Todesstrafe im Iran: Amnesty warnt Iran vor mehr Vollzügen der Todesstrafe
vor 1 Tag
2
Amnesty International befürchtet nach der Hinrichtung von zwei Männern im Iran den Vollzug weiterer Todesstrafen. Laut Amnesty sind 60 Menschen in akuter Gefahr.
Quelle: DIE ZEIT,
AFP,
spr
28. Juli 2026, 21:37 Uhr
Artikelzusammenfassung
Amnesty schlägt Alarm. Nach der öffentlichen Hinrichtung zweier Männer im iranischen Malekschahr warnt die Organisation vor einer neuen Eskalationsstufe der Todesstrafe, die offenkundig als Repressions-Tool gegen Dissens und Protest eingesetzt wird; mindestens 60 weitere Menschen seien akut bedroht. Die beiden Verurteilten waren im Kontext der Winterproteste festgenommen worden, die sich aus Frust über Wirtschaftskrise, politische Erstarrung und das übliche autoritäre Drehbuch im Dezember rasant zu landesweiten Demonstrationen auswuchsen. Ihren Peak erreichte die Bewegung am 8. und 9. Januar, bevor Sicherheitskräfte mit brutaler Härte dazwischenfunkten, während die Justiz den Fall mit dem Vorwurf auflud, die Männer hätten Polizisten angegriffen und angezündet – ein Narrativ, das im Staatsapparat zuverlässig sendefähig ist. Amnesty ordnet das Geschehen als Teil einer breiteren Kampagne gegen abweichende Meinungen ein; zugleich steht über allem die düstere Bilanz von Tausenden Toten, für die die Regierung, wenig überraschend, jede Verantwortung von sich weist.
Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt. Vereinzelt kann es dabei zu Fehlern kommen.
Amnesty International hat nach der Hinrichtung von zwei Männern im Iran vor einer »Eskalation im Einsatz der Todesstrafe« gewarnt. Ziel der iranischen Behörden sei es, »abweichende Meinungen zu unterdrücken«, teilte die Menschenrechtsorganisation mit. Demnach sind derzeit mindestens 60 weitere Menschen in dem Land von der Todesstrafe bedroht. Viele würden zudem wegen ihrer Teilnahme an den regierungskritischen Protesten im Winter verfolgt.
Auch die zwei Männer, die zuletzt hingerichtet wurden, waren wegen ihrer Beteiligung an den Demonstrationen verurteilt worden. Sie sollen Polizeibeamte im Januar angegriffen und »in Brand gesetzt« haben, wie die iranische Justiz mitteilte. Die iranische Nachrichtenagentur Mehr berichtete, die Verurteilten seien auf einem Platz in der Stadt Malekschahr in der zentralen Provinz Isfahan öffentlich gehängt worden.
Die Proteste im Iran hatten sich im Dezember wegen der schlechten wirtschaftlichen und politischen Lage im Iran rasch zu großen Demonstrationen gegen die Führung des Landes ausgeweitet. Am 8. und 9. Januar erreichten sie ihren Höhepunkt. Staatliche Einsatzkräfte gingen mit Gewalt gegen Demonstrierende vor. Nach iranischen Angaben hat es Tausende Tote gegeben, die Regierung weist die Verantwortung jedoch von sich.