Silvester in Berlin: Polizei meldet zahlreiche Festnahmen wegen gefährlicher Böllerei

vor 3 Stunden 2

Die Berliner Polizei hat am Silvesterabend schon Stunden vor Mitternacht zahlreiche Menschen festgenommen, vor allem wegen gefährlichen Aktionen mit Böllern und Raketen. Manche Menschen würden Raketen waagerecht durch die Gegend schießen und Böller auf andere werfen, sagte Polizeisprecher Florian Nath der Nachrichtenagentur dpa.

Die Böllerei und das Geschehen auf den Straßen sei besonders in Schöneberg, Kreuzberg, Neukölln und Wedding ziemlich heftig. Der Alexanderplatz sei hingegen sehr ruhig, weil Feuerwerk dort verboten und der Bereich komplett abgesperrt sei. Auch die anderen drei großen Pyro-Verbotsbereiche in Schöneberg, Neukölln und Kreuzberg würden sich bewähren.

Insgesamt habe sich der Abend zunächst positiver und weniger problematisch entwickelt als in den vergangenen Jahren, sagte Nath. Bis 21.30 Uhr habe es keine wirklich großen Vorkommnisse oder Gewalttaten gegeben. Einige Polizisten seien leicht verletzt worden. Meistens seien es Knalltraumata von Böllern, die nahe dem Kopf explodiert seien.

Nach den Silvester-Ausschreitungen in den vergangenen Jahren ist die Berliner Polizei mit einem Großaufgebot von 4300 Beamtinnen und Beamten im Einsatz. »Um empathielose Böllerexzesse zu vermeiden, haben wir bis heute Abend zahlreiche Kontrollen durchgeführt und große Mengen illegaler Pyrotechnik sichergestellt«, teilte die Polizei mit. Unter anderem seien bei Durchsuchungen von Autos und einer Wohnung im Stadtgebiet Kugelbomben sichergestellt worden.

PTB-Waffe beschlagnahmt

Am Abend meldete die Berliner Polizei mehrere Vorfälle: Im Bezirk Mitte soll eine Person von einem Balkon aus mit einer Schreckschusswaffe geschossen haben. Ein Einsatzteam habe in der Wohnung eine PTB-Waffe beschlagnahmt. PTB-Waffen sind Schreckschuss-, Signal- oder Reizgaswaffen.

Am Vortag sei bei Wohnungsdurchsuchungen im Bezirk Neukölln Pyrotechnik mit einer »Nettoexplosivmasse von knapp 14 Kilogramm« sichergestellt worden, teilte die Polizei weiter mit. Zudem sei eine Summe Bargeld in fünfstelliger Höhe gefunden worden, mutmaßlich Handelserlöse.

Die Berliner Feuerwehr meldete einen teilweise ausgebrannten Bus im Stadtteil Wilmersdorf. Ob das Feuer durch Pyrotechnik ausgelöst wurde, war zunächst nicht klar.

Auch die Feuerwehr in Hamburg erklärte, am Silvesterabend und in der Nacht mit einem besonders großen Aufgebot im Einsatz zu sein.

Feuer in Marburg

Ein Brand in einem Mehrfamilienhaus in Marburg könnte durch Feuerwerk ausgelöst worden sein. Es brannte am Nachmittag in dem Dachgeschoss des Hauses, wie die Polizei mitteilte. 19 Bewohner seien aus dem Gebäude gebracht worden, ein Mensch sei leicht verletzt mit einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gekommen. Gegen 19.30 Uhr sei der Brand gelöscht worden.

Das Haus ist den Angaben zufolge unbewohnbar. Der Schaden stehe bisher nicht fest, bewege sich aber im sechsstelligen Bereich. Es bestehe der Verdacht, dass das Zünden von Feuerwerkskörpern das Feuer ausgelöst habe. Die Polizei bittet um Hinweise.

Friedliche Feiern

Andernorts verlief der Silvesterabend bisher friedlich. Einige Hundert Menschen feiern unter freiem Himmel nahe der Berliner Siegessäule mit DJs und Technomusik. Angemeldet war die Veranstaltung als Demonstration, letztlich hatte sie aber mehr Partycharakter.

Nicole Utzki von der Veranstalter-Initiative We Are Berlin sagte: »Es wird immer voller. Die Menschen sind gut drauf, es ist alles sehr entspannt und friedlich.« Die Polizei sprach von nur 150 bis 200 Teilnehmern. Angemeldet waren 16.000 Menschen. Feuerwerk, Glasflaschen und Getränkeverkauf sind auf der Party-Demonstration untersagt. Das könnte dazu führen, dass der Andrang sich in Grenzen hält.

Foto: Nel Pavletic / PIXSELL / IMAGO

Im Hamburger Hafen haben die Moderatoren Andrea Kiewel und Johannes B. Kerner Tausende Menschen zur ZDF-Silvestershow begrüßt – bei Temperaturen um die vier Grad und Nieselregen. Musikalisch untermalt wird die Show unter anderem mit Songs aus dem »Michael Jackson Musical«.

Die traditionelle Show am Brandenburger Tor in Berlin war vom Veranstalter abgesagt worden, nachdem das Land Berlin die öffentlichen Zuschüsse gestrichen hatte. Stattdessen soll es an dem Berliner Wahrzeichen in diesem Jahr eine DJ-Party und ein siebeneinhalbminütiges Feuerwerk geben, das ab Mitternacht live im Ersten übertragen wird.

Gesamten Artikel lesen