs In-Ears nichts zu beanstanden. Lediglich die farblich angepasste Ladebox mit praktischer Schlaufe schaut für unseren Geschmack ein wenig zu viel nach voller Plastik-Dröhnung aus – und wirkt deshalb nicht ganz so hochwertig wie die Kopfhörer selbst.
Die beiden Earbuds liegen mit jeweils rund 6,7 g zwar verhältnismäßig schwer, aber überraschend angenehm und sicher in den Ohren. Vorausgesetzt, der Sitz wurde über die Silikon-Aufsätze entsprechend optimiert. Diese sind in unterschiedlichen Größen beigelegt. Ansonsten reicht schon ein zu kleiner Flügel oder ein zu großer Stöpsel für einen unsicheren Halt. Hier ist Feintuning definitiv Pflicht. Wird alles passend aufgezogen, holt die Earbuds dann aber so schnell nichts mehr aus den Ohren. Erst bei sehr starkem Kopfschütteln oder einem Handstand kann es kritisch werden. Für die meisten Sportarten ist der Reflect Aero also geeignet, zumal er nach IP68 zuverlässig vor Staub und Wasser geschützt ist – perfekt für Outdoor-Sport!
Ausstattung und Bedienung
Zu Ladecase und Earbuds gesellen sich an Zubehör ein kurzes USB-C-Ladekabel sowie eine Auswahl an Ohrstöpseln und -Flügeln in jeweils drei Größen. Das ist etwas dürftig, aber okay. Begeistert sind wir hingegen von JBLs fantastischer Begleit-App: Vom ersten Koppeln über die Einrichtung hin zum Detail-Tuning verläuft hier alles schön übersichtlich und wie am Schnürchen.
Da wäre etwa eine kurze Einführung, bei der die Passform getestet, die Gehörgänge ausgemessen und anschließend der ANC-Effekt individuell optimiert wird. Anschließend kann man sich in den vielen Einstellungsmöglichkeiten etwas austoben: Zu unseren Favoriten zählt das Feintuning von ANC- und Aware-Modus, nützliche Energiespar-Funktionen sowie ein Equalizer mit fünf Presets (Jazz, Vocal, Bass, Club und Studio) und der Möglichkeit, beliebig viele individuelle Presets hinzuzufügen.
JBL Reflect Aero TWS Screenshots
Die Bedienung über Touch-Gesten klappt einwandfrei und lässt sich über die App anpassen. Dort kann auf Wunsch auch der Sprachassistent gewechselt werden. Zur Auswahl stehen Siri und Alexa. Grundsätzlich zählt die JBL-App zu den besten und umfangreichsten, die wir uns bislang anschauen konnten. Sogar die Sprache der Ansagen kann geändert werden – beispielsweise von Deutsch auf Englisch. Ebenfalls praktisch: Über die Voiceaware-Funktion lässt sich die eigene Stimme beim Telefonieren einspielen. Und geht ein Ohrstöpsel mal verloren, kann er über die App einen lauten Signalton von sich geben und so besser gefunden werden.
Technik und Akkuleistung
Das Herzstück des Reflect Aero ist ein dynamischer 6,8-mm-Treiber, der den von JBL gern umworbenen „Signature Sound“ möglichst prägnant wiedergeben soll. Übertragen wird per Bluetooth 5.2. An Codecs kommen SBC und AAC zum Einsatz. Ein besserer Codec für Android-Smartphones, wie aptX oder LDAC, fehlt indes. Besondere Features finden sich, neben dem bereits erwähnten ANC- und Aware-Modus, zum Beispiel in der Trageerkennung oder einem speziellen Video-Modus, der über die App aktiviert werden kann und für eine weitaus bessere Latenz sorgt.
Bei der Akku-Performance zeigt sich der Reflect Aero sportlich: Mit bis zu acht Stunden bei ausgeschaltetem ANC läuft er im Vergleich zu anderen TWS-Sportkopfhörern an der Spitze mit. Ist das adaptive Noise-Cancelling eingeschaltet, sind es bis zu sieben Stunden. Insgesamt sind rund 24 Stunden Laufzeit über die Ladebox möglich, die leider kein Qi-Charging unterstützt – dafür aber die Ohrhörer schon nach 15 Minuten wieder für etwa 4 Stunden aufgeladen hat. Ein echter Sprinter!
JBL Reflect Aero TWS Bilder
Klangqualität und ANC
Wir hätten uns schon sehr gewundert, wenn der JBL Reflect Aero TWS mit seinen 6,8-mm-Treibern beim Sound nicht abliefern würde. Gerade auf dem iPhone im Verbund mit dem AAC-Codec ist das Klangbild ein kleiner Ohrenschmaus, wobei wir vorher ein wenig Feintuning über den Equalizer vorgenommen haben. Die fünf vordefinierten Presets klingen nämlich häufig eher unpassend.
Wer gern querbeet über verschiedene Genres hört, legt besser selbst Hand an. Im Allgemeinen ist der Reflect Aero warm abgestimmt und etwas basslastig, aber ohne überlagernd zu wirken. Alles in allem eine tolle Performance mit Blick auf das Preissegment ab 120 Euro. Wir sind sehr zufrieden.
Bei der Sprachqualität findet sich hingegen ein kleines Manko: An sich geht sie in Ordnung. Kommt allerdings Wind ins Spiel, haben die insgesamt sechs Mikrofone schnell ihre Probleme damit. Da hilft auch die adaptive Geräuschunterdrückung nicht.
Generell profitieren die JBL Reflect Aero von einer guten passiven Grundabschirmung. Ist der ANC-Modus aktiviert, werden vor allem tiefe und monotone Störgeräusche gut ausgeblendet. Stimmen oder generell hohe Töne werden jedoch lediglich leicht abgedämpft. Im Café hat man damit also nicht wirklich seine Ruhe. ANC-In-Ears von Bose, Sony oder Apple arbeiten hier fortschrittlicher, wie die Bose QC Earbuds II (Testbericht) – die kosten aber auch mitunter das Doppelte. Das gleiche Verhältnis gilt übrigens auch für den Aware-Modus: Er arbeitet okay und erfüllt seinen Zweck, zählt aber nicht zur Spitzenklasse.
Preis
Die Preisempfehlung von JBL für den Reflect Aero liegt bei 149 Euro. Auf dem Markt sind sie aktuell für 119 Euro zu haben.
Fazit
Tatsächlich gibt sich der JBL Reflect Aero TWS als sportlicher Allrounder kaum eine Blöße und bietet im Segment ab 115 Euro ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Verarbeitung und Tragekomfort stimmen, der Sound und die Akkuleistung sind toll – und auch bei den Features ist fast alles Wünschenswerte dabei. Wären jetzt noch ein aptX- oder LDAC-Codec für Android-Geräte, ein paar mehr Gummi-Aufsätze und vielleicht auch noch Qi-Charging mit an Bord, gäbe es im Grunde wirklich gar nichts mehr zu beanstanden.
Sportkopfhörer mit fettem Sound, IP54-Zertifizierung und langer Akkulaufzeit: Die Sennheiser Sport True Wireless klingen nach einem idealen Trainingspartner. Wir testen die Kopfhörer.
VORTEILE
- toller Sound
- sehr gute Akkulaufzeit
- IP54
- einwandfreier Sitz
NACHTEILE
- keine Suchfunktion per App
- kein Dolby Atmos oder 360 Reality Audio
- ohne ANC
Sennheiser Sport True Wireless im Test
Sportkopfhörer mit fettem Sound, IP54-Zertifizierung und langer Akkulaufzeit: Die Sennheiser Sport True Wireless klingen nach einem idealen Trainingspartner. Wir testen die Kopfhörer.
Anders als bei klassischen Kopfhörern gibt es bei Sportkopfhörern deutlich weniger Modellwechsel. Gleichzeitig gibt es auch weniger neue Produkte – entsprechend sind neue Sportkopfhörer immer gern gesehen. Sennheiser will mit den Sport True Wireless nicht nur Sportler für sich gewinnen, sondern mit den Kopfhörern auch im Alltag und Büro überzeugen.
Design & Lieferumfang
Das Design der Sport True Wireless erinnert an die True-Wireless-Kopfhörer der Momentum-Serie. Insgesamt wirken sie deutlich wuchtiger und schwerer, als sie eigentlich sind. Mit unter 7 g pro Kopfhörer sind sie so leicht, dass sie beim Workout nicht stören.
Wer sich über die große Anzahl an Silikonstöpseln im Lieferumfang wundert, der sieht gleich eine Besonderheit der TWS Sport. Sie verfügen über „anpassbare Akustik“. Konkret bedeutet dies, dass man sich entweder komplett von der Umgebung abschotten oder die Umwelt noch mitbekommen kann. Je nachdem wählt man die blauen Stöpsel und aktiviert in der App den Aware-Modus oder nutzt die schwarzen Aufsätze und den Focus-Modus. Der Unterschied liegt im Detail, aber der Fokus-Modus liefert eine sehr gute Abschottung von der Außenwelt. Fürs Laufen gefiel uns der Aware-Modus gut, der zugleich eine solide Alltagsleistung liefert.
Die Sport True Wireless liefern, ähnlich wie die JBL Reflect Flow, nur passive Geräuschunterdrückung, kein ANC. Für den Sport ist das aber von Vorteil. Denn ANC-Geräte tendieren dazu, den Wind mit ihren Mikrofonen einzufangen und nervig im Ohr zu verstärken. Die Sport True Wireless haben dieses Problem nicht und isolieren, auf Wunsch, dennoch sehr gut von der Außenwelt. Das gilt nicht nur fürs Fitness-Studio, auch im Büro trennen sie uns vom Umgebungslärm.
Tragekomfort
Sportkopfhörer müssen bombenfest sitzen. Wo einige Hersteller auf Bügel setzen, versucht es Sennheiser mit kleinen Silikonflügeln, die sich im Ohr querstellen. In der Packung liegen drei verschiedene Größen dieser Flügel, dazu kommt ein normaler Gummiring für alle, die die Kopfhörer außerhalb des Sports nutzen wollen.
Mit den richtigen Silikonaufsätzen halten die Kopfhörer bombenfest im Ohr, ohne dabei unangenehm oder gar schmerzhaft zu drücken. Wir nutzen die Sennheiser Kopfhörer etwa bei einem 10-Kilometer-Lauf und anderen Trainings, kein einziges Mal hatten wir das Gefühl, dass die Stöpsel herausfallen.
Die Sport True Wireless haben keine Knöpfe, gesteuert werden sie über Touch-Flächen. Das funktioniert erfreulich gut, selbst beim Laufen konnten wir problemlos lauter oder leiser stellen, indem wir den Finger länger auf den Kopfhörern halten. Die Kopfhörer haben aber keine Trageerkennung, sie pausieren also nicht, wenn sie aus dem Ohr herausgenommen werden.
Ausstattung
Wie bereits erwähnt bieten die Sport True Wireless keine aktive Geräuschunterdrückung, ANC. Dafür kann sich der Rest der technischen Daten sehen lassen. Zunächst sind sie dank IP54-Zertifizierung gegen Staub, Wasser und Schweiß geschützt, unverzichtbar für gute Sportkopfhörer. Mit Smartphone oder Sportuhr funken sie per Bluetooth 5.2, recht viel aktueller geht es nicht. Sie sind abwärtskompatibel zu älteren Standards. Neben den Profilen A2DP, AVRCP und HFP sind die Codecs wichtig. Sennheiser setzt auf den Qualcomms aptX, dazu kommt AAC oder als kleinster gemeinsamer Nenner, SBC. Dolby Atmos for Headphones oder 360 Reality Audio wie bei den Sony Linkbuds fehlt, das kann man aber verschmerzen. Ärgerlich ist da schon eher, dass es kein Multipoint gibt, etwa um die Kopfhörer mit dem Smartphone und eine Sportuhr mit Musikplayer zu verbinden.
Die Kopfhörer haben je einen Akku mit 55 mAh, diese wird über das Ladecase (400 mAh) geladen, das seinen Strom wiederum per USB-C bekommt. Der USB-Port der Ladeschale ist mit einer Plastikabdeckung gegen Umwelteinflüsse geschützt, ein nettes Feature. Farblich bekommt man die Ohrstöpsel nur in Schwarz.
Die Steuerung samt Firmware-Upgrades läuft über die Sennheiser Smart Control App für Android oder iOS. Die Anwendung ist übersichtlich aufgebaut und bietet alles Notwendige. Allerdings hätten wir uns eine Suchfunktion gewünscht. So könnte die App etwa den letzten Ort speichern, an dem die Kopfhörer aus dem Case genommen wurden, damit man beispielsweise sieht, ob man sie im Fitness-Studio hat liegen lassen. Alternativ wäre es etwa hilfreich, das Case piepen zu lassen, damit man es in der Sporttasche oder im Rucksack findet.
Die Sennheiser Kopfhörer klingen ausgeglichen und sehr gut. Wer etwas mehr Bass möchte, etwa im Fokus-Modus beim Krafttraining, kann das über die App und die Equalizer-Funktionen anpassen oder über die Soundcheck-Funktion eigene Presets passend zur Musik erstellen. In der Praxis hat der Aware-Modus einen etwas fetteren Bass. Das gilt nicht nur für den typischen „Utz-Utz-Bass“, sondern auch das Instrument – bei Santeria von Sublime hört man das gut. Neben Extra-Bass hat uns die Option für das Hervorheben von Stimmen gut gefallen – gut für alle, die statt mit Musik mit Hörbüchern oder Podcasts trainieren gehen.
Wir haben uns quer durch die Musikrichtungen gehört, von Accepts Balls to the Wall über Blinding Lights von The Weeknd oder Sad White Reggae von Placebo hin zu ZZ Top. Kein Song ist schlecht, die Sport True Wireless liefern die Musik, gerade im Aware-Modus, mit ordentlich Druck, ohne dass der Bass die Stimme, Höhe oder Mitte überlagert. Das sorgt beim Laufen für einen guten Rhythmus, mit dem man richtig schön in den Flow kommt. Gleichzeitig kann man die Kopfhörer problemlos im Alltag nutzen, egal ob für Musik, Podcasts oder Filme. Dank aptX kommt es auch beim Ansehen von Videos zu keiner Verzögerung.
Bei Telefonanrufen hatten wir mittelgute bis gute Erfahrungen, für True Wireless Kopfhörer ist die Qualität aber brauchbar. Wie immer sollte man sich einen ruhigen Ort zum Telefonieren suchen. Über die App und die Funktion Sidetone kann man einstellen, wie stark man sich selbst beim Telefonieren hört.
Akku
Bei voller Lautstärke halten die Sport True Wireless in unserem Dauertest bei voller Lautstärke etwas mehr als acht Stunden durch. Das kommt sehr nahe an die neun Stunden, die Sennheiser angibt. Da man normalerweise nicht mit 100 Prozent Lautstärke hört, im Test waren wir eher bei 50 bis 75 Prozent, ist das ein sehr gutes Ergebnis. Die Ladeschale lädt die Kopfhörer etwa dreimal wieder auf, dann muss sie selbst ans Stromnetz.
Preis
Die Sport True Wireless haben eine Preisempfehlung von 140 Euro, der Straßenpreis liegt mittlerweile bei 78 Euro.
Fazit
Sennheiser liefert mit den Sport True Wireless sehr gute Kopfhörer fürs Training und den Alltag. Ja, die Standard-Presets haben einen Fokus auf den Bass, allerdings, ohne dass andere Bereiche der Musik darunter leiden. Fürs Laufen oder im Studio ist das gewünscht und man kommt einfach in den Rhythmus. Über die App kann man die Presets einfach anpassen, oder man wechselt auf den Fokus-Modus. Die Bauform täuscht auf den ersten Blick, die Kopfhörer sind überraschend leicht und halten zuverlässig fest im Ohr.
Gleichzeitig sind die Kopfhörer auch für den Alltag gut geeignet. Der Sound ist super, die Akkulaufzeit passt und der Sitz ist gut. Bravo, Sennheiser, das sind gute Allround-Kopfhörer, die noch dazu dank IP54 einfach abwaschbar sind. Für den Preis bekommt man hier sehr gute Geräte, die zwar kein ANC bieten, aber dennoch gut von der Außenwelt trennen.
Die In-Ear-Kopfhörer Adidas ZNE 01 ANC locken Sportler – aber reicht der Name, um wirklich guten Sound zu produzieren? Wir testen die Sportkopfhörer.
