Russischer Internetsatellit stürzt ab

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Das russische Raumfahrtunternehmen Buro 1440 baut eine eigene Satellitenkonstellation für schnelles Internet auf, vergleichbar Starlink von SpaceX oder Leo von Amazon. Im März wurde die erste Charge der Kommunikationssatelliten ins All geschossen. Drei Monate später ist einer der Satelliten abgestürzt.

Der Satellit mit der Bezeichnung Object 4 stürzte am vergangenen Wochenende ab. Das berichten der in den USA lebende russische Raumfahrtjournalist Anatoly Zak auf seiner Website RussianSpaceWeb und Jonathan McDowell, Astrophysiker am Harvard Smithsonian Center for Astrophysics und Raumfahrtexperte, auf Bluesky. Laut McDowell trat der Satellit über dem Nordatlantik in die Erdatmosphäre ein und verglühte.

Rassvet soll das russische Pendant zu Starlink werden und schnelles Internet mit Übertragungsgeschwindigkeiten von 1 Gigabit pro Sekunde ermöglichen. Die Konstellation soll in der endgültigen Ausbaustufe aus 900 Satelliten bestehen – zum Vergleich: Starlink hat derzeit rund 10.000 Satelliten im Orbit und plant mit etwa 30.000. Amazons Leo-Konstellation soll bis 2029 auf gut 3200 Satelliten ausgebaut werden. Aktuell sind etwas mehr als ein Zehntel davon im Orbit.

Buro 1440 hat 2023 drei Prototypen der ersten Generation ins All geschossen. 2024 folgten drei Satelliten der zweiten Generation. Am 23. März startete das Unternehmen dann die ersten 16 regulären Satelliten. Eine Rakete vom Sojus-2.1b brachte sie vom Startplatz Plessezk, etwa 800 Kilometer nördlich von Moskau, ins All und setzte sie in einer Referenzumlaufbahn aus, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass berichtete.

Von dort sollten die 370 Kilogramm schweren Satelliten aus eigener Kraft in ihren endgültigen Orbit aufsteigen. Das scheint aber nicht planmäßig verlaufen zu sein, wie McDowell schreibt: Danach sind nur sechs Satelliten auf dem Weg zu ihrem Orbit. Acht feuerten die Triebwerke nur kurz, um ihren Orbit zu halten.

Object 4 zeigte laut McDowell gar keine Aktivität, schien also schon gleich nach dem Aussetzen ausgefallen zu sein. Noch ein weiterer Satellit ist mutmaßlich ausgefallen. Er zündete zuletzt vor einem Monat sein Triebwerk.

Dennoch verkündete Alexei Shelobkov, Chef der Iks Holding, zu der Buro 1440 gehört, Ende vergangener Woche nach einem Bericht der britischen Nachrichtenagentur Reuters, dass der Satelliteninternetdienst Rassvet im kommenden Jahre starten werde.

(wpl)

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