Sohn des letzten Schahs: Reza Pahlavi kritisiert Bundesregierung für Haltung zum Regime im Iran

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Er fordert ein Ende der »Beschwichtigung« bezüglich des iranischen Regimes und übt Kritik an der Bundesregierung: Reza Pahlavi hat in Berlin eine Pressekonferenz gegeben.

Aktualisiert am 23. April 2026, 12:15 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, Reuters,

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 Die deutsche Bundesregierung lasse sich vom iranischen Regime erpressen – Schah-Sohn Reza Pahlavi wirft Deutschland vor, ihn zu ignorieren.
Die deutsche Bundesregierung lasse sich vom iranischen Regime erpressen – Schah-Sohn Reza Pahlavi wirft Deutschland vor, ihn zu ignorieren. © John Macdougall/​AFP/​Getty Images

Mohammad Reza Pahlavi, der Sohn des letzten iranischen Schahs, hat die deutsche Bundesregierung wegen ihrer Haltung ihm gegenüber deutlich kritisiert. Es sei »eine Schande«, dass sie nicht mit ihm sprechen wolle, sagte Pahlavi bei einer Pressekonferenz ​in Berlin. Demokratische Regierungen sollten »mit den Menschen sprechen, ⁠die die Stimme der Stimmenlosen« seien. Auf der Pressekonferenz zählte er mehrere Beispiele von Gräueltaten des iranischen Regimes auf.

Die Bundesregierung lass sich vom Regime in Teheran erpressen und spreche nicht mit ihm, kritisierte Pahlavi. Er rief ‌in ⁠der Pressekonferenz mehrfach dazu auf, das ​klerikale System der Islamischen Republik zu stürzen. »Das Regime war nie so brüchig wie jetzt«, sagte er. Pahlavi warnte außerdem vor Vergeltung. Das Regime sei »eine verwundete Bestie«.

Es handele sich um einen »Krieg des Regimes gegen die Bürger von Iran«, sagte Pahlavi und beklagte, dass das Regime aufgrund der US-israelischen Angriffe versuche, sich als Opfer darzustellen. »Je früher dieses Regime verschwunden ist, desto eher wird auch der Konflikt enden«, betonte der Schah-Sohn. »Nicht durch Verhandlungen mit den Überresten dieses Regimes, sondern indem wir dem iranischen Volk helfen, dieses Regime zu überwinden.«

Kritik am Kurs Europas

An die europäischen Regierungen gewandt forderte Pahlavi, damit aufzuhören, die Führung in Teheran zu beschwichtigen oder mit ihr zu verhandeln. Es dürfe nichts legitimiert werden, das den Staatsapparat an der Macht halte, sagte er. Fast 50 Jahre habe Europa versucht, das Regime zu ändern und sei gescheitert. Solange es an der Macht bleibe, werde auch Europa weiter in Gefahr leben.

Pahlavi ist als Privatperson nach Deutschland gereist und will politische Gespräche führen. Regierungsmitglieder wird er dabei nicht treffen, sondern sich stattdessen mit Mitgliedern verschiedener Bundestagsfraktionen austauschen, darunter auch mit dem CDU-Außenpolitiker Armin Laschet. »Ich bin nicht hier, um für mich selbst zu werben«, sagte Pahlavi, der in den USA im Exil lebt.

Person Pahlavi ist umstritten innerhalb der Opposition

Der im US-Exil lebende Schah-Sohn hat sich als Übergangsführer ins Spiel gebracht. Innerhalb der iranischen Opposition bleibt seine Personalie jedoch hochumstritten. Monarchistische Gruppen befürworten den letzten Sohn des Schahs als politischen Anführer der Opposition. Andere Oppositionsflügel lehnen eine Rückkehr zur Monarchie oder eine Führungsfigur aus der ehemaligen Herrscherfamilie strikt ab. Kritiker werfen ihm mangelnde demokratische Legitimation vor.

Wie viel Rückhalt Pahlavi im Land tatsächlich hat, ist unklar. Ein Grund dafür ist, dass die iranischen Behörden seit Beginn der militärischen Auseinandersetzung mit Israel und den USA am 28. Februar eine Internetsperre verhängt haben.

In Berlin sind Demonstrationen für und gegen seinen Besuch angekündigt. An seiner Person gibt es viel Kritik. Unter anderem, weil er den amerikanisch-israelischen Krieg gegen den Iran unterstützt und sich nicht deutlich von den Verbrechen während der Regentschaft seines Vaters distanziert hat.

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