VORTEILE
- toller Sound
- gutes ANC
- stabiler Sitz auch ohne Silikonflügel
NACHTEILE
- keine Lautstärkensteuerung
- Akkulaufzeit etwas kurz
Sport-Kopfhörer Adidas ZNE 01 ANC im Test
Die In-Ear-Kopfhörer Adidas ZNE 01 ANC locken Sportler – aber reicht der Name, um wirklich guten Sound zu produzieren? Wir testen die Sportkopfhörer.
Adidas kann auch Kopfhörer. Das hat das Unternehmen (genauer gesagt, Zound Industries, von denen die Audio-Geräte kommen) mit dem On-Ear-Sportkopfhörer Adidas RPT-01 gezeigt. Doch ein Kopfhörer wäre zu langweilig und natürlich muss man aktuell auch In-Ears fürs Training anbieten. Deswegen haben wir uns die Adidas ZNE 01 ANC (ZNE steht übrigens für Zero Negative Energy) in die Redaktion geholt. Zeit, die True-Wireless-Kopfhörer im Alltag und beim Training ausgiebig zu testen.
Design
Wie die RPT-01 kommen auch die ZNE 01 ANC von Zound Industries. Das Audio-Unternehmen kennt sich aus und baut auch Marshall-Kopfhörer und -Bluetooth-Boxen. Und das Design der ZNE 01 ANC ist keineswegs Standardware. Das Ladeetui und die Kopfhörer sind entweder schwarz oder grau und mit einem unregelmäßigen Muster durchzogen. Das Adidas-Logo auf der Front ist dezent, aber dennoch ein Blickfang.
Die Ohrstöpsel folgen dem True-Wireless-Standard: Ein großer oberer Bereich für die Treiber und Technik, an dem auch die auswechselbaren Ohrstöpsel sitzen. Der kleine Steg ist mit Gitter-Applikationen besetzt, der Kontrast sieht gerade beim schwarzen ZNE 01 ANC ziemlich gut aus.
Die Ladeschale ist rechteckig und angenehm klein, sie hat etwas mehr Volumen als zwei Tic-Tac-Boxen. Die Hülle ist geriffelt und liegt gut in der Hand. Dank Magneten halten die Ohrhörer fest in der Box und werden automatisch geladen.
Technische Daten
Die Adidas ZNE 01 ANC funken per Bluetooth 5.2 mit dem Android- oder iOS-Smartphone. Bei Android ist es erfreulich einfach, dank Fast Pair tauchen die Kopfhörer fürs Pairing auf, wenn man den Deckel öffnet. Während des Setups kann man die Adidas Headphones App herunterladen. Mehr zur App später. Um manuell in den Bluetooth-Pairing-Modus zu schalten, drückt man einfach lange auf das Adidas-Logo an der Front.
Bei den ZNE 01 ANC handelt es sich um Sportkopfhörer, entsprechend sind sie mit IPX5 gegen Strahlwasser geschützt. Das Ladeetui ist mit IPX4 gegen Spritzwasser geschützt.
Tragekomfort
Für Sportkopfhörer ungewöhnlich: Die Adidas ZNE 01 haben weder kleine Silikonflügel noch andere Halterungen, die sie beim Sport fixieren. Stattdessen stecken sie in einer etwas rauen Anti-Rutsch-Kunststoffhülle. Wir waren skeptisch, ob die Kopfhörer wirklich beim Training halten.
Also, Laufschuhe an und los. Während einer 8-km-Laufrunde hielten die Kopfhörer sicher im Ohr, so gut, dass wir sie teilweise sogar vergaßen. Das gilt auch fürs Training im Fitness-Studio. Das Design-Team der Kopfhörer hat wirklich gute Arbeit geleistet. Der große Vorteil ist, dass die Kopfhörer dadurch keine Druckstellen erzeugen – wirklich clever.
Bedienung & App
Die Headphones-App von Adidas kümmert sich um die Verwaltung und die Firmware-Updates. Man benötigt sie für den Betrieb eigentlich nicht – da sie aber keinen Account benötigt, kann man sie recht bequem installieren. Insgesamt ist die App in Ordnung, allerdings fehlt es uns an Einstellungsmöglichkeiten. Ähnlich wie bei den RPT-01 gibt es einen Schnellzugriff durch langes Drücken, den man aber nur mit ANC, Spotify, Adidas Running oder dem Standard-Sprachassistenten belegen kann. Schöner wäre hier eine Lautstärkensteuerung oder ein freies Belegen der Funktion.
Ist die App gerade nicht zur Hand, kann man die Kopfhörer übers Antippen steuern. Das ist an sich bequem und intuitiv (1 x tippen – Play/Pause, 2 x tippen – nächster Track usw.).
Allerdings haben wir im Alltag ein paar Anmerkungen. Zunächst nervtes, dass man die Lautstärke nicht über die Kopfhörer regeln kann. Auch der Wechsel der verschiedenen Betriebsarten der Geräuschunterdrückung ist wegen fehlender Ansagen nicht gut gelöst. Anwendern bleibt nichts anderes übrig, als sich die verschiedenen Tonsignale einzuprägen. Hier wäre ein „ANC An“ oder „ANC Aus“ deutlich hilfreicher gewesen.
Übrigens: Die Kopfhörer lassen sich mit Android über die „Gerät finden“-App lokalisieren. Zumindest teilweise, denn man sieht nur, wo sie zuletzt mit dem aktiven Smartphone verbunden waren. Das dürfte aber reichen, um zu sehen, ob man sie beispielsweise im Fitness-Studio vergessen hat.
Klangqualität & ANC
Sportkopfhörer verbindet man häufig mit einem übertriebenen Bass? Zum Glück nicht. Ja, der Bass ist bei den ZNE 01 ANC deutlich, aber Mitten und Höhen saufen nicht ab. Bei Songs wie Every You Every Me von Placebo kann man schön die Details heraushören. Neuere Songs wie Edamame von bbno$ oder Klassiker wie Zipfeschwinga der Bayern-Hip-Hopper von Dicht & Ergreifend profitieren ebenfalls. Wer mag, der kann über die App die ausgeglichenen Adidas Equalizer-Einstellungen gegen andere Presets tauschen oder anpassen. Eigene Settings kann man leider nicht erstellen. Für den Sport passen die Einstellungen gut, für den Alltag muss man wahrscheinlich etwas herumspielen, wenn der Bass zu extrem ist. Insgesamt haben wir die Kopfhörer aber gerne auch im Alltag genutzt.
Das liegt auch an der guten Geräuschunterdrückung. Sie kommt im direkten Vergleich zwar nicht ganz an Geräte wie die Sennheiser Momemtum True Wireless 3 oder die Huawei Freebuds Pro 2, reicht aber locker, um Kollegen im Büro oder Lärm beim Pendeln auszublenden.
Gut gefallen hat uns, dass die Kopfhörer auch ohne aptX Videos ohne Verzögerung beim Audio wiedergeben können. Wir haben uns etwa The Gray Man via Netflix damit angesehen, ohne dass eine Latenz merkbar gewesen wäre.
Beim Telefonieren leiden die ZNE 01 ANC unter dem gleichen Problem wie alle anderen In-Ears. Der Weg vom Mikrofon zum Mund ist einfach weit und selbst wirklich gute Mikrofone haben ihre Grenzen. Sprich, man kann damit schon telefonieren, muss aber etwas lauter sprechen. Zugleich sollte man eine ruhige Ecke nutzen.
Adidas ZNE 01 ANC - Bilderstrecke
Akku
Mit ANC und bei voller Lautstärke kommen wir im Test auf knapp unter vier Stunden, das ist vergleichbar mit den Nothing Ear 1. Kein Top-Wert, aber auch nicht wirklich schlecht. In der Praxis nutzen wir die Kopfhörer maximal mit 75-prozentiger Lautstärke, da sollte also noch etwas Luft sein. Das Case lädt die Kopfhörer dreimal auf, dann muss es selbst an die Ladestation. Das Etui selbst lädt kabellos per Qi (Bestenliste) oder klassisch übers USB-C-Kabel.
Interessant ist, dass man über die App eine Eco-Ladefunktion aktivieren kann, die die Kopfhörer nur mit maximal 80 Prozent lädt und so den Akku schont. Ob das langfristig etwas bringt, konnten wir im Test bisher nicht verifizieren, wir haben die Option aber (nach der Batterie-Laufzeitmessung) mal aktiviert.
Preis
Der UVP der Adidas ZNE 01 ANC liegt bei stolzen 189 Euro. Der Straßenpreis ist mit 86 Euro deutlich niedriger.
Fazit
Was die Adidas ZNE 01 ANC von vielen anderen guten Sportkopfhörern unterscheidet, ist ihr Design. Ein solider Halt beim Training, ganz ohne Haken oder Flügel, das haben wir so bisher nicht erlebt. Dennoch funktionieren die Kopfhörer beim Sport überraschend gut.
Die restlichen Werte sind für Kopfhörer für 150 Euro guter Durchschnitt: Der Sound ist Top, ANC ist im oberen Mittelfeld, die Akkulaufzeit könnte besser sein. Unverständlich ist, warum eine Lautstärkenkontrolle fehlt, gerade beim Workout will man nicht erst das Smartphone aus der Tasche ziehen müssen oder mit virtuellen Assistenten diskutieren. Adidas-Fans können aber zugreifen.
Mit den Amiron Zero Sport wagt sich Beyerdynamic in den boomenden Open-Ear-Markt – und setzt auf ein Clip-Design mit mutigem Farbkonzept.
VORTEILE
- hervorragender Tragekomfort
- mutiges Design der Sport-Variante
- räumlicher, natürlicher Klang
- Schnellladefunktion
- App mit EQ
NACHTEILE
- kurze Akkulaufzeit (6 h)
- keine Lautstärkeregelung am Gerät
- Kein Hi-Res-Codec (LDAC/aptX)
Open-Ear-Kopfhörer Beyerdynamic Amiron Zero Sport im Test: Top-Klang und Komfort
Mit den Amiron Zero Sport wagt sich Beyerdynamic in den boomenden Open-Ear-Markt – und setzt auf ein Clip-Design mit mutigem Farbkonzept.
Open-Ear-Kopfhörer lassen den Gehörgang frei und ermöglichen es, Musik zu hören und trotzdem die Umgebung wahrzunehmen. Für Radfahrer, Jogger und Pendler ist das nicht nur praktisch, sondern teils sogar Pflicht. Beyerdynamic – bekannt für audiophile Over-Ear-Kopfhörer wie den DT 770 Pro – betritt mit den Amiron Zero Sport nun dieses wachsende Segment. Das Clip-Design erinnert an die Bose Ultra Open Earbuds (Testbericht), die sich ebenfalls wie ein Ohrring ans Ohr klemmen. Allerdings will Beyerdynamic das Konzept kompakter, leichter und günstiger umsetzen.
Design: Mut zur Farbe
Die Beyerdynamic Amiron Zero Sport setzen auf ein c-förmiges Clip-Design. Der Clip legt sich um die Ohrmuschel, der Lautsprecher sitzt direkt vor dem Gehörgang – ohne in den Kanal einzudringen. Die Kopfhörer gibt es in Schwarz, Weiß und als uns vorliegende Sport-Variante mit orangefarbenen Akzenten. Die mutige Farbkombination erinnert an einen Sportwagen, wirkt dank der kompakten Bauform aber keineswegs protzig. Eher wie ein kleines Schmuckstück. Das Design hebt sich wohltuend von der Open-Ear-Masse ab, die oft in zurückhaltendem Schwarz oder Weiß daherkommt.
Beyerdynamic Amiron Zero Sport Bilder
Zum Vergleich: Die Bose Ultra Open Earbuds und Nothing Ear (Open) liegen bei 8 g. Das flexible Band passt sich an verschiedene Ohrformen an, so eignen sich die Clips sowohl für kleine als auch große Ohren. Insgesamt ein sehr cooles und mutiges Design, das sich erfrischend vom Einheitsbrei abhebt.
Verarbeitung
Die Earbuds bestehen aus robustem Kunststoff. Beyerdynamic zertifiziert sie nach IP54 – das schützt gegen Staub, Spritzwasser und Schweiß. Für ein direktes Wasserbad oder viel Regen reicht es allerdings nicht.
Das Ladecase wiegt etwa 45 g und fällt angenehm kompakt aus – es passt problemlos in jede Hosentasche. Seine Oberfläche ist leicht aufgeraut und fühlt sich dadurch minimal gummiert an. Das liegt sehr angenehm in der Hand. Das matte Finish zieht keine Fingerabdrücke an. Ein Metall-Scharnier sorgt für Stabilität, und Magnete halten den Deckel sicher geschlossen. Beim Öffnen fühlt sich der Mechanismus aber nicht immer perfekt an: Gelegentlich knackt er etwas eigenartig – das wirkt nicht ganz so hochwertig wie etwa das Case der Nothing Ear (Open) mit seinem satten Schließmechanismus.
Die Earbuds halten per Magnet im Case. Allerdings finden wir nicht immer sofort die richtige Position. Die Verarbeitung ist insgesamt präzise und solide, das Case hätte in Details aber etwas mehr Feinschliff vertragen können.
Tragekomfort der Beyerdynamic Amiron Zero Sport
Mit 6 g pro Earbud sind die Amiron Zero Sport so leicht, dass man sie bei längeren Sessions schlicht vergisst. Das Clip-Design erzeugt keinen Druck im Gehörgang – ein Vorteil gegenüber klassischen In-Ear-Kopfhörern, die gerade bei empfindlichen Ohren nach einiger Zeit unangenehm drücken können. Die offene Bauweise verhindert zudem, dass sich Wärme am Ohr staut. Gerade beim Sport ein spürbarer Komfortgewinn.
Der Clip-Mechanismus hält bei sportlichen Aktivitäten sicher. Laufen, HIIT-Training oder Sprinten – die Earbuds sitzen auch bei größeren Ohren bombenfest. Die Bose Ultra Open Earbuds sitzen ähnlich sicher, wirken nach außen aber klotziger.
Der Tragekomfort zählt zu den größten Stärken der Beyerdynamic. Ob beim Pendeln, im Büro oder beim Sport – wer einen Kopfhörer sucht, der sich auch über viele Stunden angenehm tragen lässt, wird hier fündig.
Bedienung am Gerät
Die Beyerdynamic Amiron Zero Sport setzen auf Touch-Sensoren, die auf der Rückseite und Vorderseite der Earbuds sitzen – nicht auf dem Bügel. Bedient wird per Doppel- und Dreifach-Tap. Einzel-Taps und langes Drücken gibt es bewusst nicht. Das reduziert versehentliche Eingaben.
Über die Touch-Gesten steuert man Play/Pause, springt Tracks vor oder zurück, nimmt Anrufe an und aktiviert den Sprachassistenten. Die Belegung lässt sich per App anpassen. Allerdings fehlt eine Lautstärkeregelung. Die muss über das verbundene Smartphone erfolgen – das kennt man von Konkurrenten, nervt aber trotzdem.
Die Touch-Steuerung funktioniert meist zuverlässig, gelegentlich reagieren die Earbuds aber nicht auf Eingaben. Hier hätten wir uns physische Tasten gewünscht, wie sie die Shokz Openfit Pro bieten. Die Bedienung ist insgesamt selbsterklärend, erfordert anfangs jedoch etwas Eingewöhnung, um die Position der Sensoren sicher zu treffen.
Praktisch: Ein Mono-Modus erlaubt die unabhängige Nutzung eines einzelnen Earbuds. So lässt sich etwa beim Autofahren nur ein Ohr bestücken, während das andere frei bleibt. Das verdoppelt nebenbei die effektive Laufzeit.
Die Beyerdynamic-App
Die Beyerdynamic-App steht für iOS und Android bereit. Android nutzt Google Fast Pair für eine schnelle Erstverbindung. Der Funktionsumfang ist übersichtlich, aber sinnvoll: Ein 5-Band-Equalizer erlaubt die individuelle Klanganpassung. Dazu kommen Genre-Presets wie Bass, Smooth, Loudness, Neutral und Podcast. Beyerdynamic bietet zudem Presets für laute Umgebungen – etwa eine Vocal-Betonung für Parks oder eine Bass-Verstärkung für ruhige Räume zu Hause. Benutzerdefinierte EQ-Profile lassen sich ebenfalls speichern.
