Bafög oder Azubigehalt sind schon wieder fast aufgebraucht? Der Obstkorb beim unbezahlten Agenturpraktikum war geräubert? Und bitte nicht schon wieder Pizzatoast? Alles kein Problem: In dieser Kolumne zeigt SPIEGEL-Redakteur und Hobbykoch Sebastian Maas, wie man trotz Flaute auf dem Konto leckere und besondere Gerichte zaubern kann. Dabei gibt es nur zwei Regeln:
Eine Portion darf maximal so viel kosten wie ein Essen in der Mensa, also drei Euro.
Teure Spezialgeräte sind tabu.
Vor ein paar Jahren hatten die Nicht-Wissenschaftler unter uns noch gehofft, der Klimawandel würde in Europa vielleicht nur etwas wärmere Sommer mit sich bringen. Doch schon jetzt zeigt sich deutlich, dass wir die volle Härte des Klimakollaps zu spüren bekommen werden. Dürren, Brände, Hitze, Fluten, Übersterblichkeit. In London wurde im Juni ein Workshop über »Anpassungsmöglichkeiten gegen Hitzewellen« abgesagt. Wegen der Hitzewelle .
Ich verfalle bei solchen Sachen schnell in Zynismus. Meinen Rechner anzuzünden hilft aber weder mir noch dem Klima. Mein Kollege Christian Stöcker, sein Buch »Männer, die die Welt verbrennen« und seine SPIEGEL-Kolumne »Der Rationalist« (hier abonnieren) setzen sich konstruktiver mit den Akteuren und Lösungen solcher Probleme auseinander, als ich es könnte.
Als »Aggnoranz« bezeichnete Stöcker neulich das laute Leugnen objektiv beobachtbarer Tatsachen – etwa der Klimakrise. Er führt diese Haltung auf einen psychologischen Effekt zurück: Tief in sich wüssten die Klimawandelleugner schon, dass die Krise real sei. Denn auch der heftigste Skeptiker schwitzt und kann bei der Hitzewelle nicht schlafen. Das laute Gegenargumentieren diene aber eben auch dazu, die Augen vor der Wahrheit zu verschließen, um sich selbst zu schützen. Man argumentiert weniger für andere und mehr für sich selbst.
Immerhin dagegen habe ich ein Rezept. Wenn einem so richtig der Kopf kocht und man kurz davor ist, in den sozialen Medien jede Menge Nonsens rauszupusten, kann man sich vorher lieber eine Schale Tarator genehmigen. Diese kalte Joghurtsuppe, die ich vereinfacht (und lobend) als »Zaziki zum Trinken« bezeichnen würde, stammt grob aus dem Raum Bulgarien-Griechenland-Türkei. Kalter Joghurt, frische Kräuter, Zitronensaft und Salatgurke liefern Flüssigkeit, Nährstoffe und kühlen dabei angenehm ab, zumal der Herd komplett ausbleibt.
Die Mengenangaben sind nur als grober Richtwert zu verstehen. An Hitzetagen ist dieses Gericht daher ein leicht umsetzbarer Segen. Und in nur 15 Minuten fertig. Genug Zeit, um darüber nachzudenken, ob die Sommer früher wirklich »genauso heiß« waren. Oder ob das Hirn gerade einfach nur etwas gebraten ist.

vor 2 Tage
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