Samsung startet mit der Einführung seines neuen HDR-Standards HDR10+ Advanced. Amazon Prime Video wird das Format ab August 2026 als erster Streamingdienst weltweit bei bestimmten Inhalten anbieten, zunächst allerdings ausschließlich auf ausgewählten Premium-Fernsehern von Samsung aus dem Modelljahr 2026. Damit kommt HDR10+ Advanced noch vor dem konkurrierenden Dolby Vision 2 auf den Markt.
Noch bleiben einige wichtige Fragen offen. Samsung und Amazon nennen bislang weder konkrete Prime-Video-Titel noch den geplanten Umfang des Startangebots. Ein Pressebild legt lediglich nahe, dass die Amazon-Serie „Ride or Die“ das Format unterstützen wird. Auch welche Fernseher des bereits erhältlichen Samsung-Jahrgangs 2026 genau mit dem Format kompatibel sein und ob ältere Modelle womöglich ein Softwareupdate erhalten werden, lässt das Unternehmen offen.
Das steckt in HDR10+ Advanced
Samsungs neues HDR-Format ist eine Weiterentwicklung von HDR10+, das im Gegensatz zum ursprünglichen HDR10 dynamische statt statischer Metadaten nutzt. HDR10+ Advanced erweitert diesen Ansatz um zusätzliche Metadaten und neue Verfahren zur Bildverarbeitung. „Enhanced Overall Brightness“ soll die Helligkeitsreserven moderner Premium-TVs besser ausschöpfen und über den gesamten Tonwertbereich präzisere Abstufungen liefern. KI-gestütztes Tone Mapping soll dabei Details in dunklen Szenen bewahren und die höhere Helligkeit bereitstellen, die etwa Sport- und Actioninhalte erfordern. Weitere Funktionen sollen die Farbdarstellung verbessern und einzelne Bildbereiche gezielt anpassen, statt das gesamte Bild einheitlich zu verarbeiten.
„Intelligent Motion Smoothing“ wiederum stimmt die Bewegungsoptimierung auf den Inhalt ab: Bei Filmen soll der unerwünschte Soap-Opera-Effekt vermieden werden, bei Sport und schnellen Actionszenen kann der Fernseher Bewegungen stärker glätten. Metadaten zu Genre, Beleuchtung, Bewegung und Kameraperspektive sollen die Bildverarbeitung zusätzlich verfeinern.
HDR+ Advanced oder Dolby Vision 2?
HDR10+ Advanced und Dolby Vision 2 verfolgen ähnliche Ziele. Beide sollen Helligkeit, Tone Mapping und Bewegungsdarstellung moderner Fernseher dynamisch an Inhalt, Display und Umgebung anpassen. Dolby betont dabei stärker die kreative Kontrolle durch Studios und Filmschaffende, während HDR10+ Advanced auf erweiterte Metadaten, KI-gestützte Bildverarbeitung und eine eigene Cloud-Gaming-Optimierung setzt.
Auch bei der Lizenzierung unterscheiden sich die Formate. HDR10+ Advanced basiert auf Samsungs offenem HDR10+, das lizenzgebührenfrei angeboten wird, während TV-Hersteller für Dolby Vision zahlen müssen. Samsung verzichtet weiterhin auf Dolby Vision und setzt stattdessen auf HDR10 und HDR10+. Dolby-Vision-Inhalte werden auf Samsung-Fernsehern ohne Dolby-Vision-Unterstützung üblicherweise in einem kompatiblen HDR-Format wie HDR10 abgespielt.
Prime Video wird HDR10+ Advanced ab August als erster Streamingdienst anbieten. Für Dolby Vision 2 haben bislang Hisense, TCL und TP Vision mehrere Fernsehreihen angekündigt. Auf der Inhaltsseite wollen Peacock und CANAL+ das Format unterstützen. Welches Format sich in der Praxis besser schlägt, dürfte sich voraussichtlich frühestens 2027 beurteilen lassen, wenn kompatible Geräte und Inhalte breiter verfügbar sind.
(tobe)












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