Weitere Funktionen: Touch-Steuerung anpassen, Batteriestatus in Prozent, Auto-Abschaltung konfigurieren (etwa nach 30 Minuten Inaktivität), Sprachassistent und Trageerkennung ein- oder ausschalten. Die Trageerkennung pausiert die Wiedergabe automatisch, wenn man einen Earbud abnimmt – mit einer Verzögerung von etwa zwei Sekunden.
Beyerdynamic Amiron Zero Sport Screenshot
Die App ist übersichtlich und selbsterklärend. Neben Tastenbelegung und Equalizer bietet sie allerdings keinen großen Mehrwert. Erweiterte Funktionen wie einen Gaming-Modus oder eine „Kopfhörer finden“-Funktion mit akustischem Signal sucht man vergeblich.
Klangqualität der Beyerdynamic Amiron Zero Sport
Die Amiron Zero Sport verbinden sich per Bluetooth 5.4 mit dem Zuspieler und unterstützen die Profile HFP, A2DP und AVRCP. Bei den Codecs stehen SBC und AAC zur Verfügung. Hi-Res-Codecs wie aptX, LDAC oder Lossless fehlen – das ist bei Open-Ear-Kopfhörern zu verschmerzen. Trotzdem: Die Earfun Openjump bieten zum deutlich günstigeren Preis immerhin LDAC, die Bose Ultra Open Earbuds setzen auf aptX Adaptive, und die Anker Soundcore Aerofit 2 Pro unterstützen LDAC. Multipoint-Konnektivität für zwei Geräte gleichzeitig ist an Bord.
In jedem Earbud steckt ein dynamischer Treiber mit den Maßen 18 × 11 × 4,85 mm und einem Frequenzbereich von 20 Hz bis 20 kHz. Die Klangbühne wirkt natürlich und räumlich, die Stereotrennung gelingt gut, das Imaging überzeugt. Jazz, Instrumentalmusik und Podcasts machen mit den Amiron Zero Sport richtig Spaß.
Die Klangsignatur tendiert in Richtung V-Shape: Bässe und Höhen sind betont, die Mitten treten etwas in den Hintergrund. Im Detail bedeutet das: Der Bass ist für einen Clip-on-Kopfhörer überraschend präsent, fällt im Sub-Bass-Bereich aber hohl und flach aus. Tiefe Frequenzen verlieren an Klarheit, sind zuweilen kaum wahrnehmbar. Die Shokz Openfit Pro liefern hier spürbar mehr Tiefgang und sogar einen für Open-Ear seltenen, spürbaren Bass. Auch die Nothing Ear (Open) klingen voller im Tieftonbereich.
Die Mitten wirken etwas dünn und schwach betont. Vocals kommen klar durch, Instrumenten fehlt es aber an Präsenz und Körper. Die Höhen hingegen sind ein echtes Highlight: luftig, detailliert und farbig, ohne dabei scharf oder unangenehm zu werden. Das trägt zur angenehmen Offenheit des Klangbilds bei – hier spürt man die Audioexpertise von Beyerdynamic.
Per EQ in der App lässt sich der Klang merklich verbessern. Die Genre-Presets helfen, den Sound an verschiedene Hörsituationen anzupassen. In lauten Umgebungen muss man die Lautstärke allerdings deutlich aufdrehen, da Umgebungsgeräusche ungehindert durchdringen – das liegt in der Natur offener Kopfhörer. Bauartbedingt bekommt die Umgebung bei hoher Lautstärke auch einiges vom Inhalt mit.
In ruhigen Räumen klingt die eigene Stimme für den Gesprächspartner klar und natürlich. Draußen, bei Wind oder im Café sieht es deutlich anders aus: Die Stimme wird dumpf, Wind bricht stark durch und macht die Verständigung oft schwierig. Für Outdoor-Telefonate eignen sich die Amiron Zero Sport kaum. Wer oft unterwegs telefoniert, ist mit den Huawei Freearc besser bedient.
Akku
Die Beyerdynamic Amiron Zero Sport halten mit einer Ladung bis zu 6 Stunden durch. Das Ladecase liefert etwa drei weitere volle Ladungen, was eine Gesamtlaufzeit von rund 20 Stunden ergibt (6 + 14 Stunden aus dem Case). Bei moderater Nutzung bestätigen sich diese Angaben im Test. Im Vergleich zur Konkurrenz ist das ein solider, aber kein herausragender Wert.
Positiv: Eine Schnellladefunktion liefert nach 10 Minuten am Kabel bereits 2 Stunden Wiedergabezeit. Das ist praktisch, wenn man vor dem Lauftraining feststellt, dass der Akku fast leer ist. Der Mono-Modus verdoppelt die effektive Laufzeit – wer abwechselnd nur einen Earbud nutzt, kommt weiter. Geladen wird per USB-C. Kabelloses Qi-Laden unterstützt das Case nicht – das bieten in dieser Preisklasse aber auch nur wenige Konkurrenten, etwa die Earfun Openjump.
Wer die Kopfhörer den ganzen Tag durchgehend tragen möchte, sollte zwischendurch nachladen. Für den typischen Einsatz beim Sport oder auf dem Arbeitsweg reichen die 6 Stunden aber aus.
Preis: Was kosten die Beyerdynamic Amiron Zero Sport?
Der aktuelle Preis der Beyerdynamic Amiron Zero Sport liegt bei 149 Euro (Amazon) – was der UVP entspricht.
Fazit
Die Beyerdynamic Amiron Zero Sport sind gelungene Open-Ear-Kopfhörer mit eigenständigem Charakter. Das mutige Clip-Design in Orange-Schwarz sieht klasse aus, die Verarbeitung überzeugt und der Tragekomfort gehört dank 6 g Gewicht zum Besten im Segment. Beim Klang punkten sie mit einer natürlichen und räumlichen Klangbühne und luftigen Höhen – hier spürt man die Audioerfahrung von Beyerdynamic. Der Bass hat erstaunlich viel Punch für einen Clip-on, fällt im Sub-Bass aber flach aus.
Schwächen zeigen die Amiron Zero Sport bei der Telefonie im Freien, der fehlenden Lautstärkeregelung am Gerät und der gelegentlich unzuverlässigen Touch-Steuerung. Auch die Akkulaufzeit von 6 Stunden pro Ladung liegt unter dem Klassendurchschnitt. Wer einen kompakten, ultraleichten Open-Ear-Kopfhörer mit Clip-Design sucht und Wert auf räumlichen Klang und hohen Tragekomfort legt, bekommt mit den Amiron Zero Sport dennoch ein stylishes und überzeugendes Paket.
Mit Funktionen wie Spatial Audio samt Head-Tracking-Feature bietet der 1More Aero Oberklassen-Features zum kleinen Preis. Am Ende überzeugen aber ganz andere Qualitäten, wie unser Testbericht zeigt.
VORTEILE
- guter Sound und tolles ANC
- hoher Tragekomfort
- Verarbeitung und Design
- Bluetooth Multipoint, Qi
NACHTEILE
- kein aptX- oder LDAC-Codec
1More Aero im Test: Bester Klang & ANC für 65 Euro
Mit Funktionen wie Spatial Audio samt Head-Tracking-Feature bietet der 1More Aero Oberklassen-Features zum kleinen Preis. Am Ende überzeugen aber ganz andere Qualitäten, wie unser Testbericht zeigt.
Für 1More ist der Aero etwas Besonders: Er ist der erste Kopfhörer des US-Unternehmens mit Spatial Audio. Bei der Technologie erkennt ein Gyroskop Kopfbewegungen und passt den Sound entsprechend an. Schaut man einen Film auf dem Smartphone und blickt nach links, verschiebt sich der Klang entsprechend auf das rechte Ohr. Das kleine Kinoerlebnis für unterwegs macht sich gerade in der Oberklasse breit und wird dort gerne als der Heilige Audiogral gepriesen. Ein Beispiel dafür sind die JBL Tour Pro 2 (Testbericht). Im Alltag zeigt es sich aber eher als nette Spielerei beim Anschauen von Filmen oder Videos. So auch hier.
Design und Tragekomfort
Schick sieht er aus, der 1More Aero. Es gibt ihn in zwei Farbvarianten: Schwarz und Weiß. Beim schwarzen Modell setzt ein rötlicher Ring an den Silikon-Aufsätzen einen kleinen, aber feinen Akzent. Das weiße Modell verzichtet auf dieses Detail und wirkt dadurch angenehm clean. Die In-Ears wie auch das Ladecase sind mit viel Plastik geziert, das sich durch ein mattes Finish jedoch wertig und angenehm samtig anfühlt. Vor allem an der flachen und fast schon etwas futuristisch wirkenden Ladebox mag man sich einfach nicht satt sehen.
Eine süchtig machende Spielerei ist auch das Einsetzen der Earbuds in das Case: Durch Magnete springen sie fast von allein zurück in das Etui und richten sich perfekt aus. Ein Konzept zum Verlieben! Ansonsten fallen die In-Ears vor allem durch ihren zugespitzten Stift ins Auge. Das Design kennen wir bereits von den 1More-Kopfhörern Comfobuds 2 und Comfobuds Pro.
Die Earbuds liegen mit jeweils nur 4,9 Gramm angenehm leicht in den Ohren und bieten einen hohen Tragekomfort. Mit Blick auf sportliche Aktivitäten könnte der gebotene Halt problematisch werden – je nach Ohrbeschaffenheit. Durch die IPX5-Zertifizierung ist der 1More Aero dazu auch in der Lage. Für den Alltag reicht der Sitz in unseren Testohren aber definitiv aus.
Ausstattung und Bedienung
An Zubehör liegen dem 1More Aero ein kurzes USB-C-Ladekabel sowie insgesamt vier Ohrstöpsel-Paare in unterschiedlichen Größen bei, um die richtige Passform für den jeweiligen Nutzer zu finden. Die erste Kopplung und das Einrichten per App klappen ohne Probleme. Die App erklärt die Touch-Bedienung beim ersten Starten und geht im Alltag auch gut von der Hand. Auf Wunsch kann diese noch etwas angepasst werden.
1More Aero Screenshots
Grundsätzlich sind die Funktionen der App überschaubar. Zu den Highlights zählen ein Equalizer mit vielen Presets, ein Spatial-Audio-Modus für 3D-Sound und eine intelligente Anpassung von Bass, Mitten und Höhen an die gewählte Wiedergabelautstärke. Die ANC-Modi können wahlweise über die Touch-Steuerung oder – ein wenig detaillierter – über die App durchgeschaltet werden.
Hier im Preisvergleich zeigen wir die beliebtesten Bluetooth-Earbuds unter 100 Euro:
Technik und Akkuleistung
Beim 1More Aero geben die dynamischen 10-Millimeter-Treiber den Ton an, übertragen wird per Bluetooth 5.2. Auch Multipoint-Verbindungen sind möglich. Das Feature befindet sich allerdings noch im Betastadium und muss erst über die App aktiviert werden. Bei uns hat die Funktion bereits gut funktioniert. An Codecs kommen lediglich SBC und AAC zum Einsatz. Auf einen besseren Codec speziell für Android-Nutzer, wie aptX oder LDAC, wird hingegen verzichtet.
Der Akku hält bei eingeschaltetem ANC rund fünf Stunden. Sieben sind es, wenn auf die Geräuschunterdrückung verzichtet wird. Über das Ladecase sind insgesamt bis zu 28 Stunden drin. Dank Fast-Charge-Funktion kann der 1More Aero außerdem in 15 Minuten für drei Stunden Spielzeit aufgeladen werden. Wahlweise per Kabel oder Qi-Charging.
Klangqualität
Für Earbuds im 100-Euro-Segment ist der Sound erstaunlich gut abgemischt, kann audiophile Ansprüche aber erwartungsgemäß nicht bedienen. Dieses Feld überlässt der 1More Aero bewusst weitaus teureren Kopfhörern. Konzipiert ist er primär für den breiten Alltagsgebrauch. Die Höhen könnten etwas mehr Aufmerksamkeit gebrauchen, dieses Manko lässt sich über den 10-Band-Equalizer aber weitgehend entschärfen. Auf die insgesamt zwölf Klang-Presets wollen wir indes verzichten. Die meisten davon klingen seltsam oder betonen den ohnehin schon recht dominanten Bass, wodurch die Höhen noch eingedrückter wirken. Am besten hat uns an der Auswahl die Studio-Voreinstellung gefallen. Letztlich wählen wir dann aber doch lieber ein selbst angelegtes Preset, von denen insgesamt drei erstellt werden können.
Bei aktiviertem Spatial Audio inklusive Head-Tracking-Technologie wird das dreidimensionale Klangerlebnis ganz gut umgesetzt. Auffällig ist eine deutliche Effekt-Verzögerung bei Kopfbewegungen. Wie eingangs erwähnt, ist dieses Feature für uns ohnehin lediglich eine nette Spielerei, die vielleicht mal im Zug beim Anschauen eines Films aktiviert wird. Mehr auch nicht.
Die Sprachqualität beim Telefonieren geht dank der insgesamt sechs Mikrofonen in Ordnung. Bei windigem Wetter erweist sich der ANC-Modus zur Reduzierung von Windgeräuschen als nützlich.
ANC
Generell profitiert der 1More Aero von einer guten Grundabschirmung, sofern die Silikon-Aufsätze passend gewählt sind. Wird das auf Wunsch adaptive Noise Cancelling von bis zu 42 dB bei einem Frequenzbereich zwischen 40 und 4000 Hertz hinzugeschaltet, offenbart sich eine überraschend effiziente ANC-Leistung. Schon bei mittlerer Musiklautstärke ist vom Straßenlärm nichts mehr zu hören. Im Hochtonbereich zeigen sich erwartungsgemäß Schwächen, aber hier begegnen alle ANC-Kopfhörer ihrem Endgegner. Weitaus teurere ANC-Spitzenmodelle, wie der Sony WF-100XM4 (Testbericht) oder die Bose Quietcomfort Earbuds (Testbericht), filtern deutlich besser aus.
Preis
Die unverbindliche Preisempfehlung für den 1More Aero liegt bei 110 Euro. Auf dem Markt kosten sie aktuell 56 Euro.
Fazit
Tatsächlich überzeugt der 1More Aero im Test weniger durch das angepriesene Oberklassen-Feature namens Spatial Audio, sondern vielmehr durch seine grundsolide Performance, die mit Blick auf das Preissegment in vielen Bereichen überdurchschnittlich ist. Design, Tragekomfort und allen voran ANC sind bemerkenswert gut gelungen. Dazu gesellt sich ein tolles Ausstattungspaket mit AAC-Codec, Bluetooth-Multipoint und eine dynamische EQ-Anpassung an die gewählte Lautstärke. Hier wird viel fürs Geld geboten, auch wenn wir uns – etwas kleinlaut – noch einen hochwertigeren Audio-Codec für Android-Geräte wünschen würden.
Die Soundcore Aerofit 2 Pro sind Half-In-Ear- und Open-Ear-Kopfhörer in einem Gerät. Doch wie gut ist der Earbuds-Hybrid wirklich?
VORTEILE
- praktischer Dual-Modus
- gutes ANC
- Tragekomfort
- Hi-Res-Codec
NACHTEILE
- unausgewogener Klang
- Bass-Performance in beiden Modi
Soundcore Aerofit 2 Pro im Test: Ein Kopfhörer, zwei Modi – Open-Ear und ANC
Die Soundcore Aerofit 2 Pro sind Half-In-Ear- und Open-Ear-Kopfhörer in einem Gerät. Doch wie gut ist der Earbuds-Hybrid wirklich?
Soundcore bringt regelmäßig Kopfhörer auf den Markt, die sich mit einem coolen Gimmick von der Masse abheben. Zuletzt hatten wir etwa die Soundcore P40i mit einem ins Ladecase integrierten Smartphone-Ständer im Test. Bei den Soundcore Aerofit 2 Pro ist das Feature eine ganze Ecke innovativer: Denn diese Dual-Form-Earbuds bieten zwei Trage-Modi: Half-In-Ear und Open-Ear, die sich über eindrehbare Earbuds umschalten lassen. Unser Test zeigt, wie praktisch das im Alltag sein kann – und was die Kopfhörer sonst noch zu bieten haben.
