Tianwen-2: Chinesische Weltraumsonde erreicht Quasisatelliten Kamoʻoalewa

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Die chinesische Weltraumsonde Tianwen-2 hat den erdnahen Asteroiden und Quasisatelliten der Erde Kamoʻoalewa erreicht. Das hat Chinas Weltraumagentur mitgeteilt, berichtet die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Die Sonde hat den Himmelskörper demnach am 6. Juni zum ersten Mal nachgewiesen, einen Tag später ein Kontrollmanöver ausgeführt und sich ihm am 19. Juni auf 2000 km angenähert. Inzwischen ist sie nur noch 20 km von ihm entfernt. Als Nächstes soll sie den Asteroiden ausführlich erforschen, bevor sie Proben entnehmen soll. Wenn das gelingt, würde China zur dritten Nation, der es gelingt, Proben von einem Asteroiden zur Erde zu bringen. Die Weltraumsonde soll anschließend zum Kometen 311P/PANSTARRS im Asteroidengürtel weiterfliegen.

(469219) Kamoʻoalewa ist einer von weniger als einem Dutzend bekannten Quasisatelliten der Erde. Der etwa 50 Meter durchmessende Asteroid umkreist die Sonne also auf einer Bahn, die der Erde stark gleicht. Deshalb ist der Himmelskörper äußerst schwer zu beobachten, lediglich für eine Woche im April ist er unserem Heimatplaneten immer wieder so nahe, dass er mit den stärksten Teleskopen untersucht werden kann. Entdeckt wurde der Asteroid erst 2016 mit Technik am Observatorium Haleakalā auf Hawaii. Eine gewisse Berühmtheit hat das Objekt aber erst fünf Jahre später erlangt, als ein Forschungsteam der Universität Arizona herausgefunden hat, dass Kamoʻoalewa wohl vom Mond stammt.

2024 ist es einem Forschungsteam sogar gelungen, den Krater ausfindig zu machen, bei dessen Entstehung Kamoʻoalewa wohl aus dem Mond geschlagen wurde. Eine Reihe von Simulationen haben demnach ergeben, dass der Himmelskörper Überrest eines Einschlags sein muss, der vor wenigen Millionen Jahren einen Mondkrater mit einem Durchmesser von 10 bis 20 km produziert hat. Am Ende haben all die Daten nur auf den Mondkrater Giordano Bruno gepasst, der knapp hinter dem sichtbaren Teil der Mondoberfläche auf der Rückseite des Erdtrabanten liegt. Das kann erst anhand der Proben überprüft werden, die Tianwen-2 nun besorgen soll. Je nachdem, wie alt Kamoʻoalewa ist, könnten noch weitere Überreste des Einschlags die Erde begleiten.

Tianwen-2 ist am 29. Mai 2025 vom Weltraumbahnhof Xichang gestartet. Die Sonde soll den Asteroiden jetzt aus der Nähe kartieren, bevor sie eine kleine Menge Material entnimmt. Dafür stehen verschiedene Verfahren zur Auswahl. Die Rückkehrkapsel mit den Proben soll Ende 2027 auf der Erde landen. Die Hauptsonde soll dann den zweiten Teil ihrer auf zehn Jahre angelegten Gesamtmission angehen. Für die Volksrepublik ist das Programm Teil einer immer ehrgeizigeren Agenda in der Weltraumforschung. 2021 landete China mit Tianwen-1 einen Rover auf dem Mars, 2028 soll mit Tianwen-3 eine Mission zur Einsammlung von Marsproben beginnen, die zur Erde gebracht werden sollen.

(mho)

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