Seenotrettung: Italien setzt Rettungsschiff laut Sea-Watch fest

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Die italienischen Behörden haben die Seenotrettung mit einer Blockade und Geldstrafen sanktioniert. Zuvor hatte die »Sea-Watch 5« sechs Menschen aus dem Meer gerettet.

Quelle: DIE ZEIT, epd, Aktualisiert am 24. August 2026, 13:22 Uhr

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Seit Beginn des Jahres wurden laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bereits mehr als 1.700 Tote oder Vermisste gemeldet, die versucht haben, das Mittelmeer zu überqueren. © Louisa Gouliamaki/​Reuters

Die italienische Regierung hat die jüngste Seenotrettung der Sea-Watch 5 mit einer 45-tägigen Blockade und einer Geldstrafe von mehreren Tausend Euro sanktioniert. Die Besatzung der Sea-Watch 5 hatte zuvor nach eigenen Angaben sechs Menschen in internationalen Gewässern aus dem Meer gerettet.

Während Menschen auf der Suche nach Sicherheit ertränken, kriminalisierte die italienische Regierung Rettungsschiffe für ihre Arbeit, teilte die Hilfsorganisation Sea-Watch mit. »Das ist keine Migrationspolitik – das ist aktive Behinderung von Nothilfe.«

Nach Angaben der NGO habe sich nach der Rettung ein libysches Schiff der Sea-Watch 5 genähert und die Crew mit einer Schusswaffe bedroht. Anschließend habe das Schiff die Retter noch für einige Zeit verfolgt. Auf dem viertägigen Weg nach Neapel habe die Besatzung zudem noch acht Leichen dokumentieren müssen. In den vergangenen drei Wochen seien nahezu 60 Leichen im Mittelmeer gefunden worden. Seit 2023 habe Italien Rettungsschiffe 44 Mal für insgesamt mehr als 960 Tage festgesetzt, kritisierte die Rettungsorganisation. Die Blockade der Sea-Watch 5 sei die achte in diesem Jahr.

Das Mittelmeer zählt zu den gefährlichsten Fluchtrouten der Welt. Geflüchtete stechen in häufig nicht seetauglichen Booten in See in der Hoffnung, Europa zu erreichen. Seit Beginn des Jahres wurden laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bereits mehr als 1.700 Tote oder Vermisste bei Versuchen, das Mittelmeer zu überqueren, gemeldet. Eine staatlich organisierte Rettungsmission gibt es nicht. Private Seenotretter halten Ausschau nach in Not geratenen Menschen und werden regelmäßig mit behördlichen Blockaden und juristischen Vorwürfen blockiert, häufig von der italienischen Regierung oder der libyschen Küstenwache.

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