Design und Tragekomfort
Optisch zeigen sich die Soundcore Aerofit 2 Pro in erster Linie im klassischen Open-Ear-Design mit langem, flexiblem Bügel, der um die Ohren liegt. Es gibt sie in mattem Schwarz, glänzendem Weiß und in mattem Lila. Unsere weiße Testvariante wirkt modern, liegt wertig in den Händen und ist sauber verarbeitet. Der Eindruck passt zum aufgerufenen Preis und spiegelt sich auch beim Ladecase wider.
Um die Ohren gelegt, liegen die beiden Hörer mit jeweils 10 Gramm noch angenehm auf und können lange ohne Drücken getragen werden. Der Sitz ist richtig gut und fest, wodurch sich die Aerofit 2 Pro auch gut zum Sporttreiben eignen. Dafür macht sich auch der IP55-Schutz gegen Schweiß, Staub und Regen bezahlt. Das Ladecase ist allerdings nicht wasserdicht. Der Wechsel vom Open-Ear- in den Half-In-Ear-Modus lässt sich durch das Eindrehen der Ohrhörer in fünf Stufen vornehmen. Auch hier liegen die Hörer angenehm sanft und ohne Druck in den Ohren.
Bedienung und App
Die Soundcore Aerofit 2 Pro setzen auf eine Tipp- und Drück-Steuerung über die beiden Ohrhörer. Grundsätzlich ist das gut umgesetzt, die Standard-Belegung spart allerdings die 3x-Tippen-Belegung aus. Über die App lässt sich die Steuerung gut an die eigenen Bedürfnisse anpassen.
Ansonsten ist in der App allerdings nicht mehr viel einzustellen. Neben dem Multipoint-Feature und einem Game-Modus gibt es sonst nur noch Klang-Profile zu aktivieren, von denen es insgesamt 23 zur Auswahl gibt. Oder man erstellt sich selbst eines über den integrierten 8-Band-Equalizer.
Soundcore Aerofit 2 Pro Screenshot
Features
Verbunden werden die Soundcore Aerofit 2 Pro fortschrittlich per Bluetooth 6.1, dank Multipoint auch mit zwei Geräten gleichzeitig. An Codecs stehen SBC, AAC und mit LDAC auch eine Hi-Res-Variante zur Verfügung. Dazu gesellt sich ein spezieller Gaming-Modus, der die Latenz verringert. Eine Trageerkennung gibt es nicht. Die ist durch die Tipp-Steuerung allerdings auch nicht wirklich nötig. Ungewollte Steuer-Befehle haben wir beim Aufsetzen jedenfalls nicht ausgelöst.
Akku
Die Akkulaufzeit der Soundcore Aerofit 2 Pro beträgt laut Hersteller bis zu 7 Stunden im Open-Ear- und bis zu 5 Stunden im ANC-Modus. Insgesamt sind über das Ladecase bis zu 34 beziehungsweise bis zu 24 Stunden drin. Alles bei rund 50 Prozent Lautstärke. Wer also gerne laut hört, sollte hier mit deutlich weniger Laufzeit rechnen. Bei aktiviertem LDAC-Codec muss ebenfalls mit weniger Akkulaufzeit gerechnet werden. Dank Schnellade-Feature ist der Akku nach nur 10 Minuten wieder für bis zu 3,5 Stunden aufgeladen. Kabelloses Laden dauert etwa 4 Stunden. Am schnellsten geht’s per beiliegendem USB-C-Kabel.
Klang
Im Open-Ear-Modus performen die beiden 11,8-mm-Treiber eher durchwachsen. Eine klare Schwäche ist nämlich schnell zu bemerken: Selbst im Klang-Preset Bass-Booster und bei voller Lautstärke sind die Bässe noch immer flach und schaffen es nicht, halbwegs druckvoll in die Ohren zu kommen. Ganz anders verhält es sich, wenn die Hörer in den Half-In-Ear-Modus vor den Gehörgang eingedreht werden: Hier ist der Bass plötzlich enorm dominant und überlagernd. Wir mussten ihn bei basslastigen Titeln wie Regulate von Warren G vollständig herunterregeln – und es war immer noch zu dröhnend. Eine gute Klang-Balance ließ sich also in keinem der beiden Modi finden. Außerdem ist die maximale Lautstärke recht niedrig. Gerade im Open-Ear-Modus wollen wir es oft gerne noch etwas lauter haben.
Die Sprachqualität beim Telefonieren geht hingegen in Ordnung. Für uns ist der Gesprächspartner gut und deutlich zu hören. Unsere eigene Stimme wird hingegen blechern und etwas dünn, aber gut verständlich übertragen. In lauter Umgebung wird es dann aber schnell anstrengend, da die Störgeräusche nicht herausgefiltert werden. Für kurze Gespräche in ruhiger Umgebung passt es also. Für längere Telefonate sollte man hingegen lieber direkt zum Smartphone greifen.
ANC
Bei der ANC-Performance können wir den Soundcore Aerofit 2 Pro hingegen einen wirklich guten Job quittieren. Vor allem tiefe und auch mittlere Frequenzen werden stark abgedämpft und rücken in weite Ferne. In einem belebten und lauten Café schaffen es nur noch die Stimmen und Klirrgeräusche in unser Ohr – allerdings deutlich reduziert. Einen Aware-Modus gibt es nicht, doch dafür gibt es ja den Open-Ear-Modus. Praktisch: In der App kann eingestellt werden, dass sich der ANC-Modus beim Eindrehen der Hörer automatisch aktiviert.
Preis
Mit einer UVP von 173 Euro (Amazon) siedeln sich die Soundcore Aerofit 2 Pro im Bereich ANC-Kopfhörer im gehobenen Mittelklasse-Segment an. Zum Testzeitpunkt gibt es für alle drei Farb-Varianten noch keine nennenswerte Ermäßigung.
Fazit
Die Soundcore Aerofit 2 Pro hinterlassen überwiegend einen soliden Eindruck. Die Verarbeitung ist toll, der Tragekomfort, das ANC und auch die Flexibilität über die beiden Trage-Modi ist enorm praktisch. Doch ausgerechnet in der Königsdisziplin Klang kann der Kopfhörer nicht überzeugen. Grund dafür ist allein die schlechte Bass-Performance, die im Open-Ear-Modus quasi nicht präsent und im Half-In-Ear-Modus viel zu dominant ist. Die beiden Extreme lassen sich nicht so einfach ausblenden. Der Klang ist nie so richtig gut ausbalanciert. Das macht es schwer, hier eine Empfehlung auszusprechen.
Der Philips TAA4216 ist dank Wasserfestigkeit und abnehmbaren Ohrpolstern hervorragend für Sport geeignet. Wir zeigen, was der günstige On-Ear-Kopfhörer noch bietet.
VORTEILE
- wasserfest nach IP55
- waschbare Ohrmuschelpolster
- Kabelbetrieb möglich
- fester Halt
NACHTEILE
- keine Hi-Res-Codecs (nur SBC)
- Wechsel der Polster nicht so einfach
- unbequem bei längerem Tragen
- Mikrofon zu schlecht für sinnvolles Telefonieren
Philips TAA4216 On-Ear-Sportkopfhörer im Test
Der Philips TAA4216 ist dank Wasserfestigkeit und abnehmbaren Ohrpolstern hervorragend für Sport geeignet. Wir zeigen, was der günstige On-Ear-Kopfhörer noch bietet.
Wer einen Kopfhörer beim Sport trägt, steht schnell vor Herausforderungen. Wer hier einen On-Ear-Kopfhörer bevorzugt, wird mit der Zeit einen unangenehmen Geruch der Polster feststellen. Zudem kann der Schweiß das Material angreifen. Eine Abhilfe verspricht hier Philips mit dem TAA4216. Der On-Ear-Kopfhörer richtet sich in erster Linie an sportlich-aktive Träger, ist wasserfest und bietet abnehmbare sowie waschbare Ohrpolster. Dazu kommt ein Kampfpreis von gerade einmal 38 Euro. Wie gut der günstige Kopfhörer in der Praxis funktioniert, zeigt dieser Test.
Design & Tragekomfort
Das Design ist funktionell und modern gehalten. Als Material kommt vorrangig Kunststoff zum Einsatz, was bei dem niedrigen Preis aber nicht überrascht. Dadurch wirkt der Philips TAA4216 wenig hochwertig, auch wenn es an der sonst sauberen Verarbeitung nicht viel auszusetzen gibt. Die Ohrhörer sind nach innen einklappbar, wie man es von DJ-Headsets kennt. Das erleichtert zusätzlich den Transport, ein Case gibt es aber nicht.
Das Wichtigste für einen Sportkopfhörer: Er sitzt fest. Der Tragekomfort wirkt aber sonst etwas spartanisch. Zwar passen die On-Ears zu den meisten Kopfgrößen, allerdings drücken sie mit der Zeit unangenehm auf den Kopf. Der Bügel an dieser Stelle ist nicht gepoltert. Statt Kunststoff kommt eine Schicht aus Gummi zum Einsatz, die aber nicht gerade weich ist. Zudem drücken die On-Ears recht stark auf die Ohren. Bei einem Workout von etwa einer Stunde ist das kein Problem. Wer die Sportkopfhörer aber für eine längere Zeit trägt, wird sie möglicherweise als unbequem empfinden.
Die größte Besonderheit sind die mit synthetischen Textilien bespannten Ohrpolster. Diese kann man abnehmen und dann von Hand unter dem Wasserhahn waschen – am besten mit mildem Spülmittel oder Feinwaschmittel. Die Füllung des Polsters ist zudem mit einer Schicht aus kühlendem Gel ausgestattet, was bei hohen Temperaturen das Ohr abkühlen soll. Im Winter fehlt es uns aber an Möglichkeiten, die Wirkung dieses Features wirklich beurteilen zu können. Einzige Herausforderung: Es ist ziemlich fummelig, die Polster abzunehmen und wieder am Kopfhörer zu befestigen. Zieht man den Stoff der Polster erstmalig aus den Ohrhörern, glaubt man zunächst, diese zu beschädigen.
Philips TAA4216 - Bilderstrecke
Bedienung
Am rechten Ohrhörer befinden sich drei Tasten, die mit mehreren Funktionen belegt sind. Die mittlere Taste dient bei längerem Drücken (sechs Sekunden) als Ein- und Ausschalter sowie als Start- und Stopp-Taste für die Wiedergabe. Nach dem Einschalten geht der Kopfhörer automatisch in den Pairing-Modus für Bluetooth. Die Tasten mit Plus und Minus regeln die Lautstärke. Drückt man für rund zwei Sekunden auf Plus, springt die Wiedergabe auf den nächsten Track. Die Minus-Taste spielt den laufenden Titel wieder von Anfang an ab. Der TAA4216 ist inkompatibel mit der Kopfhörer-App von Philips.
Features
Der Philips TAA4216 unterstützt Bluetooth 5.0 und kann auch mit zwei Geräten gleichzeitig verbunden werden. Die Anschlüsse sind zusätzlich mit einer Gummiabdeckung verschlossen. Dahinter befindet sich der USB-C-Slot zum Aufladen sowie ein Klinkeneingang, falls man den Kopfhörer doch kabelgebunden mit einem Abspielgerät verbinden möchte. Active Noise Cancellation (ANC) gibt es beim TAA4216 nicht. Der abgedeckte Frequenzbereich liegt zwischen 20 Hz und 20 kHz, die Impedanz beträgt 32 Ω bei einer Empfindlichkeit von 118 dB. Etwas mager sieht es bei den unterstützten Codecs aus: Nur SBC ist enthalten.
Ein Mikrofon ist im Kopfhörer integriert. Allerdings ist die Klangqualität unterirdisch, der Gesprächspartner versteht uns kaum. Es hört sich fast an, als hätte man etwas im Mund beim Sprechen. Zum Telefonieren sind die On-Ears von Philips also kaum geeignet.
Der Philips TAA4216 verfügt über eine Zertifizierung nach IP55, ist somit gegen Staub und Strahlwasser geschützt. Nach dem Sport kann man also mit einem feuchten Lappen entlang des Kopfbügels die Rückstände von Schweiß entfernen – wozu wir nach jedem Workout raten.
Akku
Philips gibt eine Wiedergabezeit von etwa 35 Stunden an, was unsere praktische Erfahrung weitgehend bestätigen kann. In der Praxis war es bei drei bis vier Sporteinheiten die Woche erst nach knapp zwei Monaten nötig, den Kopfhörer wieder aufzuladen. Der Ladevorgang per USB-C dauert rund zwei Stunden. Ein Netzteil gehört nicht zum Lieferumfang.
Klang
Der Klang ist ordentlich, insbesondere wenn man den günstigen Preis berücksichtigt. Die beiden 40-mm-Treiber liefern einen kraftvollen, aber dennoch präzisen Bass. Der Klang ist insgesamt recht ausgewogen, auch wenn die Höhen etwas präsent sind im Vergleich zu den Mitten. Alles in allem ist die Klangqualität mehr als ausreichend. Am besten gefällt der Kopfhörer zu basslastiger Musik, wie Hip-Hop, Dubstep oder Techno. Bei akustischer oder klassischer Musik fehlt es etwas an klanglicher Präzision, sodass der Sound etwas blechern wirkt.
Preis
Die UVP beträgt rund 57 Euro. Meistens waren die Kopfhörer für 45 Euro zu haben. Derzeit kosten sie nur noch 38 Euro.
Fazit
Wer einen preiswerten Sportkopfhörer sucht und On-Ear bevorzugt, kann beim Philips TAA4216 zugreifen. Die Bluetooth-Kopfhörer sind wasserfest und bieten abnehmbare Ohrpolster, die man mit der Hand waschen kann. Der Preis ist mehr als fair, im Gegenzug bekommen die Käufer ein ordentliches Sound-Erlebnis. Die Kopfhörer sitzen beim Sport fest auf dem Kopf, drücken jedoch ein wenig, was bei längerem Tragen unbequem werden kann. Auf Hi-Res-Codecs sind ANC müssen Käufer verzichten, dafür bekommt man einen sehr preiswerten On-Ear-Kopfhörer für Sport.
ZUSÄTZLICH GETESTET
1More Fit SE S30 Open Earbuds
Die 1More Fit SE überraschen als kompakte Open-Ear-Kopfhörer mit gutem Klang und langer Akkulaufzeit. Kleine Abstriche sind jedoch zu machen.
VORTEILE
- angenehmer Klang mit gutem Bass
- solide Akkulaufzeit
- tolles Preis-Leistungs-Verhältnis
NACHTEILE
- Tragekomfort nicht immer gleich hoch
- Steuerung etwas eingeschränkt
- Nur AAC-Audiocodec
1More Fit SE S30 Open Earbuds im Test
Die 1More Fit SE überraschen als kompakte Open-Ear-Kopfhörer mit gutem Klang und langer Akkulaufzeit. Kleine Abstriche sind jedoch zu machen.
Der überwiegende Großteil von Kopfhörern, die es heutzutage so zu kaufen gibt, orientiert sich an einem der drei üblichen Formate: Over-Ear, On-Ear und In-Ear. Selten kommt es vor, dass uns Mischungen oder ganz neue Formate über den Schreibtisch zum Testen wandern. Beim 1More Fit SE ist das mal wieder der Fall. Die Kopfhörer begeistern mit einer relativ selten gesehenen, aber nicht weniger sinnvollen Art des Musikgenusses über zwei kleine Lautsprecher, die ohne jegliche Silikonaufsätze ganz locker auf dem Ohr aufliegen. Diese junge Kategorie nennt man auch Open-Ear-Kopfhörer.
Die 1More Fit SE eignen sich bestens für den Sport im Freien. Welche Vor- und Nachteile diese Art der Kopfhörer noch haben kann, was die Fit SE richtig machen und was nicht – haben wir in unserem Testbericht zusammengefasst.
Design & Tragekomfort
Die Kopfhörer kommen in einer Ladebox daher – das kennen wir auch von anderen Modellen, das ist das übliche Vorgehen bei solchen Geräten. Üblich ist es auch, die Kopfhörer in eine möglichst kompakte Ladebox zu verstauen, damit sie problemlos in die Hosentasche passen, wenn man sie mitnehmen möchte. An diese Regel hat sich der Hersteller bei den 1More Fit SE leider nicht gehalten – das pillenförmige Ladecase aus Kunststoff ist in unseren Augen etwas groß geraten, und nicht alles davon kann man auf die Größe der Earbuds selbst schieben.
