Samsung Galaxy Watch 9 im Test: Gute Wear-OS-Smartwatch – kurze Akkulaufzeit

vor 3 Wochen 4

Die Galaxy Watch 9 hat einen schnellen Chip, viele Apps und präzises Tracking. Kurze Akkulaufzeit und exklusive Funktionen für Samsung trüben den Eindruck.

Die neue Samsung Galaxy Watch 9 sieht auf den ersten Blick identisch aus wie der Vorgänger. Die Änderungen liegen unter der Haube: Der neue Prozessor sorgt für mehr Tempo, auch der Akku ist leicht gewachsen. Der Rest der Verbesserungen beschränkt sich auf Feintuning der Gesundheitsfunktionen. Leider steht der volle Funktionsumfang weiterhin nur Besitzern eines Samsung-Smartphones zur Verfügung. Ob sich die Smartwatch dennoch lohnt, klären wir in diesem Test.

Design & Tragekomfort

Optisch hat sich gegenüber dem Vorgänger nichts verändert: Samsung setzt weiterhin auf das „Squircle“-Design mit angedeutetem Quadrat und stark abgerundeten Ecken. Das gebürstete Aluminiumgehäuse ist hochwertig verarbeitet, angenehm flach.

Wie gehabt gibt es die Uhr in zwei Größen – mit 40 mm Durchmesser für schmale Handgelenke und 44 mm für größere. Das Display wird von robustem Saphirglas geschützt. Auch das Gewicht ist nahezu identisch: 34 g bei 44 mm und 32 g bei 40 mm (ohne Armband). Insgesamt trägt sich die Uhr sehr bequem und stört auch im Schlaf nicht so sehr wie die deutlich wuchtigere Galaxy Watch Ultra 2.

Der Wechsel der Armbänder geht schnell und komfortabel vonstatten – auch Armbänder der Galaxy Watch 8 sind kompatibel. Das Silikonarmband im Test neigte bei warmem Wetter allerdings etwas zum Schwitzen. Personen mit empfindlicher Haut sei daher ein Nylonarmband als Zubehör empfohlen.

Die Galaxy Watch 9 ist wie der Vorgänger nach ATM 5 zertifiziert (50 m Wassersäule). Zum Schwimmen ist sie damit geeignet, aber nicht für ausgeprägte Wassersportaktivitäten wie Wasserski, Schnorcheln oder gar Tauchen. Eine Zertifizierung nach der US-amerikanischen Militärnorm MIL-STD-810H ist vorhanden – damit besteht die Uhr Temperaturschwankungen, Stöße und Staubbelastung. Insgesamt macht sie aber keinen so robusten Eindruck wie das Ultra-Modell. Wir raten zu pfleglichem Umgang.

Display

Das OLED-Display der Galaxy Watch 9 hat eine Diagonale von 1,47 Zoll (44-mm-Modell) und löst mit 480 × 480 Pixeln auf. Das 40-mm-Modell kommt hingegen auf 1,34 Zoll bei 438 × 438 Pixeln – ebenfalls identisch zum Vorgänger. Die Bildqualität ist überzeugend. Die Uhr bleibt auch in direkter Sonne einwandfrei ablesbar, laut Samsung beträgt die Spitzenhelligkeit bis zu 3000 Nits. Ein Always-On-Display ist ebenfalls vorhanden.

Samsung Galaxy Watch 9: Bilder aus dem Test

Samsung Galaxy Watch 9

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Ausstattung

Wie die Galaxy Watch Ultra 2 setzt auch die Watch 9 auf den neuen Qualcomm-Chip Snapdragon Wear Elite, der deutlich mehr Leistung bietet als der Exynos-Chip des Vorgängers. Der Arbeitsspeicher beträgt 2 GB RAM, der interne Speicher 32 GB.

Herzfrequenz, EKG, Blutdruck und Schlafanalyse funktionieren bei beiden Modellen auf Basis derselben Sensortechnik. An Bord sind zudem Multiband-GNSS, NFC, WLAN (Wi-Fi 4) sowie neu Bluetooth 6.0. Die Uhr ist wahlweise als reines Bluetooth-Modell oder mit LTE-Modem via eSIM erhältlich.

