Kabeldiebstahl an Ladestationen ist ärgerlich und teuer. Der Kölner Ladeinfrastruktur-Dienstleister TankE setzt ein System ein, um seine Kabel zu schützen. Die ersten Ladesäulen sind bereits damit ausgerüstet.
TankE schützt seine Kabel mit einem zweistufigen System: Dazu werden die Kabel mit einem schnitthemmenden Schutz ummantelt, der das Durchtrennen erschweren soll und die Kabel „deutlich widerstandsfähiger gegen Beschädigungen“ macht, wie TankE mitteilte. Als weitere Maßnahme wird ein Alarmsystem installiert. Wird an einem Kabel manipuliert, ertönt eine Sirene. Zudem wird ein Blitzlicht als optischer Alarm aktiviert.
TankE hat nach eigenen Angaben mehrere Kabelschutzsysteme und sich schließlich für das genannte entschieden. Dieses habe „sowohl technisch als auch im laufenden Betrieb überzeugt“. Daneben habe es den Vorteil, dass sich bestehende Ladestationen im laufenden Betrieb und ohne längere Ausfallzeiten damit nachrüsten lassen.
Diebstahl von Kabeln an Ladesäulen nimmt zu. Betroffen sind ausschließlich Gleichstrom-Schnellladestationen, da das Kabel daran befestigt ist. Die langsameren Wechselstrom-Ladestationen verfügen über kein Kabel. Hier kommt ein Ladekabel, das zum Fahrzeug gehört, zum Einsatz.
Geringer Materialwert, großer Schaden
Die Diebe haben es dabei auf das Kupfer in dem Kabel abgesehen. Die Beute hält sich aber in Grenzen: Der Automobilclub Verkehr (ACV) schätzt den Materialwert des entwendeten Kupfers auf etwa 50 Euro. Der angerichtete Schaden ist jedoch deutlich höher: Er liegt zwischen 5000 und 8000 Euro. Hinzu kommt der Ärger der Elektromobilisten, wenn der beschädigte Ladepunkt nicht zur Verfügung steht.
Zwar gibt es in Köln noch relativ wenige Kabeldiebstähle, die Zunahme ist jedoch stark: Von Januar bis Oktober 2025 wurden laut der lokalen Tageszeitung Kölner Stadtanzeiger etwa 60 Kabel durchtrennt und entwendet. Im ganzen Jahr 2024 waren es nur fünf.
Der Energieversorger EnBW, der das größte Netz an Schnellladern in Deutschland betreibt, registrierte im Oktober 2025 über 900 Kabeldiebstähle seit Beginn jenes Jahres, EWE Go aus Oldenburg nannte eine Zahl im mittleren bis hohen zweistelligen Bereich. Eine bundesweite Übersicht gibt es nicht.
TankE ist nicht der einzige Betreiber, der seine Ladesäulen gegen Diebstahl und Vandalismus schützt. Der britische Ladeinfrastrukturbetreiber InstaVolt etwa stattet Kabel mit GPS-Trackern aus. Tesla integriert in seine Kabel nicht abwaschbare Farbe, die herausspritzt, wenn die Hülle beschädigt wird. Andere Unternehmen setzen auf Videoüberwachung an besonders gefährdeten Standorten oder sind dazu übergegangen, das Kupfer durch günstigere Materialien, etwa Aluminium, zu ersetzen.
(wpl)












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