Das war es aber auch bei den Designentscheidungen, die wir beanstanden können – denn alles andere funktioniert ohne Probleme. Die Kopfhörer sind in schlichtem Schwarz gehalten, die flachen Seiten bieten Touch-Flächen. Die Ohrbügel selbst sind aus relativ weichem Gummikunststoff gefertigt und ausreichend flexibel. Insgesamt ist die Verarbeitung top, dank der Status-LED auf der Vorderseite des Cases wissen wir immer, wie voll der Akku des Kopfhörers aktuell ist. Der Sound wird durch je einen kleinen Lautsprecher pro Seite ins Ohr befördert, die Hörmuschel dient hierbei auch als Schallkörper.
Zum Tragekomfort gibt es einiges zu sagen. Denn wir haben gemerkt: Es hängt sehr vom persönlichen Empfinden und der Toleranz gegenüber Objekten am eigenen Ohr ab, wie angenehm und komfortabel man die Kopfhörer findet. Wir haben die Earbuds mehreren Personen zum Probetragen in die Hände gedrückt. Der Großteil der Tester hatte kein Problem mit dem offenen Design – das gesamte Gewicht der Ohrstücke, die jeweils rund 10 Gramm wiegen, wird hier zwar von den Ohren getragen, aber dank der Bügel gut verteilt. Es gab jedoch ein paar Personen, die das Format des Kopfhörers aufgrund des nicht zu ignorierenden Drucks der Bügel auf das Hinterohr etwas gestört haben. Hier empfehlen wir, am besten die Kopfhörer selbst auszuprobieren und für ein paar Stunden zu tragen.
Bedienung & App
Die Bedienung der Soundwiedergabe erfolgt relativ schmerzfrei über die insgesamt zwei Touchflächen an den Seiten der Kopfhörer. Standardmäßig startet oder stoppt das Doppeltippen auf einer der beiden Seiten die Wiedergabe, mit dreifachem Tippen löst man den Sprachassistenten aus. Leider gibt es keine Geste für Tippen und längeres Drücken des Kopfhörers, sodass die Steuerungsoptionen relativ eingeschränkt sind. In der 1More-App ermöglicht es, die Steuerungsgesten neu zu belegen, einen Equalizer einzurichten und White Noise zur Entspannung abzuspielen. Die App ist ordentlich aufgebaut und funktioniert relativ tadellos.
Klangqualität
Es ist schwer zu verorten, wonach sich Open-Ear-Kopfhörer wie die 1More Fit SE eher anhören – In-Ear oder Over-Ear-Kopfhörern. Es handelt sich schließlich um kleine Lautsprecher vor dem Ohr, wie es bei In-Ears der Fall ist – sie werden aber nicht in den Gehörgang gesteckt. Im Vergleich zu einem Over-Ear-Kopfhörer sind die verbauten 14,2-Millimeter-Treiber winzig. Das hält sie aber nicht davon ab, überraschend gut zu klingen: Wer Angst hat, dass die Kopfhörer etwa zu wenig Bass draufhaben oder sich blechern anhören, kann beruhigt sein. Der Klang ist zwar nicht ganz ausgewogen, aber das ist hier nicht der Anspruch – er ist angenehm, recht voll, warm und absolut massentauglich.
Natürlich vermissen wir Details, etwa in den Höhen – auch die Mitten sind vergleichsweise etwas zurückhaltend. Aber alles in allem geben die Fit SE ein echt solides Sound-Gesamtpaket ab und können unter diesem Gesichtspunkt problemlos mit In-Ear-Kopfhörern der gleichen Preisklasse mithalten.
Ausstattung
Nicht überraschen dürfte, dass die 1More Fit SE als Open-Ear-Kopfhörer keine aktive Geräuschunterdrückung bieten (und übrigens auch keine passive – alle Geräusche von der Außenwelt werden ungehindert durchgelassen). Die Wiedergabe wird auch nicht automatisch pausiert, wenn man einen oder beide Kopfhörer vom Ohr nimmt. Verbaut ist Bluetooth 5.3, jedoch nur mit dem minderwertigeren AAC-Codec. Wer nach aptX oder LDAC sucht, wird hier nicht fündig.
Akku
Die Akkulaufzeit der 1More Fit SE ist solide: Die jeweils 80 Milliamperestunden (mAh) großen Akkuzellen in den Earbuds reichen problemlos für 9 bis 10 Stunden Musikhören am Stück. Mit dem Case verlängert sich diese Laufzeit auf bis zu 30 Stunden. Das Wiederaufladen der einzelnen Ohrhörer dauert rund 90 Minuten, das Case selbst kann man mittels USB-C in rund zwei Stunden wieder aufladen.
Preis
Die 1More Fit SE kosten normalerweise rund 80 Euro bei Amazon. Derzeit bekommt man die Open-Ear-Kopfhörer schon für 42 Euro (Coupon im Wert von 18 Euro anwählen), angesichts der adäquaten Leistung ist das ein wirklich fairer Preis. Als Farben stehen Schwarz und Weiß zur Auswahl.
Fazit
Es gibt weniges, worüber wir uns bei den 1More Fit SE beschweren können. Wir hätten uns ein etwas kleineres Case, bessere Audiocodecs wie aptX oder LDAC oder eine etwas umfangreichere Einstellungsmöglichkeit für die Touch-Steuerung gewünscht. Diese kleinen Mankos gleichen die Open-Ear-Kopfhörer mit ihrem tollen Klang, großartiger Akkulaufzeit und schlichtem Design sowie spitzenmäßigem Preis-Leistungs-Verhältnis allerdings problemlos wieder aus. Die Kopfhörer eignen sich dank ihrer Bauweise für so einiges – Sport oder Fahrradfahren (aufgrund der Notwendigkeit eines Hörsinns im Straßenverkehr) zählen dazu.
Earfun Free Pro 3
Die Earfun Free Pro 3 kosten 64 Euro und bieten für den Preis mehr als einige deutlich teurere Vertreter. Der Kurztest zeigt ihre Stärken – offenbart aber auch Schwächen.
VORTEILE
- Preis-Leistungs-Verhältnis
- LC3, AAC, aptX, aptX Adaptive & Mulitpoint
- warmer Klang, anpassbar via Equalizer
- guter Halt im Ohr, hohe Verarbeitungsqualität
- lange Akkulaufzeit, Qi-fähig
In-Ear-Kopfhörer Earfun Free Pro 3 im Test
Die Earfun Free Pro 3 kosten 64 Euro und bieten für den Preis mehr als einige deutlich teurere Vertreter. Der Kurztest zeigt ihre Stärken – offenbart aber auch Schwächen.
Earfun ist kein Neuling für uns, in der Vergangenheit haben wir uns bereits die Earfun Free Pro (Testbericht) und die Earfun Free 2 (Testbericht) genauer angeschaut. Beide haben uns sehr gut gefallen und je 4,5 Sterne erhalten. Das liegt vor allem am außergewöhnlich guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Nun wollen die Earfun Free Pro 3 im Test beweisen, dass sie eine ähnlich hohe Bewertung verdient haben.
Bedienung
Die Steuerung erfolgt zuverlässig über die Touch-sensitive Oberfläche der Buds. Außerdem gibt es eine umfangreiche App mit vielen Klangeinstellungen, wie einen Equalizer und Optionen zur Unterdrückung von Umgebungsgeräuschen. Wer einen Bud verloren hat, kann ihn über die App ein Geräusch abspielen lassen. Die Nutzung eines einzelnen Buds ist möglich. Toll: Dank Multipoint ist ihr Betrieb an zwei Geräten gleichzeitig möglich.
ANC
Das Active Noise Cancelling der Earfun Free Pro 3 ist eher schwach, filtert aber dennoch unangenehme Spitzen weg. Die App gibt dem Nutzer die Wahl zwischen vier Ohrkanaltypen. In unserem Fall macht das keinen großen Unterschied. Obendrein gibt es einen Modus zur Windgeräuschunterdrückung. Im Test zeigten sich die Free Pro 3 weniger anfällig gegenüber Wind als viele andere günstige Earbuds, die wir getestet haben. Auf Knopfdruck schalten die Kopfhörer in den Transparenzmodus, der jedoch etwas rauscht.
Klang
Der Klang der Earfun Free Pro 3 überrascht uns positiv. Dank einer recht breiten Codec-Unterstützung (LC3, AAC, aptX, aptX Adaptive) klingen Songs angenehm warm und voll. Dabei liegt ein Fokus auf der Basswiedergabe. Wem das zu dominant ist, der kann über die App im Equalizer seinen ganz individuellen Sound erstellen. Auffällig: Mit eingeschaltetem ANC ist der Klang der Kopfhörer am besten, im Transparenzmodus am schwächsten.
Telefonieren
Die Earfun Free Pro 3 eignen sich sehr gut zum Telefonieren. Dank dreier Mikrofone pro Bud versteht uns das Gegenüber richtig gut und klar. Auch Windgeräusche werden überwiegend herausgefiltert und stören das Gegenüber nur, wenn der Wind wirklich heftig wird.
Akku
Die Earfun Free Pro 3 kommen in einem schlanken Case mit 420-mAh-Akku. Dieses lädt die Buds etwa drei- bis viermal wieder auf. Die Buds selbst haben einen Akku mit je 40 mAh und halten bei mittlerer Lautstärke etwa acht Stunden durch. Mit eingeschaltetem ANC reduziert sich diese Zeit auf unter sechs Stunden. Aufgeladen werden sie nicht nur über ANC, sondern auf Wunsch auch kabellos über Qi.
Preis
Die Earfun Free Pro 3 kosten nur 58 Euro.
Fazit
Die Earfun Free 3 Pro ab 60 Euro sind richtig gute Kopfhörer, die in ihrer Preiskategorie nur wenig Konkurrenz haben. Sie sitzen super in unserem Ohr. Dank der Flügelchen und IPX5 eignen sie sich gar für Sport. Die App bietet dank Equalizer umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten des angenehm vollen und warmen Klangs, der tendenziell die Bässe etwas zu stark betont.
Die Earfun Free Pro 3 unterstützen die Codecs LC3, AAC, aptX, aptX Adaptive. Dank Multipoint können sie sich mit zwei Geräten gleichzeitig verbinden. Ihre Akkulaufzeit ist hoch und sie können sogar über Qi kabellos geladen werden. Dank sechs Mikrofonen versteht uns beim Telefonieren das Gegenüber gar bei moderatem Wind sehr gut.
Ihre größte Schwachstelle: die aktive Geräuschunterdrückung (ANC) ist ziemlich schwach. Trotzdem gehören die Earfun Free 3 Pro zu den besten In-Ear-Kopfhörern ihrer Preisklasse und erhalten unsere Kaufempfehlung.
Die Buds selbst wirken gut verarbeitet und halten dank kleiner Flügelchen bei wilden Bewegungen perfekt in unserem Ohr. Das macht sie in Kombination mit IPX5 zu idealen Sportkopfhörern. Falls sie nicht auf Anhieb passen, legt Earfun den Free Pro 3 unterschiedliche Aufsätze und Flügelchen bei.
Huawei Freeclip 2
Huawei beweist mit den Freeclip 2, dass Open-Ear-Kopfhörer nicht klobig aussehen müssen – und setzt erneut auf das auffällige Clip-Design.
VORTEILE
- leicht & bequem
- gute Telefonqualität per Smartphone
- klarer und guter Klang
- lange Akkulaufzeit
- IP57
NACHTEILE
- schwacher Bass
- Schall dringt leicht nach außen
- Vorsicht beim Wollmütze-Ausziehen
- App nicht im Play Store
Open-Ear-Kopfhörer Huawei Freeclip 2 im Test: bequem, schick, guter Klang
Huawei beweist mit den Freeclip 2, dass Open-Ear-Kopfhörer nicht klobig aussehen müssen – und setzt erneut auf das auffällige Clip-Design.
Open-Ear-Kopfhörer sind eine gute Option für den Einsatz im Freien, wenn man weiterhin möglichst viel von der Umgebung mitbekommen möchte. Viele Geräte dieser Bauart erinnern jedoch an ältere Hörgeräte, sehen selten schick aus und wirken teils klobig.
Eine filigrane Alternative sind die Huawei Freeclip 2 im Clip-on-Design. Schon der Vorgänger Freeclip (Testbericht) konnte uns als besonders bequeme, unauffällige und leichte Ausführung eines Open-Ear-Kopfhörers überzeugen. Jetzt haben wir den Nachfolger getestet und zeigen, was diese bieten. Das Testmuster hat uns Huawei zur Verfügung gestellt.
Design & Verarbeitung
Optisch bleibt Huawei beim bewährten Design der Freeclip: Auch die zweite Generation setzt auf die sogenannte C-Bridge. Die runde, flexible Klammer verbindet einerseits den Lautsprecher, andererseits Akku und Funkmodul, das zugleich als Gegengewicht dient.
Neu ist die geriffelte Oberfläche der Klammer, die eine bessere Griffigkeit bietet. Die Freeclip 2 werden einfach über die Ohrmuschel geschoben, der Lautsprecher anschließend auf den Gehörgang ausgerichtet. Optisch wirkt das etwas ungewohnt – und dürfte nicht jedem gefallen, da es an kleine Kreolen am Ohr erinnert.
Dank IP57 sind die Freeclip 2 zudem staubgeschützt und wasserdicht für zeitweiliges Untertauchen. Schwimmen oder Duschen empfiehlt sich zwar nicht, doch weder Schweiß noch Regen sollten den Hörern etwas anhaben können.
Das Ladecase ist neu gestaltet und nun annähernd quadratisch – statt sehr rund wie beim Vorgänger. Zudem fällt es deutlich kompakter aus. Sowohl die Ohrhörer als auch das Case sind hochwertig verarbeitet.
Als ungewöhnliches Extra bietet Huawei in Zusammenarbeit mit Les Néréides kleine Anhänger an, die sich an der C-Bridge befestigen lassen. Das dürfte vorrangig modebewusste Nutzerinnen ansprechen.
Tragekomfort
Der Tragekomfort ist sehr hoch – man spürt die Open-Ear-Kopfhörer kaum. Mit nur 5 g Gewicht zählen sie zu den leichtesten und bequemsten Modellen im Testfeld. Beim Sport sitzen die Freeclip 2 sicher am Ohr, selbst bei schnellen Kopfbewegungen.
Auch für Brillenträger sind sie eine gute Wahl, da sie nicht mit den Bügeln kollidieren. Vorsicht ist lediglich im Winter geboten: Beim Absetzen einer Mütze kann sich ein Hörer lösen.
Bedienung & App
Die Huawei Freeclip 2 unterstützen mehrere Gesten: Ein Doppeltipp auf die C-Bridge startet oder pausiert die Wiedergabe und nimmt Anrufe an oder legt auf. Auf Eingaben reagieren die Ohrhörer schnell und zuverlässig. Für den nächsten Titel ist ein Dreifachtipp nötig – das klappt nicht immer auf Anhieb und erfordert etwas Übung.
Die Lautstärke können Nutzer jetzt direkt am Hörer regeln. Dazu streicht man über den unteren Knubbel der Freeclip 2: nach vorn für leiser, nach hinten für lauter. Im Test funktionierte das gut, am besten fixiert man den Knubbel mit Daumen und Zeigefinger.
Die App AI Life von Huawei ist nicht zwingend erforderlich, aber empfehlenswert. Sie liefert Firmware-Updates, erlaubt Anpassungen der Gesten und bietet verschiedene Klangprofile im Equalizer. Aufgrund der Sanktionen gegen Huawei ist sie allerdings nicht im Play Store verfügbar – im App Store von Apple hingegen schon. Android-Nutzer müssen die App per Sideload installieren (QR-Code in der Schnellstartanleitung) und dafür einmalig die Installation aus unbekannten Quellen erlauben. Diese Option sollte man anschließend aus Sicherheitsgründen wieder deaktivieren.
Neu ist zudem eine Steuerung per Kopfbewegung. Die Funktion befindet sich noch im Beta-Stadium und ist standardmäßig deaktiviert, lässt sich aber in der App einschalten. Mit einem Nicken nimmt man Anrufe an, mit einem Kopfschütteln lehnt man sie ab. Die Bewegung muss etwas deutlicher ausfallen, funktioniert im Test aber.
