Straße von Hormus: Iran erlaubt irakischen Öltankern Durchfahrt

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Seit Beginn des Kriegs mit den USA Ende Februar hält Iran die Straße von Hormus weitgehend gesperrt. Das Regime gewährt nun nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna mehreren Öltankern aus dem benachbarten Irak die Passage. Die Agentur machte keine Angaben, wie viele Schiffe aus dem Irak die strategisch wichtige Meerenge bislang passiert haben und ob die Sondergenehmigung dauerhaft für Schiffe aus dem Nachbarland gilt.

Die Erteilung der Genehmigung gehe auf eine der wichtigsten Forderungen der irakischen Führung während des Besuchs von Parlamentspräsident Mohammed Baghar Ghalibaf in dieser Woche in Bagdad zurück. Iraks Präsident Nisar Amedi sagte, er habe Ghalibaf darauf hingewiesen, dass der Irak große finanzielle Verluste erlitten habe. Die irakische Regierung könne die Gehälter der Beamten nicht zahlen, solange die Straße von Hormus für irakische Ölexporte gesperrt sei.

Die Genehmigung erfolgte vor dem Hintergrund eines verschärften wirtschaftlichen Drucks der USA auf Iran. Das Nachbarland Irak nimmt für die Führung in Teheran eine Schlüsselrolle ein. Beide Länder verbindet eine rund 1600 Kilometer lange Grenze sowie ein enges Netz aus politischen und wirtschaftlichen Beziehungen.

Nach Erkenntnissen des US-Finanzministeriums nutzt Teheran die Kooperation mit dem Irak systematisch zur Umgehung von Sanktionen. Eine Methode sei, iranisches Rohöl oder Heizöl mit irakischem zu vermischen, mithilfe falscher Dokumente in irakisches Öl umzudeklarieren und dann auf dem Weltmarkt zu verkaufen. Als eine weitere Methode wird der klassische Grenzschmuggel genannt.

Nach Angaben des US-Senders CNN haben auch China, Indien und Pakistan mit Iran Sondergenehmigungen für Öltanker ausgehandelt. Vor dem Krieg führte etwa ein Fünftel der weltweiten Öllieferungen durch die Meerenge. Die Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus dauern ebenfalls an.

Trumps Drohung hat die Öl- und Gaspreise steigen lassen. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent ging am Donnerstagnachmittag um 3,24 Prozent auf 94,59 Dollar (81,02 Euro) nach oben. Ein Barrel der US-Referenzsorte WTI kostete 88,81 Dollar, ein Plus von 3,47 Prozent.

Auch der europäische Gaspreis stieg weiter an. Der als Referenz für die Großhandelspreise für Gas geltende Terminkontrakt TTF an der Energiebörse in den Niederlanden legte um 3,08 Prozent auf 65,33 Euro pro Megawattstunde zu. Dies ist der höchste Stand seit März und mehr als doppelt so hoch wie vor dem Beginn des Irankriegs.

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