Wie ein Rockstar startet Marine Le Pen in Mâcon in den Wahlkampf. Am 1. Mai inszeniert sie sich als Kämpferin für Lohn und Arbeit. Den Rassismus überlässt sie anderen.
1. Mai 2026, 19:40 Uhr
In diesem Moment eröffnet Marine Le Pen ihren Wahlkampf. Sie betritt den Saal wie ein Rockstar: Minutenlang geht sie durch die Menge, schüttelt Hände, es spielt laute Musik. »On t’aime, Marine« – »Wir lieben dich, Marine« – ruft jemand, und rund 5.000 Anhänger applaudieren. Bei der Jubelveranstaltung in der ostfranzösischen Kleinstadt Mâcon zeigt die Partei Videos mit Slogans wie »Der Wandel wartet nicht« oder »Die Hoffnung wächst«. Fällt der Name von Präsident Emmanuel Macron, buht der Saal.
Einige Anhänger warten schon ab acht Uhr morgens in der glühenden Sonne vor der gut gefüllten Halle – mehr als sechs Stunden, bevor es losgeht. Sie tragen französische Fahnen in allen Größen, Partei-T-Shirts und oft rot-weiß-blau geschminkte Gesichter. Lange, bevor Le Pen die Bühne mit eben jenem Rockstar-Auftritt betritt, singen und tanzen sie ausgelassen zu französischen Chansons und Klassikern von Abba, Eurythmics oder den Black Eyed Peas. Wer frühere Auftritte von Le Pen kennt, bemerkt den Wandel: Viele junge Menschen sind dabei, und deutlich mehr Frauen als früher.

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