Huawei Freeclip 2 - App
Klangqualität
Die Freeclip 2 klingen klar und detailreich. Mitten und Höhen sind ausgewogen, Stimmen und Instrumente lassen sich sauber differenzieren. Beim Bass hat Huawei gegenüber dem Vorgänger etwas nachgelegt – er wirkt minimal voller. Richtig druckvoll wird es aber nicht: Bauartbedingt fehlt der Tiefgang klassischer In-Ears. Wer vorwiegend Drum and Bass, Dubstep oder Techno hört, ist hier falsch.
Dafür überzeugt die Bühne: Der Klang wirkt räumlich und löst sich angenehm vom Ohr. Musik klingt wie ein persönlicher Soundtrack. Bei Pop, Akustik oder Podcasts spielt das offene Konzept seine Stärken aus. Verzerrungen traten im Test keine auf.
Die App bietet verschiedene EQ-Presets: neben der ausgewogenen Standardeinstellung eine dynamischere Abstimmung, die sich besonders für Musik anbietet, eine Höhenbetonung und einen Sprachmodus für Podcasts oder Telefonate. Typisch für Open-Ear: In lauter Umgebung leidet die Verständlichkeit. Und bei hoher Lautstärke dringt in ruhigen Räumen etwas Schall nach außen.
Die Freeclip 2 unterstützen Bluetooth 6.0 sowie AAC und LC3 inklusive LE Audio. AAC ist vorrangig für Apple-Nutzer relevant, LC3 arbeitet effizienter und liefert bei geringerer Datenrate eine bessere Qualität. LE Audio schafft die Grundlage für Funktionen wie Auracast. Google Fast Pair vereinfacht das Koppeln mit Android-Geräten, Multipoint erlaubt die parallele Verbindung mit zwei Quellen.
Leichte Schwächen zeigt es bei der Bluetooth-Reichweite. Schon in einer Wohnung kann die Verbindung abreißen, sobald man sich mehr als ein Zimmer weiter befindet.
Telefonqualität
Sehr erfreulich ist auch die Sprachqualität beim Telefonieren: Sowohl das Gegenüber als auch man selbst sind gut zu verstehen – zumindest bei der Nutzung am Smartphone mit installierter App. Per Bluetooth mit einem Windows-Laptop gekoppelt, fällt die Qualität etwas ab und erreicht nicht ganz das Niveau eines dedizierten Headsets.
Akku
Huawei verspricht bis zu neun Stunden Laufzeit. Im Test verfehlen die Freeclip 2 diesen Wert knapp und kamen auf knapp unter acht Stunden mit Musik, Podcasts und kurzen Telefonaten – angesichts der kompakten Bauform ein starkes Ergebnis.
Eine vollständige Ladung im Case dauert rund 45 Minuten. Es ermöglicht etwas mehr als vier weitere Ladezyklen, was insgesamt auf etwa 38 Stunden Laufzeit laut Hersteller hinausläuft. Geladen wird per USB-C. Das Einlegen der Hörer ist anfangs etwas fummelig und ungewohnt: Die knubbeligen Außenelemente müssen nach unten, die C-Bridge nach innen zeigen, damit sie magnetisch einrasten.
Preis
Die unverbindliche Preisempfehlung der Freeclip 2 liegt wie beim Vorgänger bei 199 Euro, im Handel sind sie bereits ab etwa 179 Euro erhältlich. Angeboten werden die Farben Blau, Weiß, Roségold und Schwarz.
Direkt bei Huawei gibt es derzeit einen Rabattgutschein in Höhe von 20 Euro sowie mehrere Bundles, etwa das Valentinstags-Set: Für 228 Euro gibt es die Freeclip 2 zusammen mit der Huawei Watch Fit 4 deutlich günstiger als einzeln gekauft.
Beim Limited Set gibt es beim Kauf von zwei Paar Freeclip 2 (reduziert auf je 179 Euro) zusätzlich ein Schmuck-Set von Les Néréides für die Ohrhörer dazu.
Fazit
Die Huawei Freeclip 2 zählen zu den elegantesten und bequemsten Open-Ear-Kopfhörern, die wir getestet haben. Sie sitzen zudem sicher, sind kaum spürbar und eignen sich dank offenem Konzept besonders für Sport und Radfahren im Straßenverkehr. Klanglich punkten sie mit hoher Klarheit und guter Sprachqualität, der Bass bleibt bauartbedingt aber zurückhaltend.
Mit Bluetooth 6.0, LC3, Multipoint und solider Akkulaufzeit sind sie technisch auf aktuellem Stand. Wer ein leichtes, alltagstaugliches Open-Ear-Modell mit schickem Design sucht, bekommt ein stimmiges Gesamtpaket – für kräftigen Bass sind weiterhin In-Ears die bessere Wahl.
Huawei Freeclip
Erfrischend anders: Die Huawei Freeclip sehen eher aus wie ein Ohr-Piercing, sind ultraleicht und bieten tollen Klang – bei freiem Gehörgang. Wie gut die Open-Ear-Kopfhörer sind, zeigt der Test.
VORTEILE
- sehr leicht und kaum zu spüren
- klarer Klang bei Musik oder Anrufen
- gute Akkulaufzeit
NACHTEILE
- eingeschränkter Musikgenuss bei lauten Umgebungsgeräuschen
- Bass ist nicht so stark wie bei einem In-Ear-Kopfhörer
- Rutschen leicht heraus, wenn man eine Mütze aufzieht
- Keine Lautstärkeregelung am Hörer
Open-Ear-Kopfhörer Huawei Freeclip im Test
Erfrischend anders: Die Huawei Freeclip sehen eher aus wie ein Ohr-Piercing, sind ultraleicht und bieten tollen Klang – bei freiem Gehörgang. Wie gut die Open-Ear-Kopfhörer sind, zeigt der Test.
True Wireless Kopfhörer sind heutzutage nicht mehr wegzudenken. Dabei dominieren In-Ear-Kopfhörer, die mit Active Noise Cancellation (ANC) die Nutzer wirkungsvoll von der Umwelt abschirmen. Zwei Probleme ergeben sich aber bei dieser Art von Kopfhörern: Bei einigen Personen passen sie einfach nicht gut in den Gehörgang und sind dadurch unbequem oder schmerzend. Zudem sind sie keine gute Option im Straßenverkehr, etwa auf dem Fahrrad, da man von seiner Umgebung kaum etwas mitbekommt.
Mit den Freeclip hat Huawei jetzt einen sehr ungewöhnlichen Open-Ear-Kopfhörer vorgestellt. Die federleichten Ohrhörer (5 g) klemmen Nutzer einfach an die Ohrmuschel, ein kleiner Lautsprecher bringt den Klang von dort in den Gehörgang. Das erlaubt es, Außengeräusche dennoch wahrzunehmen – parallel zu Musik, Podcasts oder Anrufen. Wie sich die Freeclip im Alltag schlagen, zeigt der Testbericht.
Design & Tragekomfort
Die Freeclip bestehen aus einer runden, elastischen Klammer – Huawei nennt das Design C-Bridge – mit einem ovalen Knubbel einerseits und einem runden Speaker andererseits. Die c-förmige Halterung schiebt man einfach über die Ohrmuschel, die Hörer halten dann erstaunlich gut am Ohr. Optisch erinnert das Ganze an eine Mischung aus Piercing und Alien-Artefakt. Es spielt dabei keine Rolle, welche Hörer man auf welches Ohr setzt.
Man spürt die Freeclip kaum am Ohr, so leicht sind sie. Das sorgt für einen hohen Tragekomfort. Personen, die In-Ears generell nichts abgewinnen können, bekommen damit eine bequeme Alternative. Die Hörer halten zudem fest genug, um beim Sport nicht aus dem Ohr herauszufallen. Für Brillenträger sind sie ebenfalls eine gute Option, da sie sich nicht am Brillengestell verheddern.
Von außen sehen sie eher aus wie Ohrschmuck als Kopfhörer. Allerdings muss man aufpassen, wenn man eine Wollmütze oder Kapuze überzieht, dass die kleinen Hörer nicht verloren gehen. Bei Bedarf schiebt man die Freeclip zurecht, um den Sound optimal zu hören. Schick sieht zudem das rundliche Ladecase aus.
Bedienung & App
Typisch für Kopfhörer von Huawei: Zum erstmaligen Koppeln öffnet man das Case und drückt dann für mehrere Sekunden den runden, seitlichen Button. Jetzt gehen die Freeclip in den Kopplungsmodus. Eine App ist nicht zwingend nötig dazu.
Optional kann man die App AI Life von Huawei herunterladen. Allerdings steht diese nicht im Play Store zur Verfügung, hier ist ein Sideload aus einer anderen Quelle nötig. Über die App aktualisiert man die Firmware der Freeclip oder passt die Audio-Einstellungen an, etwa um die Wiedergabe von Stimmen zu verbessern oder das Volumen oder die Tonhöhen zu verbessern. Einen Bass-Boost oder einen Equalizer wie bei den Freebuds Pro 3 gibt es aber leider nicht.
Um die Wiedergabe zu stoppen, müssen Nutzer zweimal auf die C-Bridge tippen. Mit dreifachem Tippen wählt man den nächsten Track. Weitere Gestensteuerungen gibt es standardmäßig nicht. Man kann aber in der App festlegen, dass etwa dreifaches Tippen auf den linken Hörer den Track wieder auf Anfang setzt, während der rechte Hörer zum nächsten Titel springt. Das ist verglichen mit den Huawei Freebuds Pro 3 etwas eingeschränkt, wo man sogar die Lautstärke anpassen kann. Nimmt man die Hörer ab, stoppt die Wiedergabe automatisch.
Huawei Freeclip – Bilderstrecke
Klangqualität
Der Sound der Freeclip ist richtig gut und besticht durch einen klaren, ausgewogenen und hellen Klang. Insgesamt betonen die Hörer für unseren Geschmack etwas zu stark die Höhen, die zuweilen etwas schrill und verzerrt klingen können. Der Bass ist präsent, kann aber bei Weitem nicht mit der tiefen Fülle eines In-Ear-Kopfhörers wie dem Huawei Freebuds Pro 3 mithalten. Wer also auf elektronische Musik oder Hip-Hop steht, ist hier nicht unbedingt an der richtigen Adresse. Weniger gravierend hört sich das bei Podcasts, akustischer Musik oder Rock und Pop an. Bei leiser Umgebung sind die Kopfhörer auch für andere minimal hörbar.
Die Besonderheit von Over-Ear-Kopfhörern ist, dass sie Außengeräusche noch durchdringen lassen. Das macht die Freeclip zu idealen Begleitern beim Radfahren, auf dem E-Scooter oder beim Joggen – denn so bekommt man etwa noch deutlich mit, wenn sich ein Auto nähert. Mit einem In-Ear-Kopfhörer wäre das unverantwortlich. Im Prinzip begleitet einen dann die Musik wie ein Soundtrack, während man die Umgebungsgeräusche noch mitbekommt. Auch zu Hause bietet es Vorteile, um Mitbewohner noch wahrzunehmen oder den klingelnden Postboten.
Die Kehrseite der Medaille der offenen Bauweise: Eine Abschottung ist so nicht möglich. Das sollte man wissen, bevor man sich die Freeclip zulegt. Wer insbesondere ANC gewohnt ist von In-Ears, könnte enttäuscht sein. Bei lauten Umgebungsgeräuschen schränkt das den Hörgenuss ein, etwa im Flugzeug oder bei lauten Durchsagen am Bahnsteig – immerhin bekommt man dann aber mit, dass der Zug wieder nicht kommt. Bei einer flotten Fahrt mit dem E-Scooter stören zudem Windgeräusche bei schlechter Witterung. Telefonieren klappt ebenfalls ordentlich mit den Freeclip, der andere Gesprächspartner versteht einen ausreichend gut und umgekehrt.
Ausstattung
Wichtig beim Sport: Die Freeclip sind nach IP54 zumindest vor Spritzwasser geschützt. Die Treiber bieten recht üppige 10,8 mm und decken einen Frequenzbereich von 20 Hz bis 20 kHz. Ein Mikrofon ist integriert. Die drahtlose Verbindung erfolgt via Bluetooth 5.3, eine Anbindung an zwei Geräte gleichzeitig per Multipoint ist möglich. Als Codecs stehen SBC sowie AAC und sogar die hochauflösenden L2HC und LC3 zur Verfügung.
Akku
So schlank die Freeclip auch erscheinen, bieten sie eine ordentliche Akkulaufzeit verglichen mit den Huawei Freebuds Pro 3. Huawei gibt für die Hörer eine Laufzeit von rund 8 Stunden an, was sich mit unseren Erfahrungen beinahe deckt. Beim Telefonieren fällt die Laufzeit allerdings kürzer aus. Das Ladecase verlängert die Laufzeit um weitere 35 Stunden. Das Case lädt die Hörer in rund 40 Minuten auf. Lädt man die Clips für etwa 10 Minuten, halten sie immerhin schon fast 2 Stunden durch. Als Anschluss bietet die Ladeschale USB-C und ist damit in etwa 50 Minuten per Kabel geladen. Optional unterstützt das Case auch kabelloses Laden, was aber nicht ganz so flott geht.
Preis
Die UVP für die Huawei Freeclip liegt bei 199 Euro. Mittlerweile sind die Preise auf 179 Euro gesunken.
Fazit
Die Huawei Freeclip sind federleicht und angenehm zu tragen – Vorsicht ist nur beim Aufsetzen einer Mütze geboten. Auch beim Sport halten sie fest und bieten ein außergewöhnliches Design. Durch die offene Bauweise sind die Freeclip eine gute Option auf dem Fahrrad, E-Scooter oder beim Laufen.
Dieser Vorteil ist aber auch gleichzeitig der größte Nachteil – in sehr lauter Umgebung schmälert es den Hörgenuss schon deutlich. Zudem ist der Bass verglichen mit In-Ears nicht so kräftig. Die Höhen sind zuweilen etwas zu stark betont. Insgesamt eine überzeugende Option für Podcasts und Fans akustischer Musik, die sich bewusst nicht ganz abkapseln wollen oder mit einem In-Ear-Kopfhörer nicht zurechtkommen.
JLab Go Air Sport
Günstige Kopfhörer, die mit IP55 gegen Schweiß und Schmutz geschützt sind, gut klingen und noch dazu lange laufen? Die JLab Go Air Sport schaffen den Spagat. Zumindest fast, denn eine Sache nervt uns.
VORTEILE
- guter Sound
- sehr gute Akkulaufzeit
- IP55
- guter Sitz
NACHTEILE
- kein High-Res Audio-Codec
- Steuerung per Touch wenig intuitiv
JLab Go Air Sport im Test
Günstige Kopfhörer, die mit IP55 gegen Schweiß und Schmutz geschützt sind, gut klingen und noch dazu lange laufen? Die JLab Go Air Sport schaffen den Spagat. Zumindest fast, denn eine Sache nervt uns.
Sportkopfhörer haben etwas andere Anforderungen als normale Kopfhörer. Denn sie müssen zwingend Schweiß und Wasser aushalten – sei es beim Training, durch einen Wolkenbruch oder weil sie nach dem Sport gesäubert werden.
Dazu müssen sie stabil im Ohr sitzen. Nichts ist nerviger als wackelnde Stöpsel beim Joggen. Dann sollten sie noch einen soliden Klang liefern, nicht nur für Musik, sondern auch für Textbeiträge, etwa in Podcasts oder Hörbüchern. Und zuletzt muss die Akkulaufzeit ordentlich sein, denn leere Kopfhörer helfen niemandem.
Neben vielen Markenprodukten, die allerdings schnell teuer werden können, gibt es mit den JLab Go Air Sport eine vergleichsweise günstige Alternative. Aber reicht ein guter Preis als Kaufanreiz?
Design & Lieferumfang
JLab setzt für die Go Air Sport auf ein Ohrbügel-Design. Das hatten wir lange nicht mehr im Test. Wahrscheinlich, weil es etwas altbacken im Vergleich zu schicken, kleinen In-Ears aussieht. Der große Vorteil ist aber, dass die Kopfhörer sehr gut halten und einen Teil des Gewichtes auf die Ohrmuschel verlagert wird.
