Der Kanzler, der nicht im Urlaub, aber irgendwie doch weg war, weil Kanzler ja immer arbeiten, aber manchmal eben doch verreist sind oder sich daheim im Sauerland oder am Tegernsee erholen, wo es zweifellos genauso schön ist wie, sagen wir, in manchen Ecken von Berlin – dieser Kanzler ist nach über drei Wochen, in denen wir ihn nicht gesehen haben, am Wochenende erstmals wieder aufgetreten: erst am Rande des Hürtgenwald und dann schließlich in der Bild am Sonntag.
Friedrich Merz ist mithin zurück in der Öffentlichkeit, zurück im Kanzleramt, welches er aber diese Woche auch gleich wieder verlassen wird: Am Dienstag und Mittwoch tagt das Kabinett in Schloss Neuhardenberg, um sich mit den großen Reformen zu beschäftigen, die im Herbst anstehen. Und bei denen es um zweierlei geht: dass die Wirtschaft wieder stärker wächst – und dass die Zustimmung zur manchmal nicht sehr zielstrebigen schwarz-roten Koalition ebenfalls wieder wächst.
Darum wird es anschließend auch am Donnerstag und Freitag gehen, wenn die Spitzen der Koalitionsfraktionen in meiner Heimatstadt Münster tagen, im Mövenpick-Hotel unweit des Aasees, der ein wunderbarer Ort für Spaziergänge und Jogging-Runden ist. In Münster könnte Merz besichtigen, dass es durchaus eine Alternative für seine Union gäbe zur stetig schrumpfenden SPD: nämlich die Grünen. Die stellen in der einstmals recht konservativen Stadt mittlerweile die Mehrheit im Rathaus und in Tilman Fuchs auch den Oberbürgermeister, während die Union im ländlichen Umland unumstritten die stärkste Kraft ist.
Die AfD hingegen hat in Münster wenig zu bestellen, sie holte bei den Kommunalwahlen im vergangenen Jahr nur 4,5 Prozent der Stimmen. Wenn also Merz etwas darüber lernen will, wie sich die AfD mit einer bürgernahen Politik und viel gesellschaftlichem Engagement klein halten lässt: Eine Reise nach Münster, dienstlich oder als Urlaub (den ein Kanzler ja nie macht), wäre empfehlenswert.
Was heute wichtig ist
EXKLUSIV Interne Umfrage bei VW: Mitarbeiter „verunsichert und verängstigt“. Ende Juni wurden Sparpläne der VW-Spitze publik, denen zufolge womöglich 50 000 Stellen gestrichen werden. Vor der Belegschaft hat Konzernchef Blume die Sparpläne nicht erklärt. Eine interne Umfrage zeigt die drängendsten Fragen der Mitarbeiter. Blume bezeichnete die Lage des Konzerns zuletzt als „mehr als kritisch“. Zum Artikel
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Selenskij rechnet mit russischer Mobilisierung – Großbritannien teilt Geheiminformationen. Nach Einschätzung der Ukraine plant Russland die Mobilisierung von 300 000 weiteren Soldaten. Der britische Premierminister Andy Burnham hat vor einer Reise nach Kiew angekündigt, geheime Informationen zum Bau von Langstreckenraketen mit der Ukraine zu teilen. Heute begeht die Ukraine ihren Nationalfeiertag. Zum Liveblog zum Krieg in der Ukraine
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Iran warnt USA vor Wirtschaftskrieg und droht Golfstaaten. US-Wirtschaftsminister Scott Bessent will heute die „härtesten Sanktionen der Geschichte“ gegen Iran vorstellen. Iran warnt daraufhin vor einem Wirtschaftskrieg und droht den Nachbarländern, sollten sie sich den USA anschließen. Am Wochenende haben weniger als 20 Schiffe die Straße von Hormus durchquert. Zum Liveblog zum Krieg in Nahost
AfD-Spitzenpolitiker zwischen Aufstacheln und Verharmlosen. Zwei Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt treten die AfD- Chefs Weidel und Chrupalla in Sommerinterviews parallel bei den Öffentlich-Rechtlichen auf. Chrupalla versucht, möglichst harmlos zu wirken und wischt jeden Widerspruch mit einer Bemerkung weg, Weidel verteidigt radikale AfD-Forderungen. Zum Artikel
Handelsgespräche gescheitert – Trump verhängt 50-Prozent-Zölle. Die USA machen ihre Zolldrohung gegen Kanada wahr, der kanadische Premierminister Mark Carney reagiert darauf unmissverständlich. „Dollar für Dollar“ werde man zurückschlagen, sagte Carney. Zum Artikel
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Digitalwende: KI-Wahllabor Brasilien. Im brasilianischen Wahlkampf führt ein KI-Avatar des unter Hausarrest stehenden ehemaligen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro zu einer Debatte über Deepfakes im Wahlkampf. Auch wichtig: Wirtschaftsvertreter fordern vor der Kabinettsklausur Tempo bei Digitalisierung und Staatsmodernisierung. Zum Briefing
Dossier Geoökonomie: Nico Lange: Unsere Langsamkeit ist ein Sicherheitsrisiko. Deutschland verschläft den hybriden Krieg – das ist die Sorge des Sicherheitsexperten Nico Lange. Sabotage und Cyberangriffe treffen auf langsame Behörden und veraltete Strukturen. Die Politik müsse den Mut aufbringen, moderne Technologie auf die Schnellspur zu bringen. Handlungsunfähigkeit wird zur echten Gefahr. Zum Briefing











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