Social-Media-Verbot: Neuseelands Regierungspartei plant Altersgrenze für soziale Medien

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Neuseeland will ein Mindestalter von 16 Jahren für soziale Medien einführen. Bei Verstößen sollen Digitalkonzerne hohe Strafen zahlen. Ob das Gesetz kommt, ist offen.

Quelle: DIE ZEIT, dpa, 24. August 2026, 11:23 Uhr

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Die neuseeländische National Party will, dass Onlineplattformen wie Instagram, YouTube und X künftig das Alter ihrer Nutzer besser kontrollieren. Mithilfe von Ausweisen oder biometrischen Daten. © Getty Images/​Getty Images

Die Partei von Neuseelands Premierminister Christopher Luxon will, dass Jugendliche unter 16 Jahren soziale Medien künftig nur eingeschränkt nutzen dürfen. Bildungsministerin Erica Stanford kündigte einen entsprechenden Gesetzentwurf an. »Wir schützen Kinder in der realen Welt vor Gefahren. Es ist an der Zeit, ihre Sicherheit im Internet genauso ernst zu nehmen«, sagte sie auf einer Pressekonferenz.

Hohe Strafen für Digitalkonzerne

Demnach sollen einzelne Onlineplattformen mithilfe von Ausweisdokumenten oder biometrischen Merkmalen überprüfen, wie alt ihre Nutzer sind. Betroffen wären etwa Facebook, Instagram, Snapchat und TikTok, aber auch die Videoplattform YouTube und der Kurznachrichtendienst X. Plattformen müssten den Plänen zufolge künftig regelmäßig bewerten, welche Risiken von ihren Angeboten ausgehen. Außerdem müssten sie darüber berichten, wie sie die Gefahren eindämmen wollen, hieß es. Bei Verstößen würden den Digitalkonzernen drastische Strafen drohen – von bis zu zehn Prozent ihres weltweiten Umsatzes.

Das Parlament in Neuseeland muss den Entwurf aus dem Bildungsministerium verabschieden. Eine Mehrheit ist jedoch ungewiss. Denn beide Koalitionspartner der National Party lehnen den Vorschlag ab. Die oppositionelle Labour-Partei hat sich bislang nicht zu dem Entwurf geäußert.

Vorstöße in mehreren Ländern

Derzeit planen mehrere Länder, eine Altersgrenze für soziale Medien einzuführen, darunter Frankreich, Großbritannien und die Türkei. In Deutschland setzt sich unter anderem Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) für ein solches Verbot ein. 

In Neuseelands Nachbarland Australien trat eine entsprechende Regelung bereits im Dezember 2025 in Kraft. Seitdem dürfen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren bestimmte Onlineplattformen nicht mehr nutzen. Die australische Regierung erklärte damals, sie wolle Kindern ihre Kindheit zurückgeben, und sie zudem vor Cybermobbing und verstörenden Inhalten schützen, die auf den Plattformen in Umlauf seien. Ob das Verbot in Australien wirkt, ist unter Experten ebenso umstritten wie die Sinnhaftigkeit pauschaler Altersgrenzen unter Jugendschutzaspekten. Kritiker monieren etwa, Verbote schnitten Jugendliche von ihren Informationsquellen ab. 

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