Das Design ist insgesamt schlicht, die Go Air Sport gewinnen keinen Preis. Einfaches Silikon und Plastik dominieren, das Case selbst ist flach und insgesamt etwas kleiner als eine Zigarettenpackung oder eine Puderdose. Es passt aber gut in die Hosentasche, egal ob bei Jeans oder Laufhose. Die Kopfhörer wiegen jeweils knapp 12 Gramm, die Ladeschale liegt bei 45 Gramm. Zum Vergleich wiegen die Sennheiser Sport True Wireless knapp 7 Gramm pro Kopfhörer. Da sich aber, wie erwähnt, das Gewicht durch den Bügel besser verteilt, hat man nicht die kompletten 12 Gramm im Ohr hängen.
Im Paket liegen neben den Kopfhörern in ihrer Ladeschale verschiedene Silikonaufsätze sowie etwas Lesestoff. Was, kein Ladekabel? Ja, denn JLab integriert dieses in die Ladeschale. Dort kann man auf der Rückseite einen USB-A-Anschluss herausklappen und direkt mit einem Ladegerät verbinden.
Technische Daten
Die Kopfhörer liefern aktuelle Technik, ohne groß aus dem Rahmen zu fallen. Mit Bluetooth 5.1 ist ein aktueller und stabiler Funk eingebaut, Musik kommt allerdings nur über den SBC-Codec. Wer aptX oder Ähnliches sucht, der ist bei diesen Kopfhörern falsch. Dafür hat JLab in die Wasserfestigkeit investiert. Die Go Air Sport sind nach IP55 gegen Schweiß, Wasser und Dreck geschützt. Allerdings sollten sie nicht untergetaucht werden – ein kurzer Regenschauer oder ein feuchtes Abwischen nach dem Sport ist aber kein Problem.
In den Kopfhörern steckt eine kleine Batterie mit 43 mAh, der Akku im Case besitzt eine Kapazität von 350 mAh. In der Praxis sorgt das für eine überraschend lange Laufzeit; mehr dazu im Abschnitt Akku.
Die Einrichtung der Kopfhörer ist etwas eigenwillig. Sie haben keine dedizierte Pairing-Taste, sondern schalten automatisch in den Pairing-Modus, sobald kein bekanntes Gerät in Reichweite ist. Sprich, wer sie etwa mit einer Sportuhr koppeln möchte, muss beim Smartphone erst Bluetooth ausschalten. Alternativ kann man sie in den Pairing-Modus schalten, indem man beide Kopfhörer jeweils sieben Sekunden lang drückt.
Tragekomfort
Auch wenn die Ohrbügel an Hörgeräte erinnern, funktioniert die Haltetechnik zuverlässig. Man nimmt die JLab Sport Go Air aus dem Case, hängt sie übers Ohr und setzt sie dann ein. Simpel und einfach. Vor allem verhindert man damit schmerzhafte Druckstellen im Ohr, zu denen andere Kopfhörer mit Silikonflügel gerne neigen.
Weniger gelungen finden wir die Steuerung. Es gibt keine Knöpfe, man tippt auf die vergleichsweise kleine runde Fläche mit dem Logo der Kopfhörer. Dabei muss man zweimal tippen, um zu pausieren. Wer nur einmal tippt, der macht die Kopfhörer schrittweise lauter oder leiser. Tippen und Halten lässt den Song nach vorn oder nach hinten springen. Das ist gerade beim Laufen unkomfortabel und wenig intuitiv. Die Lautstärke passt man sonst über Tippen und Halten an, einmal Drücken sollte pausieren/starten, zweimal dann vor oder zurückspringen. Gerade beim Laufen muss man so unnötig oft die kleine Fläche treffen, schade.
Klang
Bei dem Preis hatten wir eigentlich keine großen Erwartungen, doch die Go Air Sport haben uns angenehm überrascht. Der Klang ist voll und überraschend ausgeglichen. Details kann man heraushören, vielleicht sind sie nicht noch betont wie bei teureren Kopfhörern. Doch es macht Spaß, sich damit durch die Testplaylist zu hören.
Spitting Venom von Modest Mouse beispielsweise kommt klar abgemischt aus den beiden Kopfhörern, mit einer sauberen Trennung zwischen linken und rechtem Sound. Bei Blinding Lights von The Weeknd haben wir uns allerdings etwas mehr Bass gewünscht – für Sportkopfhörer sind die Jlab Air Go Sport zunächst etwas zahm. Ein dreifaches Tippen auf die kleine runde Fläche hilft hier – damit kann man den Equalizer wechseln und den Bass deutlich stärker hervorheben. Hier sollte man aber vor dem Training etwas spielen, währenddessen ist ein erfolgreiches Umschalten eher Glückssache. Weiter geht es in der Playliste, dieses Mal mit 80s-Glam-Metal von W.A.S.P. Hellion dröhnt gut aus den Kopfhörern und pusht uns in die schnellere Pace im letzten Kilometer.
Die JLab Go Air Sport schaffen auch ohne aktives ANC eine gute Isolation von der Umgebung, sodass man gut in einen Rhythmus verfallen und sich auf die Form konzentrieren kann. Beim Sport kann es allerdings sein, dass man gelegentlich etwas an den Ohrbügeln ruckeln muss, damit der Sitz während des Sports nicht zu sehr verrutscht. Insgesamt liefern die Kopfhörer einen guten Sound, der aber im Vergleich etwas leiser ist als etwa die Sportkopfhörer von Sennheiser oder die Amazon Echo Buds. Das gilt auch für Podcasts und Hörbücher, auch wenn man bei diesen die Lautstärke wahrscheinlich etwas nach oben drehen muss. Kein großes Problem, man sollte es nur vorher wissen.
Auch ohne aptX kann man mit den Kopfhörern gut Videos ansehen. Wir haben damit etwa mehrere Folgen Community auf Netflix gestreamt, ohne dass wir eine Verzögerung beim Ton festgestellt haben.
Akku
Das etwas klobige Design zahlt sich beim Akku voll aus. In unserem Test hielten die Kopfhörer über acht Stunden am Stück durch und bestätigen damit locker die Angaben des Herstellers. Das Etui lädt sie bis zu dreimal auf. Sprich, man hat immer dann genügend Saft, wenn loslegen will. Wir sind allerdings etwas unschlüssig über den festen USB-Anschluss am Case. Der ist auf den ersten Blick praktisch, bei einem Defekt muss man aber wahrscheinlich das komplette Etui austauschen.
Preis
Die Preisempfehlung liegt bei 40 Euro, im Alltag bekommt man sie aber meist für knapp 35 Euro.
Fazit
In unserem Test gefielen uns die JLab Go Air Sport überraschend gut. Der Sound ist für den Preis von 35 Euro sehr gut, ebenso die Verarbeitung. Die Akkulaufzeit ist sogar sehr gut, mit knapp 8 Stunden ist man selbst für lange Trainingseinheiten gerüstet. Die Steuerung könnte allerdings besser sein. Kleine Touch-Flächen sind schwer zu treffen, die Belegung wenig intuitiv. Schade, hier hätten wir uns etwas mehr Standards gewünscht.
Unserer Meinung nach sind die JLab Go Air Sport vor allem als Zweitkopfhörer fürs Training ideal. Sie kosten wenig, haben eine lange Akkulaufzeit und lassen sich lange bequem tragen. Gerade, wenn man im Alltag einen Over-Ear oder On-Ear nutzt, sind die Go Air Sport eine gute Alternative für schwitzige Angelegenheiten.
Oneodio Openrock X
Mit den Openrock X hat der chinesische Hersteller Oneodio Open-Ear-Kopfhörer auf den Markt gebracht, die an die Shokz Openfit erinnern. Wir klären im Test, ob die Openrock X mit der Konkurrenz mithalten können.
VORTEILE
- herausragender Tragekomfort
- sehr guter Klang
- IPX5-Zertifizierung
- lange Akkulaufzeit
Open-Ear-Kopfhörer Oneodio Openrock X im Test
Mit den Openrock X hat der chinesische Hersteller Oneodio Open-Ear-Kopfhörer auf den Markt gebracht, die an die Shokz Openfit erinnern. Wir klären im Test, ob die Openrock X mit der Konkurrenz mithalten können.
Wer an Open-Ear-Kopfhörer denkt, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit direkt ein Modell von Shokz im Kopf. Insbesondere die Knochenschall-Kopfhörer wie die Shokz Openrun Pro 2 (Testbericht), aber auch Modelle wie die Shokz Openfit (Testbericht) sind Nutzern ein Begriff, die im Straßenverkehr oder beim Sport ihre Lieblingsmusik oder Podcasts genießen wollen, ohne dabei die Wahrnehmung der eigenen Umgebung einzuschränken. Allerdings haben viele Kopfhörer von Shokz, und zwar speziell diejenigen, die mit Knochenschall arbeiten, ein Problem: Ihr Klang ist nicht immer perfekt.
Deshalb haben sich Hersteller wie Oneodio mit der Marke Openrock auf Open-Ear-Kopfhörer spezialisiert, die guten Klang mit bestem Tragekomfort verbinden sollen. Die Openrock X richten sich dabei explizit an Sportler und setzen wie die Shokz Openfit nicht auf Knochenschall, sondern auf gerichtete Mini-Lautsprecher. Wir haben uns die Openrock X im Test genauer angeschaut und klären, ob die Open-Ears ihr Geld wert sind.
Die Openrock X kosten etwa bei Voelkner aktuell 170 Euro.
Optik & Verarbeitung
Obwohl es sich bei den Openrock X um Kopfhörer eines chinesischen Herstellers handelt, spürt man davon nicht viel. Bereits die Umverpackung wirkt wertig, aber beim Ladecase und den Open-Ears selbst zieht Oneodio alle Register. Das Case hat etwa die Größe einer gestauchten Zigarettenschachtel und wirkt mit dem mattschwarzen Gehäuse und den silbernen Kanten ziemlich edel. Per Druck auf die kurze Seite des Cases öffnet sich eine Schublade, die wir ausziehen können. Der gesamte Mechanismus wirkt durchdacht und fühlt sich angenehm an. Lediglich die Größe der Box könnte in der Hosentasche stören.
Die Open-Ear-Kopfhörer liegen jeweils auf den gegenüberliegenden Seiten der Schublade in ihrer Ladebuchse. Ein kleines LED-Licht informiert uns darüber, wenn der Akku geladen wird. Ein Ladekabel mit USB-C- auf USB-A-Port ist im Lieferumfang enthalten. Eine Akkuladung reicht für zwölf Stunden Betriebsdauer. Laden wir die Kopfhörer zwischendurch im Case wieder auf, können wir sie bis zu 48 Stunden benutzen. Zusätzlich verfügen die Openrock X über eine Schnellladefunktion: Eine Ladedauer von fünf Minuten reicht, um die Kopfhörer rund eine Stunde zu betreiben.
Der positive Eindruck in Hinblick auf die Verarbeitung der Open-Ears von Oneodio zeigt sich aber nicht nur beim Ladecase, sondern auch bei den Kopfhörern selbst. Alle Teile des Kopfhörers machen einen wertigen Eindruck. Obwohl der Ohrbügel filigran wirkt und die Open-Ears nur zwölf Gramm auf die Waage bringen, sind sie robust gearbeitet. Dank der IPX5-Zertifizierung überstehen sie auch einen Regenguss oder eine schweißtreibende Trainingseinheit.
Tragekomfort
Für den Tragekomfort sorgen die weichen Ohrbügel: Während ihr den eigentlichen Kopfhörer mit dem integrierten Lautsprecher im 45-Grad-Winkel nach außen drehen könnt, lässt sich der Ohrbügel um 50 Grad nach oben bewegen. Dadurch kann man die Openrock X perfekt an die eigene Ohrmuschel anpassen. Die Kopfhörer sind dadurch sowohl für kleine als auch große Ohren geeignet.
Das geringe Gewicht der Openrock X begünstigt den hohen Tragekomfort der Open-Ear-Kopfhörer. Anders als In-Ear-Kopfhörer drücken sie nämlich nicht im Ohr – ein Problem, mit dem hauptsächlich Personen mit kleinen Ohrmuscheln häufig zu kämpfen haben. Ferner sind die Openrock X so leicht, dass sie am Ohr kaum spürbar sind. Die gute Anpassbarkeit des Ohrbügels stellt sicher, dass die Open-Ears nicht verrutschen. Selbst beim Joggen oder Trainingseinheiten, bei denen wir viel in Bewegung sind und stark schwitzen, bleiben die Kopfhörer fest am Ohr.
Bedienung
Wer an den Openrock X nach Bedientasten sucht, der sucht vergebens. Es gibt lediglich einen dezenten On-Button an der Unterseite des rechten Earbuds. Wir steuern die Wiedergabe ausschließlich über Berührungen am Gehäuse, was im Test problemlos funktioniert. Nehmen wir die Kopfhörer aus dem Ladecase, schalten sie sich selbstständig ein und verbinden via Bluetooth 5.3 unser Smartphone. Der Pairing-Modus wird automatisch aktiviert, sobald wir das Ladecase öffnen. Berühren wir mit unserem Finger für zwei die kleine LED an der kurzen Seite des Ladecases, können wir die Kopfhörer zusätzlich mit einem zweiten Gerät koppeln. Alle Pairing-Varianten funktionieren in unserem Test einwandfrei und dauern nur wenige Sekunden.
Für einen erweiterten Funktionsumfang stellt der Hersteller uns die Openrock-App zur Verfügung. Die App für Android und iOS beinhaltet einen Equalizer (dazu später mehr), einen Begrenzer für die maximale Lautstärke, eine Tragedauer-Erinnerung und verschiedene Funktionen zur Klanganpassung. Ein Nutzerkonto zur Nutzung ist nicht notwendig, man kann also direkt loslegen.
Klang
Ganz unabhängig davon, ob optionale Equalizers eingesetzt wird oder nicht, bieten die Openrock X einen hervorragenden Klang. Wir testen die Kopfhörer sowohl mit Sprache (Hörbücher) als auch mit Musik. Direkt zu Beginn fällt auf, wie voluminös und warm die Open Ears klingen. Das vom Smartphone wiedergegebene Hörbuch klingt so, als würde die Erzählerin direkt neben uns stehen.
Auch bei Musik machen die Openrock X eine sehr gute Figur. Zwar können die Open Ears nicht mit echten HiFi-Kopfhörern mithalten, aber das sollte bei solchen Speakern auch nicht der Anspruch sein. Im Standardmodus bieten die Openrock X eine ausgewogene Mischung aus Höhen und Tiefen, wobei der Bass zwar zur Geltung kommt, aber nicht dominiert. Songs wie Your Latest Trick von Dire Straits oder In The Air Tonight von Phil Collins profitieren dann aber durchaus von dem Equalizer der App.
Beim Equalizer können wir zwischen drei Modi wählen: Rock, Entspannung und Boom. Der Boom-Modus betont die Höhen und Tiefen, wodurch vor allem der Bass für kraftvolleren Klang sorgt. Rock bietet einen relativ ausgeglichenen Sound, während bei Entspannung vor allem am Bass gespart wird, aber ohne, dass der Klang blechern oder schwach rüberkommt.
Ein besonderes Feature der Openrock X ist der integrierte LISO 2.0 Algorithmus, der laut Herstellerangaben eine besonders immersive Hörerfahrung garantieren soll. Im Praxistest führt der Algorithmus dazu, dass die Kopfhörer einen deutlichen Raumklang erzeugen. Dadurch kann man sich von der eigenen Umgebung abgrenzen, ohne auf die Vorteile des Open-Ear-Designs verzichten zu müssen.
Ein Nachteil von Open-Ear-Kopfhörern mit integriertem Speaker besteht demgegenüber allerdings häufig darin, dass der Schall bei hoher Lautstärke an die Umgebung abgegeben werden kann. Dieses Problem hält sich beim Openrock X aber stark in Grenzen. Wir müssen bei den Open-Ears schon fast die maximale Lautstärke einstellen, damit sie in einem ruhigen Raum wie einem Büro im Abstand von etwa einem halben Meter zu hören sind.
Möchte man die Openrock X aber nicht nur zum Musik- oder Podcast-Hören, sondern auch zum Telefonieren nutzen, hat der Hersteller sich ebenfalls ein nützliches Feature ausgedacht. Die vier integrierten Mikrofone der Open-Ears geben Umgebungsgeräusche an eine KI weiter, die dann entsprechende Störtöne herausfiltert. Damit besitzen die Openrock X zwar keinen dedizierten ANC-Modus, unterdrücken Geräusche aber trotzdem noch gut genug, damit wir ungestört telefonieren können.
Preis
Die Openrock X kosten bei Voelkner etwa 170 Euro.
