Eine abgespeckte Software-Version ermöglicht es seit kurzem Besitzern von Tesla-Fahrzeugen mit älterem HW3-Computer, überwachtes teilautonomes Fahren (FSD supervised) zu nutzen – doch jetzt mehren sich im Netz Nutzerberichte, die eine Überhitzung des Computers beklagen. In Videos und Fotos ist zu sehen, wie Fahrzeuge während der Fahrt plötzlich den Fahrer auffordern, sofort das Steuer zu übernehmen. Abfotografierte Fehlermeldungen zeigen Temperaturen von über 100 Grad Celsius in der Electronic Control Unit (ECU). Tesla hat sich bislang noch nicht dazu geäußert.
FSD v14 Lite für HW3 war erst im Juni in den Early-Access-Test gegangen. Seit Juli wird es mit einem Software-Update für immer mehr Fahrzeuge veröffentlicht. Nutzen können es nur Tesla-Besitzer in Ländern, in denen FSD freigegeben ist, etwa in den USA, Kanada und Australien sowie in Europa in Dänemark, den Niederlanden und weiteren Ländern. In Deutschland gibt es bislang keine FSD-Zulassung.
Hohe Temperaturen in der ECU
Die abgespeckte Lite-Version sollte FSD auch auf der HW3 ermöglichen, die nur über rund 12,5 Prozent der Speicherbandbreite der aktuellen HW4 verfügt. Für Fahrzeuge mit älterem HW3-Computer war dies ein Trostpflaster dafür, dass Tesla auf der alten Hardware nicht die gleiche FSD-Software (FSD v14) anbieten kann, die auf neueren Fahrzeugen zum Einsatz kommt. Tesla-Chef Elon Musk räumte bereits ein, dass das unüberwachte Full Self Driving ohne Austausch des Computers niemals für HW3-Teslas möglich sein wird. Tesla hatte aber für die Fahrzeuge jahrelang eine entsprechende Option gegen einen hohen vierstelligen Aufpreis verkauft.
Das sehr rechenintensive KI-Modell, das in FSD v14 Lite zum Einsatz kommt, scheint jetzt aber in bestimmten Konstellationen die Fahrzeughardware zu überfordern. Normalerweise soll sich die Recheneinheit des Tesla in einem Bereich zwischen 0 und 90 Grad Celsius bewegen.
In mehreren dokumentierten Fällen kam es jetzt zu Überhitzungen und Abschaltungen von FSD. Betroffenen wurde danach für eine bestimmte Zeit auch keine FSD-Option mehr angeboten – wahrscheinlich, um das System erst einmal abkühlen zu lassen. In einem Einzelfall berichtete ein Nutzer laut der Seite „Not a Tesla App“ davon, dass bei seinem Model Y aus dem Jahr 2022 sogar die Recheneinheit Schaden nahm und auf eigene Kosten ausgetauscht werden musste.
Spekulationen über Ursache
Fahrzeugbesitzer und Beobachter rätseln jetzt über die möglichen Ursachen für die Probleme. Einige Kommentatoren unter Posts von Betroffenen hinterfragten den Zustand des Kühlungssystems der betroffenen Teslas – sahen also die Verantwortung bei den Fahrzeugbesitzern. Andere brachten die Probleme mit den Hitzewellen in Nordamerika und Europa in Verbindung, die die Kühlung der Fahrzeuge außergewöhnlich beansprucht haben könnte. Die Autopilot-ECU sitzt im Kühlungskreislauf der Tesla-Fahrzeuge offenbar sehr weit entfernt vom Kühler und könnte damit besonders anfällig für Überhitzungen sein.
Eine weitere Vermutung besagt, dass die Vorkonditionierung des Akkus vor geplanten Ladevorgängen dazu beitragen könnte, dass die ECU überhitzt. Dies wäre zumindest für Tesla-Fahrzeuge, die noch keine Wärmepumpe eingebaut haben, ein denkbares Szenario.
Tesla aktualisiert Software in kurzen Abständen
Möglich ist aber auch, dass Tesla die Obergrenzen der alten Hardware einfach zu optimistisch berechnet hat. Das Unternehmen machte bei der Ankündigung von v14 Lite keinen Hehl daraus, dass es eine große Anstrengung war, die Software auf der älteren Hardware lauffähig zu machen. Da Tesla bei FSD v14 in den vergangenen Monaten in kurzen Abständen auch Verbesserungen vorgenommen hat, ist aber davon auszugehen, dass der Hersteller bemüht ist, per Update nachzubessern.
(mki)












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