Russland: Putin ermächtigt Staat zur Übernahme gefährdeter Infrastruktur
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Russischen Unternehmen, die zu wenig für ihren Schutz vor ukrainischen Angriffen tun, droht die Zwangsverwaltung. Betroffen ist unter anderem die Logistikbranche.
Quelle: DIE ZEIT,
Reuters,
jsp
Aktualisiert am 24. August 2026, 17:13 Uhr
Putin zieht bei kritischer Infrastruktur die Notbremse. Per Dekret kann der Staat Betreiber von Energie-, Industrie-, Verkehrs-, Logistik- und Kommunikationsanlagen unter Zwangsverwaltung stellen, wenn sie Sicherheitsauflagen reißen oder Schäden nach Angriffen im Schneckentempo beheben – ein Machtinstrument, das nach Krisenmanagement klingt und zugleich nach klassischem Kreml-Kontrollmodus. Auslöser ist eine neue Welle ukrainischer Drohnenangriffe, die seit Mitte Juli unter anderem mindestens 24 Wildberries-Lagerhallen traf und laut Ozon auch vier Logistikzentren im Süden Russlands ins Visier nahm, womit der Krieg immer tiefer in die Lieferketten und den infrastrukturellen Maschinenraum des Landes funkt. Schon vergangene Woche hatte Putin ein Wiederaufbauprogramm für beschädigte Gewerbe- und Lagerflächen angeordnet; nun folgt gewissermaßen das härtere Sequel, in dem der Staat nicht nur repariert, sondern im Zweifel gleich das Steuer übernimmt. Besonders heikel ist die Lage bei Ölraffinerien: Benzin- und Dieselmangel, Schlangen an Tankstellen, teils rationierte Abgabe – die Homefront bekommt den Impact des Krieges inzwischen nicht mehr nur als Propaganda-Feed, sondern ganz analog an der Zapfsäule zu spüren.
Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt. Vereinzelt kann es dabei zu Fehlern kommen.
Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Behörden per Dekret ermächtigt, die Kontrolle über gefährdete Infrastrukturen zu übernehmen. Die Regelung erlaubt es, Vermögenswerte sowie Eigentumsrechte unter vorübergehende staatliche Zwangsverwaltung zu stellen, wenn die Betreiber ihre Schutzpflichten verletzen oder Schäden nach Angriffen zu langsam beheben, heißt es in dem Erlass.
Betroffen sind unter anderem Einrichtungen aus den Bereichen Energie, Industrie, Verkehr, Logistik und Kommunikation, die für die Sicherheit und wirtschaftliche Stabilität des Landes von zentraler Bedeutung sind.
Die Ukraine hat ihre Drohnenangriffe auf russische Ölraffinerien und Logistikzentren zuletzt verstärkt. Unter anderem wurden seit Mitte Juli mindestens 24 Lagerhallen des Versandhändlers Wildberries attackiert, wodurch erhebliche Kapazitäten ausfielen. Am Montag teilte zudem der zweitgrößte russische Onlinehändler Ozon mit, dass vier seiner Logistikzentren im Süden Russlands Ziel ukrainischer Angriffe geworden seien.
Putin hatte die Regierung in der vergangenen Woche angewiesen, ein Wiederaufbauprogramm für beschädigte Gewerbe- und Lagerhallen aufzulegen. Vor allem die Attacken auf Raffinerien werden in Russland zunehmend zu einem Problem. Ein Mangel an Benzin und Diesel sorgt in der Bevölkerung für Unmut. An Tankstellen bilden sich vielerorts lange Schlangen, mitunter ist die Abgabe von Treibstoff bereits rationiert.