Software & Bedienung

Als Software läuft Wear OS 7 mit der Bedienoberfläche One UI Watch 9. Samsung verspricht bis zu fünf Jahre Updates. Das App-Angebot ist riesig: Nahezu alle relevanten Google-Dienste und Apps aus dem Play Store stehen zur Verfügung – etwa Google Maps, Spotify und Gmail. Zum Bezahlen gibt es Samsung Pay und Google Wallet. Eine KI-Engine ist ebenfalls an Bord.

Die Einrichtung und Verwaltung läuft über bis zu drei Apps: Die Galaxy Wearable App übernimmt die Ersteinrichtung und Verwaltung der Uhr, Gesundheitsdaten landen in Samsung Health. Beide Apps sind kostenlos im Play Store verfügbar. Kompatibel sind Android-Smartphones ab Android 13. Besitzer eines Samsung-Smartphones können zusätzlich den Samsung Health Monitor nutzen – nur so sind Blutdrucküberwachung, Schlafapnoe-Erkennung und die Kamera-Fernsteuerung möglich. Für das EKG ist ebenfalls ein Samsung-Smartphone erforderlich.

Zur Bedienung dient primär der Touchscreen sowie zwei Tasten. Die obere Taste führt zum Startbildschirm, öffnet per Doppeltipp die zuletzt verwendete App oder eine frei wählbare Funktion und startet per langem Druck Bixby, den Google Assistant oder das Ausschaltmenü. Die untere Taste dient als Zurück-Button und kann alternativ die App-Übersicht öffnen.

Samsung Galaxy Watch 9: App-Screenshots

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Training

Wie schon bei den Vorgängern ist die Pulsmessung sehr genau und weicht im Test verglichen mit einem Pulsgurt beim intensiven Cardio-Training nur minimal ab. Es gibt viele Profile für die gängigsten Sportarten – wenn auch nicht ganz so detailliert wie bei Sportuhren von Garmin, Polar, Huawei oder Amazfit. Eine Multisport-Funktion oder Triathlon-Tracking sind nicht vorhanden.

Die automatische Trainings­erkennung reagiert schnell, kann im Alltag aber stören – sie trackt jeden Spaziergang als eigenen Workout. Wir empfehlen, diese Funktion im Alltag zu deaktivieren. Die Darstellung der Trainingsdaten wirkt etwas übersichtlicher als beim Vorgänger. Neu warnt die Galaxy Watch 9 zudem vor schädlicher Umgebungslautstärke.

Schlaf & Gesundheit

Das Schlaf-Tracking hinterlässt im Test einen genauen Eindruck: Die erfasste Schlafdauer und die einzelnen Schlafphasen wirkten plausibel und lagen nahe an den Werten des Oura Ring 5. Die Uhr unterscheidet zwischen REM-Schlaf (Traumphase), Tiefschlaf, leichtem Schlaf und Wachphasen. Im Vergleich mit einem mobilen EEG-Gerät, dem Muse S Athena von Interaxon, fiel die ausgewiesene REM-Phase etwas länger aus, blieb aber im plausiblen Bereich.

Die Galaxy Watch 9 kann außerdem Hinweise auf mögliche Anzeichen einer Schlafapnoe erkennen. Die Funktion ist nur zusammen mit einem kompatiblen Samsung-Smartphone verfügbar. Das gilt ebenso für die Erstellung eines 1-Kanal-EKGs und für die Blutdruckmessung über Samsung Health Monitor.

Für die Blutdruckmessung muss die Uhr regelmäßig mit einem klassischen Oberarmmessgerät kalibriert werden. Die Funktion ist als ergänzende Verlaufskontrolle gedacht und ersetzt weder eine medizinische Diagnose noch eine Messung beim Arzt. Wer auffällige oder dauerhaft erhöhte Werte feststellt, sollte diese deshalb ärztlich abklären lassen.

