Seit Donald Trumps Amtsantritt hat das Ansehen der USA laut einer Studie stark gelitten. Zudem wird es nach Russland und Israel als größte Weltbedrohung wahrgenommen.
Quelle: DIE ZEIT, Reuters, dpa, mns Aktualisiert am 8. Mai 2026, 11:58 Uhr
Das weltweite Ansehen der USA hat sich das zweite Jahr in Folge verschlechtert und liegt laut der Stiftung Alliance of Democracies nun hinter dem Russlands. In dem jährlich erscheinenden Democracy Perception Index fiel die Wahrnehmung der USA von plus 22 Prozent vor zwei Jahren auf minus 16 Prozent. Russland liegt laut der Studie bei minus elf. China erreichte plus sieben Prozent und wird demnach in jeder Region der Welt inzwischen im Durchschnitt positiver bewertet als die USA, hieß es weiter. Die Studie wurde von der Organisation Alliance of Democracies des früheren Nato-Generalsekretärs Anders Fogh Rasmussen vor einem Demokratiegipfel in Kopenhagen veröffentlicht.
Auf schlechtere Werte als die USA kamen nur Israel, Nordkorea, Afghanistan und der Iran. Die Befragten in Deutschland nahmen Russland (minus 56 Prozent) hingegen noch kritischer wahr als die USA (minus 46 Prozent). Sehr negativ blickten sie auch auf China (minus 35 Prozent) und Israel (minus 36 Prozent). Auf die Frage, welches Land nach Meinung der Befragten die größte Bedrohung für die Welt darstellt, wurden die USA nach Russland und Israel am dritthäufigsten genannt.
Gründe für das Ergbnis ist die US-Außenpolitik
Laut Anders Fogh Rasmussen hat der Rückgang des US-Ansehens vor allem etwas mit der US-Außenpolitik der vergangenen 18 Monaten zu tun. In dieser Zeit wurde unter anderem die transatlantischen Beziehungen infrage gestellt, weitreichende Zölle verhängt und damit gedroht, in das Gebiet eines Nato-Verbündeten einzumarschieren. Daher sei die verschlechterte Wahrnehmung wenig überraschend. Ein weiterer Grund für diese Wahrnehmung sei zudem der Krieg der USA und Israels gegen den Iran, sowie der daraus resultierende Anstieg der Ölpreise.
Diese Punkte spiegeln sich in der weiteren Umfrage wider, in der die Teilnehmer auch zu ihrer Haltung zu verschiedenen Kriegen und Konflikten befragt wurden. Am deutlichsten fiel hier die Antwort im Grönland-Konflikt zwischen den USA und dem dänischen Königreich aus: In 85 Ländern schlugen sich die Befragten überwiegend auf die Seite von Grönland und Dänemark, nur in zwei Ländern eher auf die Seite der USA. In Bezug etwa auf den Iran-Krieg zeigte sich ein ausgewogeneres Bild.
Der Democracy Perception Index (DPI) ist nach Angaben von Alliance of Democracies die weltweit größte jährliche Studie zur Wahrnehmung der Demokratie. Der Großteil der Ergebnisse basiert nach Angaben der Organisation auf repräsentativen Umfragen mit mehr als 94.000 Befragten in 98 Ländern. Zu der Wahrnehmung einzelner Länder auf einer Skala von minus 100 bis plus 100 Prozent wurden knapp 46.700 Menschen in 85 Ländern online befragt. Die genauen Kriterien der Umfrage sind nicht bekannt. Die Stiftung teilte aber mit, dass ihr Ziel die Verteidigung demokratischer Werte sei. Der Bericht wurde im Vorfeld des Kopenhagener Demokratiegipfels veröffentlicht, der am 12. Mai stattfindet.

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