Fazit
Die Oneodio Openrock X machen einfach Spaß: Sie sitzen perfekt im Ohr, sind direkt einsatzbereit und überraschen mit einem angenehm warmen, voluminösen Klang. Die IPX5-Zertifizierung und die lange Laufzeit von knapp zwölf Stunden bei voller Ladung (ohne Nachladen im Ladecase) machen sie sowohl für Sportler als auch Berufspendler interessant.
Was die Shokz Openfit im direkten Vergleich noch vermissen lassen, nämlich ein Multipoint-Feature, haben die Openrock X ebenfalls zu bieten. Der hohe Tragekomfort und die gute Verarbeitung rechtfertigen zusammen mit dem tollen Sound den recht hohen Preis, auch wenn Nutzer auf echtes ANC verzichten müssen.
Shokz Openfit
Mit den Knochenschallhörern von Shokz blieben die Ohren erstmals komplett frei, aber es gab klangliche Einschränkungen. Bei den Openfit nutzt Shokz keinen Knochenschall, sondern Mini-Lautsprecher. Nervt das nun das Umfeld?
VORTEILE
- sehr leicht und bequem
- keine Einschränkung der Umgebungswahrnehmung
- robust, spritzwasserfest, guter Klang
- geringe Schallabstrahlung an Umgebung
NACHTEILE
- kein apt-X
- keine Lautstärkeregelung am Hörer möglich
Open-Ear-Kopfhörer Shokz Openfit im Test
Mit den Knochenschallhörern von Shokz blieben die Ohren erstmals komplett frei, aber es gab klangliche Einschränkungen. Bei den Openfit nutzt Shokz keinen Knochenschall, sondern Mini-Lautsprecher. Nervt das nun das Umfeld?
Kopfhörer sind üblicherweise über dem Ohr (klassische Hi-Fi-Modelle), auf dem Ohr (der mit dem Walkman eingeführte Stil) oder im Ohr. Beim Joggen sind alle drei unpraktisch und im Straßenverkehr gefährlich, da sie den Träger von der Umwelt abschirmen. Die Shokz-Kopfhörer sind sozusagen die Freisprechanlage unter den Kopfhörern, die neuen Openfit sogar wortwörtlich: Telefonate lassen sich damit gut führen und Mini-Lautsprecher werden gewissermaßen über die Ohren gehängt. Wird man dadurch zur Lärmbelästigung?
Design & Tragekomfort
Nein, so schlimm ist es nicht, man läuft nicht mit Boomboxen auf den Ohren herum. Die neuen Shokz, die es in Beige oder Schwarz gibt, sehen nicht viel anders aus als die bisherigen Modelle. Allerdings ist der Verbindungsbügel zwischen links und rechts entfallen, der manchen gestört hat; die Kopfhörer sind echte TWS, True Wireless. Mangels Verbindungsbügel werden die Openfit jetzt auch nicht mehr direkt mit einem einzelnen Magnetkabel geladen, sondern wie „normale“ In-Ears mit einem Ladecase.
Das Element, das zuvor den Knochenschalllautsprecher darstellte, enthält jetzt die Elektronik und den Akku; es vibriert also nicht mehr. Dafür schwebt indessen ein ähnliches Element als Mini-Lautsprecher über dem Ohr. Dadurch sind die Ohren absolut frei und es gibt auch keine Probleme mit Allergien, Ohrenentzündungen oder auch nur einem „Satz heißer Ohren“ wie bei normalen Over- oder In-Ears.
Mit 8,3 g sind die Ohrhörer angenehm leicht und trotzdem sicher sitzend, da sie sich ja mit einem Bügel am Ohr abstützen und nicht nur im Ohr stecken wie normale In-Ears. Das Ladecase ist mit 57 g (ohne Hörer) etwas schwerer, aber auch größer als solche für In-Ears – wegen der Bügel. Die streitet sich zum Glück nicht mit einer Brille um den Platz auf dem Ohr; erst wenn auch noch eine Corona-Maske hinzukommt, wird es kompliziert. Doch das ist aktuell glücklicherweise kein Thema mehr.
Ausstattung, Installation und Betrieb
Neben den Kopfhörern werden Ladecase, Ladekabel mit USB-C und USB-A an den Enden, Kurzanleitung auch auf Deutsch und die üblichen Garantieunterlagen mitgeliefert.
Die Openfit sind spritzwassergeschützt nach IP54. Multipoint, also das Verbinden mit mehreren Geräten, bieten sie im Gegensatz zu den Knochenschallmodellen nicht. Über das Berühren der Hörer sind Start/Stop/Vor/Zurück und Anrufe annehmen/ablehnen bedienbar. Die Lautstärke kann allerdings nicht am Kopfhörer verstellt werden, was wegen der fehlenden akustischen Abschirmung bei Lärm in der Umgebung notwendig werden kann.
Das Bluetooth-Pairing funktioniert unkompliziert, mit bis zu 7 Stunden Akkulaufzeit sind auch Marathonstrecken laufbar, zumindest als Spitzensportler. Wieder aufgeladen ist in weniger als einer Stunde, was aus dem Ladecase bis zu dreimal möglich ist, bevor dieses selbst wieder geladen werden muss. Das dauert dann zwei Stunden.
Der Klang: Gute Bässe und Höhen
Ein Klangwunder konnte man bei der Knochenschall-Technik der bisherigen Shokz-Hörer nicht erwarten, was der Grund für Shokz war, mit dem Openfit diesen Pfad zu verlassen und auf normale Schallwandler umzusatteln. Tatsächlich ist die Umstellung in jeder Hinsicht ein Gewinn: Die Openfit liefern einwandfreie Bässe und Höhen, lediglich bei hohem Basspegel gehen die Treiber in die Begrenzung. Dann würde es aber ohnehin ungesund. Die Kopfhörer vibrieren auch nicht mehr, was manchem unangenehm war – und die Beschallung der Umgebung hat sogar abgenommen: Während die Knochenschallmodelle fürs ruhige Büro ungeeignet waren, ist der Openfit hier optimal, solange die Wiedergabe nicht zu laut eingestellt ist. Der Grund: Der Schall wird stark zu den Ohren gerichtet abgestrahlt und in andere Richtungen mit Gegenschall kompensiert – sozusagen ein umgekehrtes ANC (Active Noise Cancelling), das nicht die Umgebungsgeräusche für den Benutzer kompensiert, sondern die Abstrahlung des Nutzsignals in die Umgebung minimiert.
Ein kleiner Schwachpunkt wird nun hörbar: Der Klang ist so gut, dass man aptX vermisst, wenn man kein AAC-fähiges Android-Gerät hat. AAC haben die Openfit inzwischen sinnvollerweise, Apple-Nutzer haben also auf jeden Fall guten Klang. An einem Android-Gerät ohne AAC-Fähigkeit werden dagegen mangels aptX Artefakte hörbar. Bei den Vorgängermodellen war der Klang noch so eingeschränkt, dass der Standard-SBC-Codec ausreichte. Und es lohnt sich jetzt auch, Streaming-Quellen hoher Qualität wie Quboz zu nutzen. Doch auch Podcasts sind jetzt besser verständlich. Zudem gewinnen Spaziergänge in der Natur: Offene Ohren sind einfach entspannter. Nur die höhere Ohrenbelastung in lauter Umgebung wäre ein Grund, diesen Kopfhörer nicht zu nutzen.
Preis
Mit knapp 200 Euro Listenpreis sind die Shokz Openfit nicht so billig wie ihre Vorgänger, das Geld aber absolut wert. Straßenpreise liegen derweil bei etwa 120 Euro. Ein vergleichbares Produkt, das die Ohren frei lässt und trotzdem gut klingt, gibt es aktuell nicht. Alle anderen Kopfhörer müssen abgenommen oder in den Transparenzmodus geschaltet werden, um die Umgebung dann dennoch mehr oder weniger eingeschränkt wahrzunehmen.
Fazit
Die Openfit sind Hörer, die man beim Radfahren, Joggen oder auch tatsächlich den ganzen Tag im Büro oder zu Hause tragen kann, ohne von der Umgebung abgekapselt zu sein. Telefonate anzunehmen oder Musik zu genießen, ist damit problemlos möglich, ohne sich dadurch unbeliebt zu machen, weil davon kaum etwas nach außen dringt. Nur wer intensive Bässe, High End-Klang oder ANC benötigt, weil er sich von seiner Umgebung abschotten will, sollte zu etwas Anderem greifen.
Shokz Openrun
Knochenschall-Kopfhörer lassen den Gehörgang frei, das macht sie interessant für Sportler. Wie gut der Klang ist, zeigen wir im Test dreier Shokz-Modelle.
VORTEILE
- sehr leicht, hoher Tragekomfort
- keine Einschränkung der Umgebungswahrnehmung
- optimal zum Laufen (Openrun) & Schwimmen (Openswim)
NACHTEILE
- eingeschränkte Klangqualität
- kein AAC und aptX
- Schallabstrahlung an Umgebung
Knochenschall-Kopfhörer von Shokz im Test
Knochenschall-Kopfhörer lassen den Gehörgang frei, das macht sie interessant für Sportler. Wie gut der Klang ist, zeigen wir im Test dreier Shokz-Modelle.
Normalerweise sind Kopfhörer über, auf oder im Ohr. Beim Joggen sind alle drei unpraktisch und im Straßenverkehr gar gefährlich. Mit den Shokz-Knochenschall-Kopfhörern bleiben die Ohren frei. Das Konzept ist nicht neu. Bereits 2018 testeten wir die Trekz Air (Testbericht) von Shokz. Damals hieß das Unternehmen noch Aftershokz. Die Trekz Air sind im Grunde okay, allerdings bemängeln wir den Klang, der teilweise einen Hall verursacht. Zudem vibrieren sie bei basslastigen Songs.
Auch die Musik-Sonnenbrille Bose Frames Tempo (Testbericht) bedient sich des Knochenschall-Prinzips – allerdings bieten sie den deutlich besseren Klang. Ihr Preis ist mit über 200 Euro jedoch hoch.
Knochenschall-Kopfhörer lassen den Gehörgang frei. Das kann etwa im Straßenverkehr praktisch sein. Aber auch beim Laufen oder Schwimmen. Sie können aber auch für Hörgeräteträger interessant sein, die normale Kopfhörer kaum vernünftig nutzen können. Wer dagegen die Umgebungsgeräusche ausblenden will, greift zu Modellen mit aktiver Geräuschunterdrückung (ANC). Wir empfehlen hier die Bose QC Earbuds II (Testbericht). Es gibt wohl kaum Kopfhörer, welche die Umgebung besser ausblenden, als diese In-Ears.
Die Knochenschall-Kopfhörer Openrun, Openrun Pro und Openswim von Shokz drücken nicht im Gehörgang. Das macht sie kompatibler für Brillenträger und leichter als Over-Ears. Umgebungsgeräusche gelangen direkt ins Ohr. Wir haben uns die Modelle für den Test genauer angeschaut.
Ausstattung, Installation und Betrieb
Neben dem Kopfhörer wird eine Schutztasche, das Ladekabel und eine Kurzanleitung mitgeliefert. Diese ist auch auf Deutsch, die ausführliche Anleitung zum Herunterladen dagegen nur auf Englisch. Das Ladekabel für die Openrun und Openrun Pro nutzt einen Magnetkontakt. Das Ladekabel für die Openswim klemmt den Ladekontakt mechanisch ein.
Die Kopfhörer wiegen um die 30 Gramm und sind recht kompakt. Es gibt mittlerweile mit den OpenRun Mini auch eine noch kleinere Ausführung, die wir für diesen Test nicht vorliegen hatten. Der normale Openrun ist spritzwassergeschützt nach IP67, die Pro-Variante nur nach IP55. Beide können parallel mit zwei Geräten über Multipoint eine Bluetooth-Verbindung aufbauen.
Der Openswim ist wasserdicht nach IP68 und hat keine Bluetooth-Konnektivität. Wer mit ihm seine Musik hören will, muss ihn über den USB-A-Adapter an den Computer anschließen und mit Musikdateien befüllen. Über eine Multifunktionstaste sind die üblichen Funktionen (Lautstärke, Start/Stop/Vor/Zurück) verfügbar.
Shokz Openrun Pro Bilder
Das Bluetooth-Pairing funktioniert bei den Openrun-Modellen unkompliziert, mit bis zu acht Stunden Akkulaufzeit bei der normalen und zehn Stunden bei der Pro-Variante sind auch Marathonstrecken laufbar. Die Shokz Openswim sollen acht Stunden durchhalten. Wieder aufgeladen sind alle Modelle in weniger als einer Stunde.
Die Soundeinheiten der Modelle liegen auf der unteren Schläfe auf und werden dort über einen Bügel fixiert, der über die Ohren führt. Direkt dahinter sitzt die Steuereinheit mit den kleinen Akkus. Die beiden Ohrenteile sind über einen weiteren Bügel, der am Hinterkopf verläuft, miteinander verbunden. Die Shokz drücken auch nach mehreren Stunden des Tragens nicht. Zudem halten sie erstaunlich gut. Laufen oder gar gepflegtes Headbanging ist mit ihnen kein Problem. Auch beim Schwimmen mit den Openswim verrutscht nichts.
Klang
Ein Klangwunder kann man bei Knochenschall nicht erwarten. Tatsächlich ist die Funktion eine Mischung aus Luft- und Knochenschallleitung, was auch zur Folge hat, dass die Kopfhörer stark an die Umgebung „leaken“. So praktisch offene Ohren im Büro sind, wenn man alles mitbekommen will bzw. muss, so ungeeignet wäre der Openrun hier. Gerade bei etwas höheren Lautstärken hören die Kollegen mit.
Im Verkehr sind die Openrun und Openrun Pro dagegen gut aufgehoben: Wer auch beim Radfahren telefonisch erreichbar sein will, kann dies mit so einem Kopfhörer riskieren, während er mit ANC-Modellen eher vor einem Kühlergrill landen dürfte. Ein Ambiente-Modus bei ohrabschließenden Kopfhörern kann mit den Knochenschall-Modellen in Bezug auf „nichts Wichtiges überhören“ nicht mithalten, hier ist er die optimale Lösung.
Der Sound beim Openrun ist eher mitten- und höhenbetont und damit für Sprache, etwa zum Anhören von Nachrichten, Hörbüchern oder Podcasts gut geeignet, wobei man den Klang noch zwischen Sprache und Musik umschalten kann. Die Openrun Pro dagegen setzen den Fokus auf den Bass. Diesen empfinden wir jedoch gerade bei hohen Lautstärken als unangenehm. Die Openrun Pro beginnen merklich zu vibrieren und gegen die Schläfen zu hämmern. Möglicherweise empfinden das einige als passend. Bei uns im Test erzeugt es jedoch ein unangenehmes Gefühl.
Die Openrun Pro haben außerdem eine App, die jedoch keinen großen Mehrwert bietet. So vermissen wir hier etwa einen Equalizer. Als Bluetooth-Codec ist nur der Standard-SBC-Codec vorhanden, kein AAC und schon gar kein aptX.
Der Klang der Openswim ist mit denen der Openrun vergleichbar. Wer sie im Wasser beim Schwimmen trägt, sollte jedoch den Kopf über Wasser halten. Wer krault oder andere Schwimmtechniken ausübt, die den Kopf zeitweise unter Wasser tauchen, bekommt von der Musik nicht mehr alles mit. Das liegt vor allem daran, dass das Ein- und Auftauchen an sich schon sehr laut ist. Hier müssen Schwimmer, die Openswim schon richtig laut aufdrehen.
Preis
Die Openrun kosten zum Testzeitpunkt 110 Euro. Für die Openrun Pro fallen etwa 160 Euro an. Wer ein Auge auf die Openswim geworfen hat, muss derzeit 150 Euro zahlen.
Fazit
Die Knochenschall-Kopfhörer von Shokz bedienen eine Nische. Sie richten sich speziell an Sportler, die fest sitzenden und dennoch bequeme Kopfhörer suchen, die beim Musikhören den Gehörgang frei lassen. Dafür sind die Openrun und die Openrun Pro gut geeignet. Auch wenn die Klangqualität nicht mit In-, On- oder Over-Ear-Kopfhörern mithalten kann. Wer einen Kopfhörer zum Schwimmen sucht, findet ohnehin kaum Alternativen zum Openswim.












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