Dass zentrale Gesundheitsfunktionen an Samsung-Smartphones gebunden sind, bleibt ein Nachteil. Bei anderen Wear-OS-Uhren, etwa der Pixel Watch, ist die EKG-Funktion auch mit Android-Smartphones anderer Hersteller nutzbar. Die Einschränkung wirkt daher zumindest teilweise wie eine Bindung an Samsungs eigenes Ökosystem.

Der bereits von früheren Galaxy-Watch-Modellen bekannte AGEs-Index wurde bei der Galaxy Watch 9 laut Samsung weiterentwickelt. Die Uhr soll die Werte nun kontinuierlich und automatisch im Hintergrund während des Schlafs erfassen, um langfristige Trends abzubilden. Eine separate Messung muss dafür nicht manuell gestartet werden; die Uhr muss aber weiterhin nachts getragen werden. Der Wert kann lediglich als Wellness- und Trendindikator dienen und ist nicht zur Diagnose von Krankheiten wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen geeignet.

Die Antioxidantien-Messung soll Hinweise auf die antioxidative Kapazität des Körpers geben. Dafür legt man den Daumen auf den optischen Sensor auf der Rückseite der Uhr; nach wenigen Sekunden zeigt die Uhr einen Messwert an. Auch hier gilt: Die Ergebnisse eignen sich allenfalls zur groben Orientierung und zur Beobachtung von Trends. Eine verlässliche medizinische Bewertung ist nur mit geeigneten Laboruntersuchungen möglich.

Akku

Die Akkukapazität des 40-mm-Modells steigt gegenüber dem Vorgänger von 325 auf 390 mAh. Beim 44-mm-Modell fällt der Zuwachs mit 435 statt 445 mAh deutlich geringer aus. Im Test machte sich die höhere Kapazität kaum bemerkbar: Nach etwas mehr als einem Tag musste die Uhr wieder ans Ladegerät – obwohl das Always-on-Display deaktiviert war.

Preis

Die Samsung Galaxy Watch 9 startet in der Version ohne Mobilfunk mit 40 mm bei 409 Euro, das 44-mm-Modell liegt bei 439 Euro. Die LTE-Varianten kosten 459 Euro (40 mm) oder 489 Euro (44 mm) – das ist ein satter Preisanstieg von mindestens 30 Euro gegenüber dem Vorgänger.

Allerdings sind die Straßenpreise bereits deutlich gesunken. Das 40-mm-Modell ist ab 309 Euro erhältlich (Code: SAMSUNGWATCHDE100E bei Alza), das 44-mm-Modell ab 313 Euro. Die LTE-Version liegt zwischen 313 Euro (40 mm) und 340 Euro (44 mm). Als Farben gibt es bei 40 mm ein silbernes Gehäuse mit beigefarbenem Band oder ein Gehäuse und Band in Anthrazit. Bei 44 mm gibt es Silber mit grünem Band oder ebenfalls ganz in Anthrazit.

Fazit

Die Samsung Galaxy Watch 9 ist schick, angenehm zu tragen und bietet das gewohnt große App-Angebot. Die CPU ist nun deutlich schneller, die Genauigkeit von Schlafanalyse und Pulsmessung überzeugt.

Trotz etwas größerem Akku ist die Laufzeit mit etwas mehr als einem Tag im Praxistest nach wie vor sehr kurz. Noch ärgerlicher: Viele relevante Gesundheitsfunktionen sind nur in Verbindung mit einem Samsung-Smartphone nutzbar – und dann benötigt man gleich drei Apps, um die Smartwatch vollständig zu nutzen.

Wer ein Samsung-Smartphone nutzt und eine schicke, leichte Smartwatch mit maximalem App-Angebot sucht, findet in der Galaxy Watch 9 eine gute Wahl – sofern man mit einer kurzen Akkulaufzeit leben kann. Wer längere Laufzeit benötigt, sollte einen Blick auf Sportuhren werfen. Andere Android-Nutzer greifen eher zur Pixel Watch von Google für EKG oder Xiaomi Watch 5 für lange Laufzeit.

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